Hyperliquid hat eine native Kreditfunktion gestartet, über die Nutzer HYPE und Bitcoin als Sicherheiten hinterlegen und USDC oder USDT aufnehmen können. Am ersten Tag waren auf der zugrunde liegenden HyperCore-Infrastruktur Vermögenswerte im Wert von 269 Millionen US-Dollar ausgeliehen.
HYPE und Bitcoin dienen als Sicherheiten
Mit den sogenannten Manual Borrows erweitert Hyperliquid seine Handelsplattform um einen eigenständigen Kreditmarkt. Nutzer können HYPE oder BTC hinterlegen und dagegen die beiden Stablecoins USDC und USDT aufnehmen.
Im Gegensatz zur automatischen Kreditaufnahme innerhalb des Portfolio-Margin-Systems entscheiden die Nutzer dabei selbst, wann und in welchem Umfang sie eine Position eröffnen. Hyperliquid erklärte auf X:
„Die manuelle Kreditaufnahme ist jetzt auf Hyperliquid verfügbar. Portfolio Margin und Manual Borrows nutzen dieselbe zugrunde liegende HyperCore-Infrastruktur, auf der heute Vermögenswerte im Wert von 269 Millionen US-Dollar ausgeliehen waren.“
Die Formulierung lässt allerdings offen, welcher Anteil der 269 Millionen US-Dollar auf die neu gestarteten Manual Borrows entfiel und welcher bereits über Portfolio Margin ausgeliehen war. Die Zahl beschreibt damit zunächst die gesamte Kreditaktivität auf der gemeinsam genutzten Infrastruktur.
Zinsen richten sich nach der Auslastung
Kreditnehmer zahlen Zinsen auf die aufgenommenen Stablecoins. Nutzer, die USDC oder USDT für den Kreditmarkt bereitstellen, erhalten im Gegenzug Zinserträge. Die Zinssätze sind nicht festgeschrieben, sondern verändern sich abhängig von der Auslastung des jeweiligen Marktes.
„Nutzer können HYPE und BTC als Sicherheiten bereitstellen, um Quote-Assets wie USDC und USDT aufzunehmen. Auf geliehene Quote-Assets fallen Zinsen an, während bereitgestellte Quote-Assets Zinsen erwirtschaften; die jeweiligen Zinssätze werden durch die Auslastung bestimmt.“
Steigt das Verhältnis zwischen ausgeliehenen und verfügbaren Vermögenswerten, erhöhen sich demnach die Kreditkosten und zugleich die Renditen für Kapitalgeber. Sinkt die Nachfrage, bewegen sich auch die Zinssätze nach unten.
HyperCore verbindet Kreditmarkt und Handel
Nach Angaben von Hyperliquid-Mitgründer Jeff Yan entwickelte das Team zunächst ein eigenständiges Kreditprotokoll auf HyperCore. Dieses wurde anschließend über Portfolio Margin mit Perpetual Futures, Spot-Handel und weiteren Handelsfunktionen verbunden.
Die modulare Architektur soll die Risiken des Kreditmarktes von anderen Teilen des Systems abgrenzen. Gleichzeitig kann ungenutztes Stablecoin-Kapital innerhalb eines Portfolios Zinserträge erwirtschaften, ohne dass Nutzer dafür auf ein externes Lending-Protokoll wechseln müssen.
Yan zufolge erleichtert die Trennung zudem die Bewertung systemweiter Risiken. Kreditpositionen, Sicherheiten und Handelsaktivitäten greifen zwar über Portfolio Margin ineinander, der Lending-Bereich bleibt technisch jedoch als separates Modul organisiert.
HYPE erhält zusätzliche Funktion als Sicherheit
Für HYPE schafft die Einführung einen weiteren nativen Anwendungsfall. Der Token dient nun nicht nur als Handels- und Staking-Asset, sondern kann innerhalb der Plattform als Sicherheit für Stablecoin-Kredite eingesetzt werden.
Damit erweitert sich zugleich das Risikoprofil des Hyperliquid-Ökosystems. Stärkere Kursbewegungen von HYPE oder Bitcoin wirken sich auf den Wert der hinterlegten Sicherheiten und damit auf die Kreditpositionen der Nutzer aus. Entscheidend wird daher sein, wie sich Auslastung, Zinssätze und Liquidationen unter volatilen Marktbedingungen entwickeln.












