Obwohl der Clarity Act vorgestern vorerst gescheitert ist und die amerikanische Zentralbank die Zinsen erhöht hat, tendiert Bitcoin seitwärts, während Zcash ein neues Allzeithoch erreichen konnte.

Zcash erreicht neues Allzeithoch: Das sind die Gründe

Der Kurs von ZEC ist in den letzten 24 Stunden zeitweise um mehr als 23 % auf 1.509,23 USD gestiegen und markiert damit ein neues historisches Allzeithoch. Innerhalb der letzten 30 Tage ist Zcash um mehr als 180 % im Preis gestiegen. (Artikel geht nach dem Chart weiter)

Einer der Haupttreiber des heutigen Kursanstiegs ist die Bekanntgabe von Matt Huang, dass seine Krypto-Investmentgesellschaft Paradigm ZEC hält und Zcash als sinnvolle Ergänzung zu Bitcoin im Portfolio betrachtet. Darüber hinaus ist Paradigm Investor beim Zcash Open Development Lab (ZODL).

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Ein weiterer gewichtiger Katalysator war der Start des ZEC-ETF von Grayscale Ende August. Der Fonds verwaltete bereits nach zwei Wochen mehr als 500 Millionen USD und hielt 464.515 ZEC. Die starke Nachfrage zeigt, dass Zcash zunehmend auch institutionelle Investoren erreicht.

Auch die jüngsten Abstimmungen zum geplanten Network Upgrade 7 (NU7) haben den Kurs positiv beeinflusst. Eine klare Mehrheit der teilnehmenden ZEC-Inhaber sprach sich dafür aus, die Bitcoin-ähnliche Halving-Struktur beizubehalten.

Zugleich fand eine Verkürzung der Blockzeit auf rund 25 Sekunden breite Zustimmung. Sollte beides umgesetzt werden, würde Zcash an seiner festen Angebotsgrenze von 21 Mio. ZEC festhalten und zugleich schnellere Transaktionsbestätigungen ermöglichen.

Zusätzlich wird die Rallye durch Liquidationen von Short-Positionen gestützt. Bereits Anfang September wurden bei einem starken ZEC-Kursanstieg von mehr als 20 % zahlreiche Short-Positionen liquidiert. Diese Zwangskäufe haben die starke Kursbewegung zusätzlich beschleunigt.

Zcash outperformt Bitcoin und den Altcoinmarkt deutlich

Bitcoin bewegt sich seit rund 24 Stunden weitgehend seitwärts und notiert zum Redaktionszeitpunkt bei 76.500,23 USD – ein Plus von 0,74 %. Auf Monatssicht steht dennoch ein Anstieg von 18,4 % zu Buche.

Deutlich dynamischer fällt die Entwicklung bei einzelnen Altcoins aus. Zcash führt den Markt auf 30-Tage-Sicht mit einem Kursplus von rund 188 % an, gefolgt von Arbitrum (+137 %), Uniswap (+130 %), Dash (+103 %) und Lighter (+94 %). Damit gehört ZEC derzeit zu den stärksten Werten am Altcoinmarkt.

Zcash führt Altcoin-Rallye mit 189 Prozent Kursplus in 30 Tagen an
Zcash gehört mit einem Plus von 189,4 % auf 30-Tage-Sicht zu den stärksten Kryptowährungen im Markt und liegt deutlich vor anderen Altcoins wie Arbitrum, Uniswap und Dash. Quelle: CoinGecko

Trotz der im Vergleich zu Zcash schwächeren Performance von Bitcoin zeigt sich der gesamte Kryptomarkt in den vergangenen Tagen überraschend resilient. Die US-Notenbank erhöhte am Mittwoch die Zielspanne für den Leitzins um 25 Basispunkte auf 3,75 bis 4,00 %. Es war die erste Zinserhöhung der Federal Reserve seit 2023.

Auch von institutioneller Seite fehlt Bitcoin derzeit ein wichtiger Kurstreiber. Nach Nettoabflüssen von rund 450 Mio. USD aus den US-Spot-Bitcoin-ETFs am 15. September zogen Anleger am folgenden Handelstag weitere knapp 296 Mio. USD ab. Innerhalb von nur zwei Tagen summierten sich die Abflüsse damit auf fast 750 Mio. USD.

Bitcoin-ETFs verzeichnen Mitte September starke Nettoabflüsse
Nach mehreren Wochen mit teils kräftigen Zuflüssen drehen die Kapitalströme bei den Krypto-ETFs Mitte September deutlich ins Negative. Besonders Bitcoin- und Ethereum-Produkte verzeichnen hohe Abflüsse. Quelle: SoSoValue

Hinzu kommen wachsende geopolitische Risiken. Der Konflikt zwischen dem Iran und den USA eskaliert weiter, während zugleich die Sorgen um die weltweite Ölversorgung zunehmen und die Energiemärkte vor ihrer schwersten Belastungsprobe seit dem Ölpreisschock von 2008 stehen.

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Wie wir bereits berichteten, zeigen sich Analysten auch ohne die Verabschiedung des Clarity Acts bullisch für Bitcoin und den Kryptomarkt. Die Entwicklungen der letzten Tage untermauern diese Einschätzung. Bei ZEC ist dennoch Vorsicht geboten, da nach derart starken Kursanstiegen auch deutliche Korrekturen folgen können.