Die geplante Bitcoin-Reserve der USA hat heute einen wichtigen Meilenstein erreicht. Der Finanzausschuss des Repräsentantenhauses hat den American Reserve Modernization Act of 2026, kurz H.R. 8957, im US-Ausschuss diskutiert und den vorgelegten Gesetzestext angepasst.

Konkret wurde dabei ein umfassender Ersatztext eingebracht, der zentrale Regeln zur staatlichen Bitcoin-Reserve, zur Verwahrung der Bestände und zu möglichen künftigen Käufen neu fasst.

Beschlagnahmte Bitcoin sollen langfristig beim Treasury bleiben

H.R. 8957 sieht vor, die Strategic Bitcoin Reserve unter die Zuständigkeit des US-Finanzministeriums zu stellen. Darüber hinaus soll mit dem sogenannten Digital Assets Stockpile ein weiteres Depot für andere digitale Vermögenswerte entstehen. Wenngleich bislang keine Altcoins im Entwurf namentlich vorkommen, wurden in der Vergangenheit bereits XRP, SOL, ETH und ADA genannt.

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Im Zentrum des Gesetzentwurfes stehen vornehmlich Bitcoin, die sich bereits im Besitz der US-Regierung befinden oder künftig durch Straf- und Zivilverfahren eingezogen werden. In der Vergangenheit wurden diese Bitcoin häufig verkauft; dies soll mit dem künftigen Gesetz ausdrücklich verboten werden.

Für neu erhaltene oder gekaufte Bitcoin soll eine Mindesthaltedauer von 20 Jahren gelten. Bitcoin, die neu in das Bitcoin-Wallet der Regierung gelangen, aktivieren ab dem Datum der eingehenden Transaktion die Mindesthaltedauer. Damit würde nicht jede neue Einzahlung die Frist für den gesamten Bestand erneut starten.

Aufgrund strenger Transparenzvorgaben müssten Bundesbehörden regelmäßig ihre Vermögenswerte offenlegen, damit sowohl das Finanzministerium als auch die Bürger einen Überblick über die Krypto-Bestände des Bundes erhalten.

Die neue Gesetzesregelung H.R. 8957 würde damit auf der im März 2025 von Präsident Donald Trump erlassenen Bitcoin-Executive-Order aufbauen und einen verbindlichen Rechtsrahmen schaffen, der im Bundesrecht verankert wird und klare Richtlinien für alle Beteiligten festschreibt.

Bitcoin kaufen ja, aber nur steuerneutral

Der neu vorgelegte Gesetzentwurf hält der Regierung die Möglichkeit offen, zusätzliche Bitcoin zu kaufen. Allerdings gibt es weder eine direkte Anweisung noch konkrete Mengenangaben. Der vorherige Entwurf sah einen Zeitraum von fünf Jahren vor, dieser wurde in der neuen Fassung jedoch vollständig gestrichen.

Stattdessen sollen das US-Finanz- und das Handelsministerium innerhalb von 180 Tagen untersuchen, welche Risiken, Kosten und Vorteile zusätzliche Bitcoin-Käufe mit sich bringen und ob diese vollständig haushaltsneutral umgesetzt werden können.

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Als gangbare Möglichkeiten nennt H.R. 8957 unter anderem den Verkauf oder Tausch anderer digitaler Vermögenswerte aus dem Digital Asset Stockpile, Bitcoin aus Straf- und Zivilverfahren sowie Kooperationen mit US-Bundesstaaten, privaten Unternehmen oder internationalen Partnern.

Entscheidend ist dabei, dass dafür keine neuen Haushaltsmittel benötigt werden, keine zusätzlichen Nettokosten für die Steuerzahler entstehen und die US-Staatsverschuldung nicht noch weiter steigt. Neue Kredite, zusätzliche Steuern oder Defizitausgaben für den Erwerb von Bitcoin werden durch diese Regelung ausdrücklich nicht genehmigt.

Die US-Regierung verfügt bereits über einen Bitcoin-Bestand von knapp 200.000 BTC. Eine im April 2025 vor dem US-Repräsentantenhaus eingereichte Stellungnahme von Chainalysis sprach von rund 198.000 BTC in staatlicher Verwahrung:

„Jüngsten Berichten zufolge befinden sich derzeit etwa 198.000 Bitcoin in der Verwahrung der US-Regierung.“

Damit nimmt die Bitcoin-Reserve der USA zunehmend konkrete Züge an. Bis daraus jedoch geltendes Recht wird, stehen weitere Schritte im US-Gesetzgebungsverfahren aus.

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Nach der Ausschussphase müsste H.R. 8957 zunächst vom gesamten Repräsentantenhaus verabschiedet werden, anschließend den Senat passieren und bei Zustimmung beider Kammern schließlich vom US-Präsidenten unterzeichnet werden.

Das Scheitern des Clarity Act in der gestrigen Cloture-Abstimmung hat gezeigt, dass auch die Bitcoin-Reserve noch einen langen und steinigen Weg vor sich haben könnte.