Charles Hoskinson sieht das Scheitern des CLARITY Act nicht als überraschende Niederlage, sondern als Folge einer falschen politischen Strategie. Zudem wirft der Cardano-Gründer der US-Regierung und führenden Vertretern der Kryptoindustrie ein Versagen vor.
Hoskinson: CLARITY Act war von Beginn an zum Scheitern verurteilt
In einem Video vom 15. September erklärte Hoskinson, er habe seit mehr als einem Jahr das Scheitern des Gesetzes prophezeit. Der Versuch, die gesamte Marktstruktur in einem umfassenden Gesetz zu regeln, sei falsch gewesen:
„Ich habe seit mehr als einem Jahr allen gesagt, dass der CLARITY Act von Anfang an keine Chance hatte. Er würde nicht funktionieren und nicht verabschiedet werden. Jetzt müssen wir darüber sprechen, warum.“
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Hoskinson kritisierte insbesondere den umfassenden Ansatz des CLARITY Act. Stattdessen hätte der Kongress einzelne Gesetze, etwa für Stablecoins, digitale Wertpapiere, Steuerrecht, Verwahrung, DeFi und Compliance, machen müssen.
Der GENIUS Act sei deshalb der richtige erste Schritt gewesen. Anschließend hätte Washington laut Hoskinson die Definition eines Wertpapiers modernisieren und eine eigene Kategorie für digitale Wertpapiere schaffen müssen. Dies hätte auch ICOs und Real-World Assets erfassen können:
„Man hätte die Branche hinter einer Definition für digitale Wertpapiere versammeln und gleichzeitig eine Revolution bei Real-World Assets einleiten können. Die Blockchain hätte dabei als Instrument für Offenlegung dienen können, statt sämtliche Pflichten an ein Unternehmen zu knüpfen.“
Auch internationale Erfahrungen seien weitgehend ignoriert worden. Hoskinson verwies auf MiCA in Europa sowie Regulierungsmodelle aus Japan, Südkorea, der Schweiz, Abu Dhabi und Dubai.
CFTC laut Hoskinson personell nicht vorbereitet
Einen weiteren grundlegenden Fehler sieht der Cardano-Gründer in der Absicht, einen Großteil des Kryptomarktes der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) zuzuordnen. Laut Hoskinson hat die CFTC weniger als 700 Mitarbeiter, während die Securities and Exchange Commission (SEC) rund 10.000 Mitarbeiter beschäftigt:
„Man überträgt der CFTC eine riesige Wirtschaft, obwohl sie weniger als 700 Mitarbeiter hat. Gleichzeitig wird ihr Budget nicht entsprechend erhöht und es entsteht keine zusätzliche Aufsicht. Unter diesen Bedingungen kann die Behörde die notwendigen Regeln kaum ausarbeiten.“
Hoskinson bemängelte zudem, dass die technische Standardisierung im Gesetzgebungsprozess kaum berücksichtigt wurde. Das National Institute of Standards and Technology (NIST) hätte gemeinsam mit der Kryptobranche Definitionen für Dezentralisierung, Durchsatz, Interoperabilität und digitale Vermögenswerte entwickeln können.
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Als entscheidendes politisches Hindernis bezeichnete Hoskinson die Kryptogeschäfte von US-Präsident Donald Trump und dessen Umfeld. Dadurch war das Gesetz für die Demokraten praktisch nicht verabschiedbar:
„Der Präsident sollte unabhängig von seiner Partei weder Aktien noch Kryptowährungen handeln oder selbst als Marktteilnehmer auftreten. Er verfügt früher als wir über bestimmte Informationen – das ist Insiderhandel. Mit einem einzigen Beitrag kann er den amerikanischen Markt zum Absturz bringen oder steigen lassen. […] Es gab schon immer Vorwürfe über Korruption und Nebengeschäfte, aber noch nie haben wir erlebt, dass ein Präsident einen Memecoin herausgibt und damit mehr als eine Milliarde US-Dollar verdient. Etwas Vergleichbares hat es bislang nicht gegeben.“
Die Kursverluste nach dem Scheitern des Gesetzes hält Hoskinson für überzogen. Die Branche habe gewusst, wie gering die Chancen auf eine Verabschiedung gewesen seien:
„Der CLARITY Act war niemals die Rettung. Schließt dieses Kapitel, dreht die Seite um und geht zurück an die Arbeit. Bringt Menschen dazu, Kryptowährungen zu nutzen, und verlagert die Kontrolle auf Netzwerke, die nicht abgeschaltet werden können.“












