Die Solana Foundation will einen Prozess beschleunigen, der im klassischen Finanzmarkt oft noch ein bis zwei Tage dauert: die endgültige Abwicklung eines Handels.
Dafür hat die Stiftung vor wenigen Stunden Solana DvP vorgestellt. DvP steht für „Delivery versus Payment“, also Lieferung gegen Zahlung. Vereinfacht gesagt sorgt das System dafür, dass ein Vermögenswert und die dazugehörige Zahlung gleichzeitig übertragen werden.
Für Banken, Fonds oder andere institutionelle Investoren ist das relevant. Denn ein Handel ist nicht automatisch abgeschlossen, nur weil Käufer und Verkäufer sich auf einen Preis geeinigt haben. Erst danach müssen Geld und Wertpapier tatsächlich den Besitzer wechseln.
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Solana will Gegenparteirisiken bei der Abwicklung reduzieren
Im traditionellen Finanzsystem sind an diesem Prozess häufig mehrere Stellen beteiligt, darunter Banken, Verwahrer und Clearinghäuser. Bis Geld und Vermögenswert endgültig übertragen sind, kann Kapital gebunden bleiben. Gleichzeitig besteht das Risiko, dass eine Partei ihre Verpflichtung bereits erfüllt, während die Gegenseite noch nicht geliefert hat.
Solana DvP soll diese einzelnen Schritte auf der Blockchain zusammenführen. Technisch handelt es sich um eine sogenannte atomare Transaktion. Das bedeutet: Entweder werden Zahlung und Vermögenswert gemeinsam übertragen oder die gesamte Transaktion findet nicht statt.
Catherine Gu, Head of Product Digital Assets bei der Solana Foundation, erklärte dazu:
„Die atomare Abwicklung beseitigt das Gegenparteirisiko, das dem traditionellen Finanzwesen innewohnt. Das Solana-DvP-Programm bietet Institutionen einen einheitlichen, offenen Standard für das gesamte Solana-Ökosystem auf öffentlicher Infrastruktur und mit einer endgültigen Abwicklung innerhalb von Sekunden statt Tagen.“
Für institutionelle Akteure könnte damit vor allem die bisherige technische Fragmentierung abnehmen. Unternehmen mussten bei vielen Onchain-Geschäften bislang eigene Smart Contracts für einzelne Transaktionen entwickeln oder bestehende Lösungen entsprechend anpassen. Solana DvP soll stattdessen als gemeinsamer Open-Source-Standard dienen.
Ein einfaches Beispiel zeigt, worum es geht: Kauft eine Bank einen tokenisierten Vermögenswert im Wert von einer Million Dollar, erhält der Verkäufer die Zahlung nur dann, wenn der Käufer gleichzeitig den Vermögenswert erhält.
Eine Situation, in der eine Seite bereits geliefert hat und anschließend auf die Gegenleistung warten muss, soll technisch ausgeschlossen werden.
JPMorgan bringt Erfahrung aus klassischen Finanzmärkten ein
JPMorgan war an der Ausgestaltung des Systems beteiligt und brachte Erfahrungen aus traditionellen Abwicklungsprozessen ein. Dabei ging es unter anderem um Fristen, die getrennte Verwahrung hinterlegter Vermögenswerte sowie technische Anforderungen, die regulierte Emittenten erfüllen müssen.
Rhodel D’Souza, Head of Markets Digital Assets bei JPMorgan, bezeichnete einen gemeinsamen technischen Standard als wichtige Voraussetzung für institutionelle Marktteilnehmer:
„Ein gemeinsamer, offener Standard für die atomare Abwicklung nach dem Prinzip Lieferung gegen Zahlung ist genau die Art von grundlegender Infrastruktur, die institutionelle Marktteilnehmer benötigen, um in großem Umfang arbeiten zu können, ohne zusätzliche Abwicklungsrisiken und Gegenparteirisiken einzugehen. Wir haben gerne unsere Erfahrung im Bereich Settlement eingebracht.“
Eine Rolle spielt dabei auch Solanas Token-2022-Standard. Er unterstützt Funktionen, die besonders für regulierte Finanzprodukte relevant sein können. Dazu gehören beispielsweise pausierbare Token.
Ein Emittent kann Übertragungen damit unter bestimmten Voraussetzungen stoppen. Auch sogenannte Transfer Hooks sind möglich, über die zusätzliche Regeln in einen Token-Transfer eingebaut werden können.
Solana und JPMorgan hatten bereits zuvor Berührungspunkte bei tokenisierten Finanztransaktionen. Bei einem von JPMorgan arrangierten Commercial-Paper-Geschäft für Galaxy Digital wurde die Zahlung beispielsweise mit dem Stablecoin USDC abgewickelt.
Commercial Paper sind kurzfristige Schuldverschreibungen, die Unternehmen zur Finanzierung ausgeben. Solche klassischen Finanzinstrumente können inzwischen ebenfalls als Token auf einer Blockchain dargestellt und dort übertragen werden.
Nach Angaben der Solana Foundation wurde das DvP-Programm bereits externen Sicherheitsprüfungen unterzogen und ist für Transaktionen mit realen Vermögenswerten ausgelegt. Künftig sollen zudem Datenschutzfunktionen hinzukommen.
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Der Kurs von Solana verzeichnet in den letzten 24 Stunden ein leichtes Minus von 1,21 % und steht zum Redaktionszeitpunkt bei 120,18 USD. Solana folgt damit dem allgemeinen Markttrend des Kryptomarktes. Allerdings könnte bald ein entscheidender Impuls für eine stärkere Marktreaktion bevorstehen.
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