USDT0 findet auf IOTA tatsächliche Nutzung. Während TokenLabs einen Liquiditätspool für vIOTA und USDT0 angekündigt hat, zeigt unsere On-Chain-Prüfung am 6. Oktober rund 115.470 ausgegebene USDT0. Etwa 96 Prozent davon liegen im Tresor jener Perpetual-Börse, deren Aufbau Kryptorevolution seit September verfolgt.
Damit hat sich die Situation gegenüber dem Sommer verändert. Damals blieb die Stablecoin-Integration ohne konkreten Starttermin, während die IOTA Foundation Ausgaben für Integrationen zurückfuhr. Warum gerade jetzt die Finanzierung scheinbar erfolgt ist, bleibt jedoch ein Rätsel.
IOTA: Vom Sparkurs zur USDT0-Integration
Bereits Anfang Dezember 2025 stellte die IOTA Foundation bei der Ankündigung der LayerZero-Integration einen führenden Stablecoin in Aussicht, der sich damals in einem Audit mit formaler Verifikation befinde. Einen Namen nannte sie an dieser Stelle nicht. Seitdem gab es Gerüchte, dass USDT auf das IOTA-Mainnet kommen könnte.
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Allerdings gab es auch Gegenwind. Wie Kryptorevolution auf Basis des AMAs von Dominik Schiener vom 15. Juli berichtete, hatte die IOTA Foundation rund ein Viertel ihres Teams abgebaut und die Ausgaben für Förderprogramme und Integrationen reduziert. Schiener bezifferte die verbleibende finanzielle Reichweite zugleich auf mehr als zwei Jahre.
Daher war fraglich, ob und wann eine USDT0-Integration kommen würde. Für den ersten TradeDollar-Vault war deshalb Ethereum vorgesehen, wo Investoren bereits Stablecoins und erprobte Infrastruktur nutzen konnten. Vermögenswerte sollten dennoch auf IOTA tokenisiert werden.
Noch am 2. September berichtete Kryptorevolution über vorhandene technische Vorbereitungen ohne bestätigten produktiven Start. Zu diesem Zeitpunkt lagen bereits vorhandene Verträge und ein Tokenname vor.
Am 17. September folgte die große Überraschung, ohne dass es bisher eine offizielle Ankündigung der IOTA Foundation gab: der erste nachvollziehbare USDT0-Transfer aus Ethereum. Unser Bericht vom 24. September dokumentierte eine Gesamtmenge von zunächst lediglich rund 1,27 USDT0. Parallel waren am 23. September Verträge für eine Perpetual-Börse auf dem Mainnet veröffentlicht worden.
Heute nennt die offizielle USDT0-Dokumentation ausdrücklich IOTA L1 samt Token-Typ, OFT-Vertrag und Administrator-Multisig. Die Entwicklung ist damit über bloße Vorbereitungen hinausgegangen.
Technisch nutzt IOTA eine eigene Verbindung zu Ethereum. Dort wird USDT in einer gesonderten Lockbox hinterlegt und auf IOTA als USDT0 ausgegeben. Beim Rücktransfer wird USDT0 verbrannt und USDT freigegeben. Nach der Dokumentation sind direkte Transfers von IOTA zu anderen USDT0-Netzwerken über diese Route nicht möglich. Dafür führt der Weg zunächst zurück über Ethereum.
Was der USDT0-Vertrag tatsächlich verrät
Eine eigene Abfrage des offiziellen USDT0-OFT-Objekts am 6. Oktober gegen 12:04 Uhr deutscher Zeit ergab eine ausgegebene Menge von 115.470,204598 USDT0. Gegenüber den rund 96.691 USDT0 unserer Prüfung vom 1. Oktober entspricht das einem Zuwachs von 19,4 Prozent.
Auch die Kontrolle des Vertrags lässt sich nachvollziehen. Die Administrator-Berechtigung liegt bei der Adresse, die USDT0 offiziell als IOTA-Multisig ausweist. Das OFT-Objekt war zum Prüfzeitpunkt nicht pausiert. Seine konfigurierbare Standardgebühr stand bei null Basispunkten.
Diese Angaben belegen den technischen Betrieb und die Zuordnung zur dokumentierten Integration. Sie geben aber keinen Aufschluss darüber, wie und durch wen USDT0 nun auf das IOTA-Mainnet gekommen ist.
Perp-DEX wächst auf 123 Konten
Den größten Teil der USDT0-Liquidität bindet weiterhin die bislang nicht öffentlich identifizierte Perpetual-Börse. Ihr Tresor enthielt bei der aktuellen Prüfung 110.896,511910 USDT0. Das sind rund 96,0 Prozent der gesamten auf IOTA ausgegebenen Menge.
Die Zahl der Konten wurde anhand der registrierten On-Chain-Objekte ermittelt. Sie ist kein Nachweis für ebenso viele unabhängige Nutzer. Weiterhin besteht ein Markt, der bereits im Bericht vom 1. Oktober als Bitcoin gegen USDT beschrieben wurde und USDT0 als Sicherheit verwendet.
Der Handel läuft auch aktuell. Eine direkt geprüfte Transaktion vom 6. Oktober enthält die beiden Kontoseiten einer Ausführung mit der Trade-ID 57.161. In den unmittelbar benachbarten geprüften Ereignissen handeln dieselben beiden Konten, ohne ausgewiesene Handelsgebühr.
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Die hinterlegte Anfangsmargin beträgt weiterhin 2,5 Prozent, rechnerisch entsprechend maximal 40-fachem Hebel. Einzahlungen und Auszahlungen sind im Börsenobjekt freigegeben, für die Ausführung ist nach wie vor eine bestimmte Sequencer-Adresse hinterlegt. Eine öffentliche Betreiberidentität oder belastbare Bestätigung eines offenen Starts für alle Nutzer haben wir bei unserer Recherche nicht gefunden.
TokenLabs meldete gestern unabhängig in einem X-Beitrag einen gestarteten vIOTA/USDT0-Pool. Liquiditätsanbieter sollen an Swap-Gebühren von 0,3 Prozent beteiligt werden und ihre LP-Token zusätzlich für TLN-Belohnungen einsetzen können. Es werden sagenhafte 179 Prozent jährliche Prozentrendite (APY) versprochen.
New on TokenLabs DEX 💧
vIOTA/USDT0 liquidity pool is live
→ Add liquidity, earn 0.3% of every swap
→ Stake your LP in the Farm: ~179% APY in TLN*
→ One click, self-custody🔗 https://t.co/Gxy8idaMhc#IOTA #DeFi #vIOTA #USDT0
*APY is variable, not guaranteed. DYOR. pic.twitter.com/R0GHZT85CY
— TokenLabs.network (@TokenLabsX) October 5, 2026
Was USDT0 für TWIN verändert
Für das Vorzeigeprojekte der IOTA Foundation TWIN und ADAPT ist eine auf IOTA verfügbarer Stablecoin ein zentraler Baustein. Die Foundation beschreibt in ihrer ADAPT-Strategie ausdrücklich die Verbindung von Handelsdaten, tokenisierten Gütern und Zahlungen mit Stablecoins wie USDT.
Da es momentan auch noch an einer offiziellen Mitteilung der IOTA Foundation fehlt, können derzeit keine unmittelbaren Auswirkungen auf die Projekte festgestellt werden. In den nächsten Tagen könnte allerdings der Q3-Bericht der IOTA Foundation neue Details enthüllen. Außerdem war zuletzt wieder ein quartalsweises AMA mit Dominik Schiener geplant.












