Der IOTA-Kurs hat sich innerhalb von rund 50 Tagen aus der Bodenregion bei 0,0311 auf rund 0,0589 US-Dollar erholt. Das entspricht einem Plus von knapp 90 Prozent. Die Bewegung fällt mit Fortschritten bei realen Anwendungen und einem technischen Ausbruch zusammen, wobei sich der Kursanstieg keiner einzelnen Nachricht eindeutig zuordnen lässt.
Zum Vergleich: Vom 16. August bis zum 5. Oktober stiegen Bitcoin um rund 37 Prozent, Ethereum um 45 Prozent, Solana um 63 Prozent und XRP um 52 Prozent. IOTA übertrifft mit seinem Kursplus damit alle vier großen Kryptowährungen.
H&M testet IOTA-basiertes TWIN
Eine der greifbarsten Entwicklungen ist der H&M-Pilot mit dem Virtual Watch Tower. Anfang Oktober berichtete VWT-Generalsekretär Mikael Lind über den gestarteten Test mit realen Lieferungen aus Bangladesch an schwedische Distributionszentren. Die auf IOTA-Technologie aufbauende TWIN-Infrastruktur liefert dafür die gemeinsame Datengrundlage.
Der Pilot läuft neben den bisherigen Abläufen und soll zeigen, ob Lieferinformationen zuverlässiger verfügbar werden. Bereits im September war IOTA-Handelschef Jens Munch Lund-Nielsen dem VWT-Lenkungsgremium beigetreten.
ADAPT, digitale Nachweise und DeFi
In Afrika bleibt die ADAPT-Initiative zentral. Ihre ersten Umsetzungsländer sind Kenia, Marokko und Nigeria. Auf Grundlage von TWIN sollen digitale Identitäten, Handelsdaten und interoperable Zahlungen verbunden werden.
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Am 1. Oktober berichtete das AfCFTA-Sekretariat über Namibias Vorbereitungen zur Umsetzung des Digitalhandelsprotokolls. Das passt zum regulatorischen Umfeld von ADAPT. Ein Beitritt Namibias oder ein TWIN-Pilot wurde dabei aber nicht angekündigt. Auch Kenias Pläne, die IOTA-basierte Plattform TLIP für die Zollabfertigung einzusetzen, sind vom Nachweis eines flächendeckenden Produktivbetriebs zu unterscheiden.
Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgte TuringCerts. Die von PULSE erfassten Notarisierungen stiegen im 30-Tage-Vergleich um 1.028 Prozent auf mehr als 256.000 Events. Kurz darauf wurden innerhalb weniger Stunden mehr als 23.000 neue digitale Identitäten und Nachweise im IOTA-Mainnet registriert.
Anwendungsmöglichkeiten zeigte TuringCerts in Japan. Der Mathematikverband SUKEN erwartete für drei Prüfungsrunden im September und Oktober insgesamt 45.700 Anmeldungen. Erfolgreiche Teilnehmer können digitale, über IOTA verifizierbare Nachweise wählen.
Hinzu kommt der lang erwartete Launch von USDT0 auf dem Mainnet. In diesem Zusammenhang sorgt derzeit eine noch unbekannte Perpetual-Börse für Aufsehen, die USDT0 als Sicherheit nutzt. Am 30. September erreichte sie bis zum Auswertungszeitpunkt ein Handelsvolumen von rund 285.000 USDT. Bisher dominieren jedoch noch wenige Konten die Aktivität, und der Zugang bleibt beschränkt.
Auch Orobo meldete einen Erfolg auf dem asiatischen Markt. Das auf IOTA aufbauende Unternehmen gewann beim Singapur-Vorentscheid des chinesischen IEIC-Innovationswettbewerbs in seiner Kategorie und zog damit in das Branchenfinale in Shenzhen ein. Orobo entwickelt eine Infrastruktur für digitale Produktpässe und nutzt IOTA zur öffentlichen Verifizierung von Daten zu Herkunft, Zusammensetzung und Recycling von Produkten.
Parallel verbessert IOTA die technische Grundlage. Am 24. September wurde Protokoll 36 mit StarfishSpeed aktiviert. Das Upgrade soll Transaktionen unter günstigen Netzwerkbedingungen schneller bestätigen.
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Bei allen News muss jedoch auch konstatiert werden, dass IOTA derzeit von einer breiteren Altcoin-Rallye profitiert. Glassnode warnte bereits letzte Woche vor einer möglicherweise überhitzten Euphorie am Kryptomarkt:
„Spot-Trader wenden sich zunehmend Altcoins zu. Das gesamte Spot-Handelsvolumen liegt inzwischen bei fast dem Vierfachen des Bitcoin-Volumens und damit auf dem höchsten Stand seit September 2025. Eine solche Nachfrage nach höherem Risiko fiel in der Vergangenheit häufig mit lokalen Bitcoin-Hochs zusammen.“
IOTA-Kurs bestätigt Ausbruch mit Retest am 200-Tage-EMA
Das Tageschart von IOTA/USD sieht derzeit weiterhin bullisch aus. Die markante Bodenkerze im August leitete die Erholung ein. Anschließend brach IOTA aus dem seit August 2025 laufenden Abwärtstrendkanal aus.
Der jüngste Rücksetzer an den 200-Tage-EMA bei rund 0,0533 US-Dollar wurde von den Bullen zügig aufgekauft und der Retest erfolgreich bestätigt. Mit etwa 0,0589 US-Dollar liegt der Kurs deutlich oberhalb dieses zuvor wichtigen Widerstands.

Das stärkt das Ausbruchsszenario. Unterhalb des 200-Tage-EMA folgen der 20-Tage-EMA bei 0,0512 und der 20-Wochen-EMA bei 0,0488 US-Dollar als mögliche Unterstützungen. Der Tages-RSI von rund 70 signalisiert zugleich starkes Momentum, bietet aber weiterhin Raum nach oben.
Im Wochenchart wartet die nächste größere Hürde am 50-Wochen-EMA bei 0,0731 US-Dollar. Darüber liegen das im Tageschart eingezeichnete 23,6-Prozent-Fibonacci-Niveau bei 0,0975 sowie die 100- und 200-Wochen-EMAs bei 0,1192 beziehungsweise 0,1927 US-Dollar.
Für eine Fortsetzung der Rallye muss IOTA den Bereich um 0,0533 US-Dollar verteidigen und anschließend die Wochenhürde bei 0,0731 US-Dollar überwinden. Fundamental bleibt entscheidend, ob aus den Projekten dauerhafte Adoption wird und ob der IOTA-Token davon profitieren kann.












