Die kenianische Steuer- und Zollbehörde KRA treibt die Digitalisierung der Frachtabfertigung voran und will dafür die IOTA-basierte Trade Logistics Information Pipeline (TLIP) einsetzen. Hinter TLIP steht die auf dem IOTA-Mainnet basierende Handelsinfrastruktur TWIN.
Seit dem 3. August gilt bereits eine neue digitale Voranmeldung für alle Container, die über kenianische Häfen importiert werden. Die Einführung soll ein erster Schritt sein, um die kenianischen Handelskorridore zu digitalisieren. Unklar ist aber, ob bereits Frachtbewegungen über IOTA verarbeitet werden.
Kenia führt digitale Voranmeldung für Container ein
Die Kenya Revenue Authority (KRA) hat die Advance Cargo Declaration (ACD) für alle containerisierten Importe laut einer offiziellen Mitteilung verpflichtend gemacht. Exporteure müssen die Erklärung bereits am Ausgangshafen einreichen und einen Referenzcode erhalten, bevor die Fracht nach Kenia verladen wird.
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Für die Ausstellung des Codes sind ein vorläufiger Frachtschiffbrief, die Handelsrechnung, die Frachtrechnung und die Ausfuhrerklärung erforderlich. Anschließend muss der Referenzcode auf dem endgültigen Schiffsfrachtbrief vermerkt werden, wie aus der offiziellen Mitteilung der KRA hervorgeht.
Die Behörde erhält dadurch Zugriff auf die Frachtdaten, bevor ein Schiff den Hafen von Mombasa erreicht. Dokumentenprüfung, Risikobewertung und Frachtprofilierung können damit bereits mehrere Tage vor der Ankunft beginnen.
KRA will auf IOTA-basiertes TLIP setzen
Laut einem Bericht von Business Daily Africa will die KRA die Trade Logistics Information Pipeline übernehmen.
TLIP soll Zollbehörden, Hafenbetreiber, Reedereien, Spediteure und weitere Regulierungsstellen miteinander verbinden. Bislang betreiben viele dieser Akteure eigene digitale Systeme, zwischen denen Daten nur eingeschränkt ausgetauscht werden können. KRA-Zollchefin Lilian Nyawanda erklärte:
„Die Plattform verbindet Abfertigungsagenten, Logistikanbieter und staatliche Regulierungsbehörden in einem einzigen digitalen Ökosystem.“
Die gemeinsame Datenbasis soll Manipulationen erschweren und sichtbar machen, wann ein Dokument ausgestellt, ergänzt oder verändert wurde. Gleichzeitig sollen autorisierte Teilnehmer auf die überprüfbaren Informationen zugreifen können.
TLIP ist die für den ostafrikanischen Handel entwickelte Anwendung des Trade Worldwide Information Network (TWIN). TWIN wiederum ist die offene digitale Handelsinfrastruktur, auf die sich die IOTA Foundation inzwischen strategisch konzentriert, wie KryptoRevolution berichtete.
Offizielle Meldungen bleiben abzuwarten
Die Verbindung zwischen IOTA und der kenianischen Zollverwaltung ist nicht neu. Bereits im ersten Quartal 2025 richtete die KRA nach Angaben der IOTA-Stiftung einen eigenen TLIP-Knoten ein. Im ersten Quartal 2026 folgte eine direkte Node-to-Node-Verbindung zwischen KRA, der staatlichen Handelsplattform KenTrade und den TLIP-Community-Knoten.
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Bemerkenswerterweise wird TWIN bereits schon seit Längerem in Kenia für bestimmte Blumenexporte nach Großbritannien eingesetzt. Die IOTA Foundation verwies Anfang 2026 auch auf die Integration von KenTrade.
Hierbei ist jedoch eine Einschränkung zu beachten: Die Mitteilung der KRA vom 14. Juli zum ACD erwähnt weder TLIP noch Blockchain oder IOTA. Die Verbindung zwischen beiden wurde von der Business Daily unter Berufung auf die Zollchefin berichtet.
Die offizielle KRA-Mitteilung zur Advance Cargo Declaration erwähnt weder TLIP noch TWIN oder IOTA. Auch technische Details dazu, ob die neuen Referenzcodes bereits auf dem IOTA-Mainnet verankert werden, fehlen. Für weitere Details bleiben daher weitere offizielle Meldungen abzuwarten.













