QCP erwartet für Bitcoin im vierten Quartal 2026 überwiegend eine Handelsspanne zwischen 80.000 und 90.000 US-Dollar. In seinem Quartalsausblick macht das in Singapur ansässige Handelshaus einen nachhaltigen Ausbruch über 100.000 US-Dollar von mehreren Bedingungen abhängig. Yuan Rong Tan, Head of ALM bei QCP, erklärt:

„Was nach Ruhe aussieht, ist in Wirklichkeit ein Patt. Zinsen, Verzögerungen beim CLARITY Act und Risiken im Nahen Osten belasten den Kurs, während ETF-Nachfrage und Risikobereitschaft diesen Druck weiter auffangen. Es reicht, wenn eine Seite nachgibt, damit der Kurs ausbricht.“

Bitcoin-Rally steht auf wackeligen Beinen

Die geldpolitischen Voraussetzungen sind laut QCP schwierig. Die US-Notenbank erhöhte den Leitzins am 16. September um 25 Basispunkte auf 3,75 bis 4,00 Prozent. QCP verweist auf Projektionen, die einen weiteren Schritt bis Jahresende nahelegen. Schwächere US-Wirtschaftsdaten könnten damit zunächst das Risiko zusätzlicher Zinserhöhungen reduzieren, ohne automatisch eine Lockerung einzuleiten.

Zusätzlich belastet der Anleihemarkt. Laut Bericht erreichte die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen den höchsten Stand seit 2007. Staatlicher Finanzierungsbedarf und Anleiheemissionen großer KI-Investoren konkurrieren dabei um dieselben Käufer, so QCP.

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Auch die Bitcoin-Rally im August liefert nach Einschätzung der Analysten keinen eindeutigen Beleg für einen dauerhaften Trendwechsel. Der Kurs stieg zwar aus dem unteren 60.000-Dollar-Bereich auf über 80.000 Dollar, allerdings sank das offene Interesse an den Futures-Märkten.

Das spricht laut QCP für Short-Covering neben der ETF-Nachfrage. Die Analysten schreiben:

„Die Korrelation von BTC mit Gold nahm zu, während die Korrelation mit dem Nasdaq abnahm. Das könnte eher auf einen vorübergehenden Short Squeeze als auf eine dauerhafte Veränderung der Kurstreiber hindeuten.“

Einen Trendwechsel könnte Bitcoin bestätigen, wenn der Kurs auch bei fallenden Aktienkursen stabil bleibt oder sogar steigt. Zugleich warnt QCP aber auch, dass der Kryptomarkt weiterhin mit dem KI-Boom um Kapital konkurriert.

Eine Fortsetzung des Booms könnte den Kryptomarkt weiter belasten, während enttäuschende KI-Investitionen über Aktien- und Kreditmärkte ebenfalls ein „Ansteckungsrisiko“ wären.

Besondere Bedeutung misst QCP der Stablecoin-Menge bei. Der im Bericht verwendete Datenstand vom 13. August beziffert sie auf rund 308 Milliarden Dollar. Zwar gab es zuletzt eine teilweise Erholung bei USDT und USDC, allerdings liegt die Summe noch immer deutlich unter dem Mai-Hoch von 322,4 Milliarden Dollar.

Was Bitcoin über 100.000 Dollar tragen könnte

Das bullische Szenario von QCP prognostiziert einen Kurs oberhalb von 100.000 Dollar bis zum Jahresende. Voraussetzung wären laut QCP über mehrere Wochen anhaltende ETF-Zuflüsse, eine Zinspause bei schwächerem Arbeitsmarkt, ein schwächerer Dollar, sinkende Realrenditen und Fortschritte beim CLARITY Act. Auch die Stablecoin-Menge müsste ihr Mai-Hoch zurückerobern.

Das bärische Szenario verortet das Handelshaus unterhalb der Zone von 68.000 bis 70.000 Dollar. Als Auslöser nennt es eine erneute Nahost-Eskalation mit höheren Ölpreisen, zusätzliche Zinserhöhungen, ETF-Abflüsse oder erzwungene Bitcoin-Verkäufe aus Unternehmensbeständen.

Treffen steigende Ölpreise und restriktivere Zinserwartungen zusammen, wäre das für QCP bereits vor einem bestätigten Kursbruch ein Warnsignal.

QCP Drei Szenarien für Bitcoin in Q4 2026
Drei Szenarien für den Bitcoin-Kurs in Q4 2026, Quelle: QCP

Richtungsweisend könnten laut QCP die letzte Oktober- und die erste Novemberwoche werden: Erst steht die Fed-Sitzung am 27. und 28. Oktober an, danach kommen die US-Zwischenwahlen am 3. November und letztlich das Treasury-Finanzierungsupdate am 4. November.

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QCP unterscheidet drei Szenarien, ohne für einen Wahlausgang pauschal steigende oder fallende Kurse zu prognostizieren.

Bei republikanischen Mehrheiten in beiden Kammern nennt QCP „politische Kontinuität“ und „weniger Hindernisse für Deregulierung und die Agenda für digitale Vermögenswerte“. Die Kehrseite beschreibt QCP so:

„Anleger verbinden das Ergebnis mit höherer Kreditaufnahme. Die Renditen am langen Ende steigen und gleichen den regulatorischen Rückenwind aus. […] Eine positive regulatorische Schlagzeile bedeutet nicht automatisch ein günstiges Liquiditätsumfeld.“

Bei einem zwischen den Parteien aufgeteilten Kongress sieht QCP weniger Spielraum für abrupte politische Veränderungen. Für die Kryptoregulierung sagt QCP voraus:

„Das umfassende Gesetzesvorhaben kommt langsamer voran. Bestehendes Recht, die Arbeit der Behörden und die private Adoption entwickeln sich weiter.“

Bei demokratischen Mehrheiten in beiden Kammern erwartet QCP stärkere Aufsicht und regulatorischen Gegenwind für den CLARITY Act, vor allem auch wegen der umstrittenen Krypto-Projekte von US-Präsident Donald Trump.

Für das vierte Quartal setzt QCP auf eine Bitcoin-Kernposition mit geringem Hebel und Optionsstrukturen mit begrenztem Risiko.