Das US-Finanzministerium hat am Mittwoch die maximale Größe seiner ersten ausgeweiteten Rückkaufoperation für langfristige Staatsanleihen auf 6 Milliarden US-Dollar erhöht. Damit geht Finanzminister Scott Bessent über die im August angekündigte Mindestgröße von 4 Milliarden US-Dollar hinaus.

Der erhoffte Rücksetzer blieb jedoch aus: Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stieg bis auf rund 4,85 Prozent. Bitcoin ist in der Folge erneut unter 79.000 US-Dollar gefallen.

US-Finanzministerium kauft bis zu 6 Mrd. USD zurück

Das Treasury will heute, am 10. September, ältere und weniger liquide US-Staatsanleihen mit Restlaufzeiten von zehn bis 20 Jahren im Umfang von bis zu 6 Milliarden US-Dollar zurückkaufen. Die Operation soll zwischen 19:40 und 20:00 Uhr deutscher Zeit stattfinden.

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Entgegen der üblichen Mechanik fielen die Renditen nach der Ankündigung nicht, sondern stiegen weiter. Der Allianz-Ökonom Mohamed El-Erian schrieb via X:

„Die erste Marktreaktion auf diese Ankündigung des US-Finanzministeriums (siehe CNBC-Bericht unten) führte zu einem Anstieg der Renditen: Die Rendite der 10-jährigen Anleihe notiert aktuell bei 4,845 % (ein Anstieg um 5 Basispunkte im Tagesverlauf), während die der 30-jährigen Anleihe 5,302 % erreicht hat (ein Plus von 6 Basispunkten).“

The Kobeissi Letter sprach via X von einem ungewöhnlichen Kräftemessen:

„Das US-Finanzministerium ist vom Verdoppeln über ‚mindestens Verdoppeln‘ zum Verdreifachen der langfristigen Anleiherückkäufe übergegangen – und die Renditen steigen noch immer. Der Anleihemarkt liefert sich angesichts des anhaltenden Iran-Konflikts buchstäblich einen Kampf mit dem US-Finanzministerium; […] Ohne ein Ende des Iran-Konflikts steuern wir darauf zu, dass die Rendite 10-jähriger Staatsanleihen bis nächste Woche die Marke von 5,00 % überschreitet.“

Die Reaktion erklärt sich durch zu hohe Erwartungen. Mehrere Institutionen hatten mit 6 bis 8 Milliarden US-Dollar gerechnet; Strategen von Morgan Stanley und Jefferies hielten sogar bis zu 10 Milliarden US-Dollar für möglich. Vor diesem Hintergrund lag Bessents Zahl zwar über seiner Mindestzusage, aber unter den aggressivsten Schätzungen.

Hinzu kommt der Iran-Krieg. Brent-Öl stieg am Mittwoch infolge der erneuten Eskalation zwischen den USA und dem Iran über 100 US-Dollar je Barrel. Höhere Energiepreise verschärfen Inflationsrisiken und können die US-Notenbank zu einer restriktiveren Geldpolitik zwingen.

Bitcoin fällt nach der Ankündigung unter 79.000 USD

Der Bitcoin-Kurs war vor der Bekanntgabe noch um rund 1,5 Prozent auf etwa 79.600 US-Dollar gestiegen. Anschließend gab der Kurs seine Tagesgewinne ab und fiel zunächst auf rund 78.500 US-Dollar. Am Donnerstagmorgen notierte BTC bei ungefähr 78.200 US-Dollar.

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Auch der breitere Kryptomarkt geriet unter Druck. Damit blieb die Reaktion deutlich hinter der Rallye zurück, die Bessents erste Buyback-Ankündigung im August ausgelöst hatte. Die News war einer der wichtigsten Auslöser für die BTC-Rallye von rund 63.000 US-Dollar auf über 82.000 US-Dollar.

Dennoch könnte die Bessent-Ankündigung langfristig ein bullisches Signal sein. Der Bitcoin-Analyst Will Clemente erklärte, dass die Erhöhung von 4 auf 6 Milliarden US-Dollar weniger wegen ihrer absoluten Größe als wegen ihrer Signalwirkung entscheidend ist:

„Der Sprung von 4 auf 6 Milliarden US-Dollar ist kein verrückter Unterschied. Bemerkenswert ist aber, dass Bessent dem Markt offenbar eine Botschaft sendet.“

Clemente interpretiert die Entscheidung als Bereitschaft, bei Bedarf noch stärker einzugreifen. Ein erheblich größeres Volumen bei der ersten Operation hätte seiner Einschätzung nach dagegen tiefe Besorgnis signalisieren und den Markt zusätzlich verunsichern können.

„Meine persönliche Lesart ist, dass die Botschaft lautet: Man ist bereit, bei Bedarf mehr zu tun. Gleichzeitig wollte er beim ersten Durchgang wohl nicht überziehen, den Markt verschrecken und übermäßig besorgt wirken.“

Langfristig könnten daher weitere Erhöhungen erneut eine Rallye auslösen; für den Moment reagierte der Markt jedoch mit Enttäuschung. Hinzu kommt, dass Anleger womöglich erst die US-Inflationsdaten am heutigen Donnerstag (PPI) und Freitag (CPI) sowie die Fed-Sitzung am 16. September abwarten wollen.