Bitcoin hat seinen Zyklusboden laut Einschätzung des Marktanalysten Will Clemente mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 70 bis 75 Prozent bereits erreicht. Seine historischen Vergleiche liefern zwei konstruktive Signale. Unterdessen bereitet US-Finanzminister Scott Bessent mit einem größeren Anleiherückkauf den nächsten möglichen Makroimpuls vor.
Clemente sieht Bitcoin außerhalb der Gefahrenzone
Clementes Analyse betrachtet die aktuelle Rallye im Vergleich zu historischen Analoga und der verstrichenen Zeit seit dem Allzeithoch. Bitcoin befindet sich heute am Tag 336 nach dem Allzeithoch und damit in einem Abschnitt, in dem vergleichbare Erholungen mehrheitlich Bestand hatten. Clemente schreibt via X:
„Als allgemeine Regel scheint zu gelten: Je mehr Zeit vergeht, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass große Bewegungen Bestand haben. Die aktuelle Bewegung liegt deutlich außerhalb der Gefahrenzone, doch vollständige Entwarnung gibt es noch nicht. Auf dieser Grundlage schätze ich die Wahrscheinlichkeit, dass wir den Zyklusboden bereits gesehen haben, auf rund 70 bis 75 Prozent.“

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In einer strengeren Untersuchung hob Clemente die Mindestgröße der untersuchten Rallys von 35 auf 40 Prozent an. Das Ergebnis fiel noch deutlicher aus:
„In dieser Version habe ich die Schwelle für Rallys von 35 auf 40 Prozent angehoben. Bei 13 von 15 Rallys dieser Größenordnung, die so weit in einem Bärenmarkt stattfanden, wurden die Tiefs der vorherigen vier Monate nicht mehr angelaufen.“

Die Trefferquote dieser kleinen historischen Stichprobe beträgt zwar rund 87 Prozent. Clementes eigentliche Schätzung bleibt mit 70 bis 75 Prozent jedoch vorsichtiger.
Das zweite Argument kommt aus dem Wochenchart. Bitcoin hält sich seit fast einem Monat über der 50-Wochen-EMA und hat zugleich die 20-, 50- und 200-Wochen-EMA zurückerobert. Clemente erklärt:
„Bitcoin hält sich seit fast einem vollen Monat über der 50-Wochen-EMA. BTC hat noch nie ein neues Zyklustief ausgebildet, nachdem sämtliche wöchentlichen EMAs – 20, 50 und 200 – über mehrere aufeinanderfolgende Wochen zurückerobert worden waren.“

Wall Street erwartet 5 bis 6 Milliarden US-Dollar
Parallel wartet der Markt morgen auf die erste vergrößerte Rückkaufoperation des US-Finanzministeriums für zehn- bis 20-jährige Anleihen. Im August wurde die Obergrenze von 2 Milliarden auf mindestens 4 Milliarden US-Dollar je Operation verdoppelt.
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Für die am 10. September angesetzte Operation hält Wrightson ICAP 5 bis 6 Milliarden US-Dollar für plausibel; Morgan Stanley sieht 10 Milliarden US-Dollar als praktische Obergrenze. Ein Volumen von nur 4 Milliarden US-Dollar könnte den Bondmarkt enttäuschen. Bessent hatte aber bereits angekündigt:
„Wir werden das Volumen der Rückkäufe erhöhen. Ich möchte darauf hinweisen, dass es mehr als vier Milliarden US-Dollar je Emission sein könnte.“
Am 19. August überraschte Bessent den Markt mit der Verdopplung der Rückkäufe. Der Bitcoin-Kurs stieg daraufhin auf über 70.000 US-Dollar. Bis Freitag weitete BTC das Wochenplus auf rund 23 Prozent aus und erreichte mehr als 77.000 US-Dollar. Dies markierte die stärkste Woche seit mehr als drei Jahren. In den Folgetagen lief der Kurs auf knapp 82.000 US-Dollar.
Der Rückkauf war zwar nicht der einzige Treiber; Short-Liquidationen verstärkten die Bewegung. Dennoch war es augenscheinlich der Hauptauslöser der Rallye; Gold legte seitdem ebenfalls stark zu. Eine weitere Ausweitung der Rückkäufe könnte daher den Debasement-Trade weiter anheizen.
Allerdings rechnet Clemente vor den US-Erzeugerpreisen am Donnerstag, den Verbraucherpreisen am Freitag und der FOMC-Sitzung am 15. und 16. September kaum mit weiterem Aufwärtsmomentum.












