Der Bitcoin-Kurs ist am Freitag auf 70.050 US-Dollar gestiegen, nachdem BTC zwei Tage zuvor noch bei rund 64.100 US-Dollar notierte. Den ersten Impuls lieferte das US-Finanzministerium; eine historische Short-Liquidationskaskade, Milliarden-Zuflüsse in die Spot-ETFs und ein technischer Ausbruch verstärkten die Bewegung.
Bessent bekräftigt Eingriff in den Anleihemarkt
Bereits am Mittwoch wurde bekannt, dass das US-Finanzministerium die Rückkäufe von Staatsanleihen mit Laufzeiten zwischen zehn und 30 Jahren vom 9. September bis zum 4. November von maximal zwei auf mindestens vier Milliarden US-Dollar je Operation erhöhen wird. Am Donnerstag stellte Finanzminister Scott Bessent sogar noch größere Eingriffe in Aussicht:
„Wir werden das Volumen der Rückkäufe erhöhen. Es könnten mehr als vier Milliarden US-Dollar pro Emission werden. Wir verfügen über ein großes Instrumentarium, also werden wir sehen.“
Nach der Rally am Mittwoch beflügelte diese Nachricht die Bitcoin- und Kryptomärkte weiter.
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Der Schritt folgte auf einen Anstieg der Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen auf 5,34 Prozent – den höchsten Stand seit 2007. Die Ankündigung drückte die Rendite zunächst auf 5,184 Prozent und schwächte den US-Dollar, was Bitcoin und Gold unmittelbar zugutekam. Bis Donnerstag erholte sich die Rendite jedoch wieder auf 5,24 Prozent.
Short-Squeeze beschleunigt den Bitcoin-Ausbruch
Bitcoin durchbrach bereits am Mittwoch die seit sechs Wochen bestehende Handelsspanne zwischen etwa 58.000 und 67.000 US-Dollar. Oberhalb der Spanne lagen zahlreiche Stopps und Liquidationsmarken von Tradern, die auf fallende Kurse gesetzt hatten.
Laut CoinGlass-Daten wurden innerhalb von zwei Tagen Short-Positionen im Wert von rund 3,8 Milliarden US-Dollar liquidiert. Allein während der jüngsten 24 Stunden entfielen etwa eine Milliarde US-Dollar auf Shorts.
Bei Bitcoin wurden am Mittwoch erstmals an einem Tag über eine Milliarde US-Dollar an Shorts liquidiert, am Donnerstag waren es immer noch beträchtliche 432 Millionen US-Dollar. Am Freitagmorgen waren es bereits schon wieder 328 Millionen US-Dollar an Shorts.
Jede erzwungene Schließung erzeugte zusätzliche Kaufaufträge und trieb den Kurs in die nächste Liquidationszone. Es kam zu einer Liquidationskaskade, die den Bitcoin-Kurs wesentlich trug.
Bitcoin-Spotmarkt liefert reale Nachfrage
Wichtig zu betonen ist aber auch, dass die Rally nicht ausschließlich auf den Derivatemarkt zurückzuführen war. Die Spotmärkte zeigten ebenfalls eine starke Nachfrage. CryptoQuants Research-Chef Julio Moreno schrieb via X:
„Die erkennbare Spot-Nachfrage nach Bitcoin ist vor wenigen Tagen in die Expansionsphase eingetreten – erst zum zweiten Mal im Jahr 2026. Historisch gesehen liegt die Medianrendite in den 60 Tagen nach einem solchen Ereignis während eines Bärenmarktes bei 23 %.“

CryptoQuant-Chef Ki Young Ju teilte das nachfolgende Chart und erklärte, dass zum ersten Mal seit dem Allzeithoch vom Oktober 2025 die Bitcoin-Nachfrage sowohl am Spotmarkt als auch bei Perpetual-Futures ins Positive gedreht ist. Er schlussfolgert:
“Das Ausmaß ist zwar noch gering, doch sollte sich dieser Trend einen weiteren Monat halten, ließe sich daraus berechtigterweise schließen, dass der Bärenmarkt vorbei ist und ein neuer Bullenzyklus begonnen hat.”

Die US-Spot-ETFs verzeichneten am Mittwoch Nettomittelzuflüsse von 517,2 Millionen und am Donnerstag weitere 606,3 Millionen US-Dollar. BlackRocks IBIT nahm am Donnerstag allein 503 Millionen US-Dollar auf.
Seit Montag flossen den Produkten laut Farside Investors insgesamt 1,61 Milliarden US-Dollar zu. Die ETF-Nachfrage lieferte damit Spot-Käufe, während der Short-Squeeze den Anstieg beschleunigte.
Inverse Schulter-Kopf-Schulter erreicht Kursziel
Charttechnisch bestätigte der Ausbruch über die Nackenlinie bei 67.200 US-Dollar eine inverse Schulter-Kopf-Schulter-Formation. Aus der Höhe des Musters ergab sich ein Kursziel von etwa 76.000 US-Dollar, das inzwischen erreicht wurde.
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Der Chartered Market Technician Aksel Kibar wies in den letzten Tagen immer wieder auf das Muster hin, warnt heute nun jedoch, dass der Anstieg zu steil sein könnte:
„Für mich ist das Ziel erreicht. Die Bewegung war zu schnell und zu steil; ergreifen Sie bei Bedarf Schutzmaßnahmen. Dies ist ein Typ-1-Ausbruch, der über das Kursziel hinauslaufen kann.“

Für eine Fortsetzung oberhalb von 76.000 US-Dollar dürfte entscheidend sein, ob die ETF-Zuflüsse anhalten. Sobald die erzwungenen Short-Käufe nachlassen, muss organische Nachfrage die Rally tragen.













