Der Bitcoin-Kurs ist am Mittwoch innerhalb von 24 Stunden um mehr als zehn Prozent gestiegen und erreichte auf Binance 71.528 US-Dollar.
Auslöser war eine überraschende Intervention des US-Finanzministeriums am Anleihemarkt, die durch Rekordliquidationen, starke ETF-Käufe und Trumps Treffen mit der Kryptoindustrie zusätzlich verstärkt wurde.
US-Finanzministerium löst Bitcoin-Rally aus
Das US-Finanzministerium verdoppelt die Rückkäufe von Staatsanleihen mit Laufzeiten von zehn bis 30 Jahren von zwei auf mindestens vier Milliarden US-Dollar je Operation. Die höheren Volumina gelten vom 9. September bis zum 4. November. Gleichzeitig überschritt die US-Staatsverschuldung 40 Billionen US-Dollar.
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Zuvor war die Rendite 30-jähriger Treasuries auf 5,34 Prozent und damit den höchsten Stand seit 2007 gestiegen. Nach der Ankündigung fiel sie zeitweise um fast zehn Basispunkte auf 5,188 Prozent. Der renommierte Ökonom Mohamed A. El-Erian erklärte via X:
„Der Anleihemarkt reagierte auf die Nachricht über verstärkte Rückkäufe von Staatsanleihen (Treasuries) mit einem breit angelegten Rückgang der Renditen längerfristiger Papiere. Über die unmittelbare Reaktion hinaus geht es bei diesem Schritt weniger um den Rückkauf an sich – der sowohl absolut als auch im Verhältnis zum Nettoemissionsvolumen gering ausfällt –, sondern vielmehr um die Möglichkeit einer breiteren Anwendung der Steuerung der Zinskurve (Yield Curve Control, YCC).“
Für Bitcoin entsteht durch fallende Renditen und einen schwächeren Dollar ein zunehmend günstiges Makroumfeld. Felix Jauvin von Blockworks erklärte via X:
„Die Signale für eine lockerere Geldpolitik häufen sich. Die Steuerung der makroökonomischen Rahmenbedingungen verlagert sich zunehmend in den Zuständigkeitsbereich des Finanzministeriums. […] Aus diesem Grund gefallen mir Trades, die auf eine Währungsabwertung setzen – wie Gold und Bitcoin – wieder gut.“
Der Markt spiegelte diese Stimmung wider. Gold stieg am Mittwoch ebenfalls zeitweise um mehr als vier Prozent.
Rekord-Short-Squeeze beschleunigt den Bitcoin-Kurs
Die erste Aufwärtsbewegung traf auf einen Markt mit umfangreichen Short-Positionen. Laut CoinGlass wurden bis Donnerstagmorgen innerhalb von 24 Stunden Positionen am gesamten Kryptomarkt im Wert von 2,99 Milliarden US-Dollar liquidiert, davon 2,74 Milliarden US-Dollar auf der Short-Seite.
170.223 Trader waren betroffen; die größte einzelne Liquidation war eine BTC-USD-Position über 48,8 Millionen US-Dollar auf Hyperliquid. Bei Bitcoin allein erreichten die Short-Liquidationen 1,37 Milliarden US-Dollar. K33-Research-Chef Vetle Lunde schrieb:
„Zum ersten Mal wurden an einem Tag Bitcoin-Shorts im Umfang von mehr als einer Milliarde US-Dollar liquidiert; zugleich war es das größte tägliche Short-Liquidationsvolumen aller Zeiten. Binance beschränkt seine Liquidationsdaten allerdings seit April 2021, während Bybit dies zwischen September 2021 und Februar 2025 tat.“
Bitcoin-ETFs erleben starke Zuflüsse
Auch der Spotmarkt lieferte Nachfrage. Galaxy-Research-Chef Alex Thorn meldete für BlackRocks Bitcoin-ETF IBIT den größten Kaufüberhang von Privatanlegern seit zwei Jahren.
today has biggest retail buy skew in IBIT in 2 years pic.twitter.com/agHFiecEOp
— Alex Thorn (@intangiblecoins) August 19, 2026
Nach Handelsschluss bestätigten die ETF-Daten die starke Nachfrage: Die US-Spot-Bitcoin-ETFs verbuchten laut SoSoValue am 19. August Nettozuflüsse von 517 Millionen US-Dollar, den höchsten Tageswert seit Anfang Mai. Auf IBIT entfielen 285 Millionen US-Dollar.
Trump erhöht den regulatorischen Optimismus
Parallel empfing US-Präsident Donald Trump am Mittwoch im Weißen Haus unter anderem Führungskräfte von Coinbase, Robinhood, Kraken, Ripple und Chainlink sowie SEC-Chef Paul Atkins und CFTC-Chef Mike Selig. Trump erklärte:
„Jetzt muss der Kongress den nächsten Schritt gehen und eine faire Fassung des CLARITY Act verabschieden. Es handelt sich um eine sehr starke Marktstrukturgesetzgebung, die uns vor China und allen anderen halten wird.“
Das Treffen beseitigte die Konflikte um den CLARITY Act nicht, verlieh dem Markt aber einen zusätzlichen politischen Impuls. Bemerkenswert war insbesondere Trumps Kommentar, dass er weiterhin für budgetneutrale Bitcoin-Käufe offen sei, weil diese den US-Dollar stützen könnten.













