Der Bitcoin-Kurs hat am Freitag erneut die Marke von 87.000 USD getestet und wurde abgewiesen. Zuletzt stieg Bitcoin am 23.09.2026 auf 87.100 USD, konnte den starken Widerstand jedoch nicht überwinden. Damit scheiterten beide Versuche, wobei der letzte Versuch zu einem starken und schnellen Abverkauf führte.

Über das Wochenende tendierte Bitcoin in einer engen Preisspanne zwischen 84.500 USD und 85.500 USD seitwärts und steht zum Redaktionszeitpunkt bei 85.524,23 USD. Das entspricht einem Kursanstieg von 0,82 % in den letzten 24 Stunden. (Artikel geht nach dem Chart weiter)

Der nächste Impuls entscheidet über die Fortsetzung des Bullenmarktes

Analysten und Trader sind derzeit unsicher, ob Bitcoin über genügend Aufwärtskraft verfügt, um den starken Widerstand bei 87.000 USD zu durchbrechen.

Tipp der Redaktion: Bitcoin und Krypto: Diese Termine werden diese Woche wichtig

Glassnode führt aus, dass ein größeres Verkaufscluster genau an dieser Preismarke sitzt und Bitcoin deswegen am Freitag in weniger als 30 Minuten von 87.000 USD auf 84.200 USD abverkauft wurde. Das folgende Chart zeigt diese Entwicklung im Detail:

Bitcoin-Kurs von Ende 2023 bis Herbst 2026 mit wöchentlich realisierten Gewinnen und Verlusten; trotz jüngstem Kursanstieg auf rund 80.000–85.000 US-Dollar bleibt die Gewinnmitnahme vergleichsweise gering.
Bitcoin: Gewinnmitnahmen bleiben trotz deutlicher Kurserholung verhalten. Die Glassnode-Grafik zeigt den BTC-Preis sowie wöchentlich realisierte Gewinne (grün) und Verluste (rot) von Ende 2023 bis 2026. Quelle: Glassnode, 2026.

Darüber hinaus beschreiben Analysten von QCP Capital, dass im Bereich zwischen 85.000 und 85.500 USD viele Verkäufer sitzen, die bereits zum zweiten Mal Gewinne mitgenommen haben. Dies erklärt die schnelle Korrektur, nachdem Bitcoin diesen Bereich erneut durchbrechen konnte.

Positiv ist zudem, dass Bitcoin die Verkaufsorders zunehmend absorbiert und BTC innerhalb von nur 12 Stunden erneut auf dieses Preisniveau gestiegen ist. Als wichtige Unterstützung gilt die Marke von 82.500 USD, die in der vergangenen Woche dreimal erfolgreich getestet wurde und bislang gehalten hat.

QCP Capital bezeichnet die derzeitige Rallye als nachhaltig, weil sie vor allem von einer gestiegenen Spot-Nachfrage getrieben wird und nicht durch hoch gehebelte Futures-Positionen. Die annualisierte Funding Rate bei Bitcoin-Perpetual-Futures lag zuletzt bei 5,4 %.

Damit unterscheidet sich die heutige Marktstruktur von klassischen überhitzten Rallyes, bei denen stark steigende Funding Rates häufig darauf hindeuten, dass Trader mit immer größeren Hebeln auf weiter steigende Kurse setzen.

Auch aus technischer Sicht befindet sich Bitcoin in einer konstruktiven Ausgangslage. Der 50-Tage-Durchschnitt liegt laut QCP derzeit bei rund 78.200 USD, während der 200-Tage-Durchschnitt bei etwa 71.400 USD verläuft. Beide gleitenden Durchschnitte liegen damit deutlich unterhalb des aktuellen Bitcoin-Kurses.

Das im September entstandene Golden Cross – bei dem der kurzfristigere gleitende Durchschnitt den langfristigen Durchschnitt nach oben durchbricht – bleibt somit weiterhin intakt.

Institutionelle Nachfrage bleibt wichtiger Kurstreiber, hohe US-Renditen sorgen für Gegenwind

Bitcoin-ETFs konnten im September 2,6 Milliarden USD frisches Kapital einsammeln und trugen damit wesentlich zum Kursanstieg bei. Im Oktober verlangsamten sich die Zuflüsse leicht. Am Donnerstag wurden Zuflüsse von 102 Millionen USD und am Freitag von 31,7 Millionen USD verzeichnet.

Bitcoin-ETF-Zu- und Abflüsse von Juli bis Anfang Oktober 2026 mit grünen Balken für tägliche Nettozuflüsse und roten Balken für Nettoabflüsse; zuletzt liegen die Nettozuflüsse bei rund 190 Millionen US-Dollar, während Bitcoin bei etwa 84.300 US-Dollar notiert.
Bitcoin-ETFs verzeichnen zuletzt wieder Nettozuflüsse. Die SoSoValue-Grafik zeigt die täglichen Zu- und Abflüsse, das verwaltete Gesamtvermögen der Bitcoin-ETFs sowie die Entwicklung des Bitcoin-Kurses von Juli bis Anfang Oktober 2026. Quelle: SoSoValue.

Stressoren für Bitcoin kommen zurzeit vor allem aus dem makroökonomischen Umfeld. Die Renditen amerikanischer Staatsanleihen erreichten zwischenzeitlich rund 5,29 %, während die 30-jährige Rendite auf etwa 5,62 % stieg.

Normalerweise stellen steigende Realzinsen einen Belastungsfaktor für risikoreichere Assets wie Bitcoin dar. Dass Bitcoin trotz dieser zusätzlichen Belastung im September deutlich zulegen konnte, wertet QCP als Zeichen relativer Stärke.

Darüber hinaus ist der Konflikt im Nahen Osten zwischen den USA und Israel auf der einen sowie dem Iran auf der anderen Seite weit von einer Lösung entfernt und sorgt weiterhin für steigende Ölpreise. Brent handelt zum Redaktionszeitpunkt bei 101,52 USD und belastet damit den Kryptomarkt zusätzlich.

Steigende Öl- und Energiepreise erhöhen den Inflationsdruck und sorgen bei Anlegern für eine zurückhaltendere Investitionsbereitschaft. Zusätzlicher Druck kommt auch von der amerikanischen Zentralbank. Die Fed hatte zuletzt am 16.09.2026 die Zinsen um 25 Basispunkte auf eine Zielspanne von 3,75 % bis 4,00 % angehoben.

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Laut dem FedWatch Tool liegt die Wahrscheinlichkeit für eine weitere Zinserhöhung jedoch bei nur noch 18 %, da die zuletzt vorgestellten Arbeitsmarktzahlen deutlich positiver ausgefallen sind als erwartet. Dies könnte Bitcoin kurzfristig Entlastung bringen und den Kurs positiv beeinflussen. (Artikel geht nach der Grafik weiter)

CME FedWatch Tool für die Fed-Sitzung am 28. Oktober 2026: 81,7 Prozent Wahrscheinlichkeit für einen unveränderten Leitzins von 3,75 bis 4,00 Prozent und 18,3 Prozent für eine Anhebung auf 4,00 bis 4,25 Prozent.
FedWatch: Märkte rechnen überwiegend mit einer Zinspause. Für die Sitzung am 28. Oktober 2026 liegt die Wahrscheinlichkeit für unveränderte Zinsen bei 81,7 Prozent, während eine Anhebung um 25 Basispunkte mit 18,3 Prozent eingepreist wird. Quelle: CME FedWatch Tool.

Damit entsteht für Bitcoin insgesamt ein schwieriges Umfeld: Einerseits sorgen institutionelle ETF-Zuflüsse weiterhin für eine anhaltende Nachfrage, andererseits begrenzen hohe Ölpreise, Inflationssorgen und steigende Anleiherenditen den Risikoappetit der Anleger.