Ripple Prime hat ein neues Delta-One-Geschäft gestartet und erweitert seine institutionelle Handelsplattform damit um Aktienderivate. Das bereits live geschaltete Angebot ermöglicht Total Return Swaps auf US-gelistete Aktien, Indizes und digitale Vermögenswerte.
Durch die neue Geschäftssparte will Ripple Prime Hedgefonds, Vermögensverwaltern und anderen Finanzinstituten den Zugang zu traditionellen und digitalen Märkten über eine gemeinsame Infrastruktur ermöglichen.
Ripple Prime verbindet Aktien und digitale Vermögenswerte
Bei einem Total Return Swap erhält eine Partei die wirtschaftliche Gesamtperformance eines Basiswerts, ohne diesen direkt besitzen zu müssen. Dazu zählen neben Kursveränderungen auch Erträge wie Dividenden. Im Gegenzug zahlt sie in der Regel eine variable oder feste Finanzierungskomponente.
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Ripple Prime kann seinen institutionellen Kunden damit synthetisches Exposure gegenüber US-Aktien, Indizes und digitalen Vermögenswerten anbieten. Die Produkte sollen an unterschiedliche Anlagezeiträume, Risikovorgaben und Berichtspflichten angepasst werden können.
Das Delta-One-Geschäft ergänzt die bereits bestehenden Dienstleistungen des Prime Brokers in den Bereichen Devisen, Derivate, festverzinsliche Wertpapiere und digitale Vermögenswerte.
Eine Gegenpartei für mehrere Anlageklassen
Ein zentraler Bestandteil des Angebots ist die Zusammenführung mehrerer Anlageklassen unter einer einzigen Gegenparteibeziehung. Kunden sollen ihre Positionen über Ripple Prime abwickeln und Risiken aus unterschiedlichen Märkten innerhalb eines gemeinsamen Margin-Systems verwalten können.
Durch dieses Cross-Margining können gegenläufige Risiken innerhalb eines Portfolios gemeinsam berücksichtigt werden. Abhängig vom Risikomodell kann dadurch weniger Kapital als Sicherheit gebunden werden, als wenn jede Position getrennt besichert werden müsste.
Ripple Prime bewirbt die Infrastruktur als rund um die Uhr verfügbar. Das bedeutet jedoch nicht, dass US-Aktien außerhalb der regulären Handelszeiten durchgehend gehandelt werden können. Die 24/7-Verfügbarkeit bezieht sich vielmehr auf die übergreifende Prime-Brokerage- und Risikoinfrastruktur.
Noel Kimmel, Präsident von Ripple Prime, erklärte:
„Kunden können nun Aktien, Devisen, Derivate, festverzinsliche Wertpapiere und digitale Vermögenswerte über eine einzige Gegenpartei abwickeln.“
Die Nachfrage nach einer anlageklassenübergreifenden und strukturell einheitlichen Plattform sei der wesentliche Grund für die Einführung der neuen Sparte.
Ripple setzt auf ein konfliktfreies Ausführungsmodell
Von etablierten Delta-One-Desks will sich Ripple Prime durch sein Ausführungsmodell unterscheiden. Viele klassische Anbieter betreiben neben dem Kundenhandel auch Market-Making oder Eigenhandel.
Ripple Prime ist nach eigenen Angaben dagegen ausschließlich im Clearing und in der Finanzierung tätig. Das Unternehmen handelt somit nicht mit einem eigenen proprietären Buch gegen seine Kunden. Dadurch sollen mögliche Interessenkonflikte zwischen der Ausführung von Kundenaufträgen und eigenen Handelspositionen reduziert werden.
Ripple Prime verfügt über eine Milliarde US-Dollar regulatorisches Kapital
Ripple Prime gibt sein regulatorisches Nettokapital mit mehr als einer Milliarde US-Dollar an. Damit will sich das Unternehmen als kapitalstarke Gegenpartei im Markt für Aktienderivate positionieren.
Zusätzliche Finanzierung sicherte sich das Unternehmen im August durch eine Privatplatzierung vorrangiger unbesicherter Anleihen im Umfang von 275 Millionen US-Dollar. Die ursprünglich kleiner geplante Platzierung wurde aufgrund der Nachfrage aufgestockt.
Bereits im Mai hatte Ripple Prime eine Kreditfazilität über 200 Millionen US-Dollar von Fonds erhalten, die durch Neuberger Specialty Finance verwaltet werden. Das Kapital soll unter anderem die Finanzierungskapazitäten für institutionelle Kunden erhöhen.
Hidden Road bildet die Grundlage für Ripples Expansion
Die Infrastruktur hinter Ripple Prime stammt im Wesentlichen von Hidden Road. Ripple hatte den globalen Prime Broker 2025 für 1,25 Milliarden US-Dollar übernommen und anschließend in Ripple Prime umbenannt.
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Zum Zeitpunkt der Ankündigung wickelte Hidden Road nach Angaben von Ripple jährlich Transaktionen im Umfang von rund drei Billionen US-Dollar ab und betreute mehr als 300 institutionelle Kunden. Das Unternehmen war bereits in den Bereichen Devisen, digitale Vermögenswerte, Derivate, Swaps und festverzinsliche Wertpapiere aktiv.
Der Start des Delta-One-Geschäfts baut daher auf einer bestehenden Prime-Brokerage-, Clearing- und Finanzierungsinfrastruktur auf. Ripple erweitert diese nun gezielt um ein größeres Angebot im Aktienmarkt.
Keine direkte neue Rolle für XRP angekündigt
Für XRP ist die Ankündigung zunächst nur indirekt relevant. Ripple nennt in den Produktdetails weder XRP noch den Stablecoin RLUSD oder den XRP Ledger als technische Grundlage für die neuen Total Return Swaps.
RLUSD wird bereits in anderen Bereichen von Ripple Prime als Sicherheit eingesetzt. Zudem hatte Ripple bei der Übernahme von Hidden Road angekündigt, Teile der nachgelagerten Handelsabwicklung auf den XRP Ledger zu verlagern. Aus der aktuellen Mitteilung geht jedoch nicht hervor, dass die neuen Aktienderivate über den XRP Ledger abgewickelt oder mit XRP besichert werden.
Der Delta-One-Start ist daher vor allem ein Ausbau von Ripples institutionellem Finanzgeschäft. Ein unmittelbarer Effekt auf die Nachfrage nach XRP lässt sich aus der Ankündigung nicht ableiten.













