Project Eleven und Binius-Entwickler Jim Posen haben einen Zero-Knowledge-Prototyp vorgestellt, mit dem sich der Besitz einer Bitcoin-Wallet selbst in der Quantencomputer-Ära nachweisen lässt. Die Lösung könnte damit eine zentrale technische Lücke von Migrationsplänen wie BIP-361 schließen.
Bitcoin-Signaturen werden ihre Beweiskraft verlieren
Nach dem sogenannten Q-Day könnten Quantencomputer private Schlüssel aus öffentlich bekannten Schlüsseln ableiten und die BTC auf eine neue Adresse senden. Eine Signatur würde dann nicht mehr belegen, dass eine Transaktion tatsächlich vom ursprünglichen Eigentümer autorisiert wurde. Project Eleven erklärt:
„Nach dem Q-Day liefern diese alten privaten Schlüssel keinen sinnvollen Eigentumsnachweis mehr. Kann ein Quantencomputer den privaten Schlüssel aus dem öffentlichen Schlüssel ableiten, können sowohl der legitime Besitzer als auch der Angreifer eine gültige Signatur erzeugen. Die Blockchain kann beide nicht voneinander unterscheiden.“
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Der Prototyp setzt deshalb beim Ableitungspfad der Wallet an. Nutzer sollen per Zero-Knowledge-Proof nachweisen können, dass ihnen die Wallet gehört. Conor Deegan von Project Eleven schrieb via X:
„Anstatt eine Nachricht zu signieren, um zu beweisen, dass eine Adresse dir gehört, weist du nach, wie sie abgeleitet wurde. Signaturen überstehen Quantencomputer nicht, Hashes dagegen schon – und bei der Schlüsselableitung dreht sich alles um Hashes.“
Der Proof wird zusätzlich an eine bestimmte Nachricht gebunden und kann damit die Migration zu einer quantensicheren Adresse autorisieren. Dabei ist der Prototyp deutlich schneller als bisherige Prototypen.
Auf einem MacBook Air mit M5-Prozessor dauerte die Proof-Erstellung mit vier CPU-Kernen 243 Millisekunden. Die Verifizierung benötigte 40 Millisekunden. Eine GPU oder ein Trusted Setup waren nicht erforderlich.
Die gesamte Ausführung dauerte 910 Millisekunden. Die vergleichbare frühere Implementierung von Lightning-Entwickler Olaoluwa Osuntokun auf Basis der RISC Zero zkVM benötigte nach Angaben von Project Eleven 14,6 Sekunden samt GPU-Beschleunigung.
Der neue Binius64-Proof ist 358 KiB groß und beanspruchte beim Erstellen maximal 2,1 GB Arbeitsspeicher. Abhängig von der Vergleichsmethode sei das Verfahren 16- bis 60-mal schneller als die bisherige Umsetzung.
Warum dies für BIP-361 entscheidend sein könnte
Der Prototyp unterstützt derzeit P2PKH, P2WPKH und P2SH-P2WPKH. Taproot-Adressen und ein direkt im Seed verankerter Nachweis stehen noch auf der Entwicklungsagenda.
Damit ließen sich nach dem Q-Day legitime Besitzer von einem Quantencomputer unterscheiden. Gerade für BIP-361 wäre das entscheidend: Eingefrorene Coins könnten dadurch auch im Nachhinein auf quantensichere Adressen übertragen werden.
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BIP-361 wurde am 14. April 2026 im offiziellen Bitcoin-BIP-Repository veröffentlicht. Der von Jameson Lopp, Christian Papathanasiou und anderen Entwicklern verfasste Entwurf sieht eine schrittweise Abkehr von ECDSA- und Schnorr-Signaturen vor: Zunächst sollen keine BTC mehr an quantenanfällige Adressen gesendet werden können, später würden nicht migrierte Bestände eingefroren.
Umstritten ist der Vorschlag, weil dadurch Millionen BTC in alten oder verlorenen Wallets gesperrt werden könnten. Kritiker sehen darin einen Eingriff in Eigentumsrechte und Bitcoins Unveränderlichkeit, während die Autoren eine spätere Plünderung dieser Coins durch Quantenangreifer verhindern wollen.
Zum Redaktionszeitpunkt handelte Bitcoin bei 64.294 US-Dollar und verzeichnet ein leichtes Minus von 0,38 US-Dollar innerhalb der letzten 24 Stunden. Die Marktkapitalisierung lag bei 1,28 Billionen USD.








