Der Bitcoin-Kurs ist am Montag zeitweise über 87.000 US-Dollar gestiegen und hat damit den höchsten Stand seit Januar erreicht. ETF-Zuflüsse, die Rückeroberung wichtiger Trendlinien und ein massiver Short-Squeeze haben den Ausbruch angetrieben. (Nach dem Chart geht es weiter)
Short-Liquidationen beschleunigen den Bitcoin-Kurs
Die Aufwärtsbewegung traf zwischen 82.000 und 86.000 US-Dollar auf eine über Monate aufgebaute Konzentration gehebelter Short-Positionen. Nach Daten von Coinglass wurden binnen 24 Stunden rund 1,06 Milliarden US-Dollar an Krypto-Shorts liquidiert. Allein auf Bitcoin entfielen mehr als 558 Millionen US-Dollar.
Glassnode beschreibt die dadurch ausgelöste Dynamik als erwartbare Kettenreaktion:
„Bitcoin hat wie erwartet durch die Mauer der Short-Liquidationen beschleunigt. Zwischen 82.000 und 86.000 US-Dollar hatten sich über Monate Short-Positionen angesammelt, während die Ablehnung an diesem Bereich nur schwach ausfiel. Nun dienen diese Shorts als Treibstoff, weil die Händler Bitcoin zurückkaufen müssen.“
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Der Anstieg beruht jedoch nicht ausschließlich auf der Bereinigung des Derivatemarktes. Laut SoSoValue verbuchten die US-Spot-Bitcoin-ETFs am Montag Nettozuflüsse von rund 998,95 Millionen US-Dollar. Das ist der höchste Tageswert, den die Fonds seit dem 6. Oktober 2025 erzielt haben.
Ist der Bitcoin-Bärenmarkt beendet?
Aus technischer Sicht hat sich das Bild deutlich aufgehellt. Bitcoin stieg über den entscheidenden Widerstand bei rund 83.000 US-Dollar. Dort liegt auch der gleitende 365-Tage-Durchschnitt. CryptoQuant-Gründer Ki Young Ju schreibt via X:
„Bitcoin hat den 365-Tage-Durchschnitt bei 83.000 US-Dollar zurückerobert und notiert über 84.000 US-Dollar. Das ist die Linie, die alle als Signal für das Ende des Bärenmarktes beobachtet haben. Wenn sie hält, könnten Momentum-Trader und Institutionen aus Angst, den Anstieg zu verpassen, in den Markt drängen.“
Auch die On-Chain-Kostenbasis spricht laut Glassnode wieder für ein bullisches Regime:
„Bitcoin befindet sich nach verschiedenen Kostenbasismodellen und über mehrere Zeithorizonte hinweg weiterhin in einem bullischen Regime. Der Kurs notiert sowohl über dem True Market Mean als auch über der Kostenbasis kurzfristiger Halter. Das Halten dieser Niveaus definiert historisch einen nachhaltigen Aufwärtstrend.“

Der True Market Mean liegt bei rund 76.746 US-Dollar, die realisierte Kostenbasis der Short-Term Holder bei 71.763 US-Dollar. Beide Marken bilden damit eine breite Absicherungszone unterhalb des aktuellen Kurses.
Bis 100.000 US-Dollar fehlen rund 17 Prozent
Vom aktuellen Kursniveau bei etwa 85.400 US-Dollar müsste Bitcoin rund 17 Prozent steigen, um 100.000 US-Dollar zu erreichen. Zuvor liegen die wichtigsten Widerstände bei rund 86.700 sowie zwischen 93.000 und 94.000 US-Dollar.
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Der auf X bekannte Analyst Rekt Capital mahnt deshalb zur Bestätigung. Erst nach einem Wochenschluss über 80.000 US-Dollar könne über die nächsten Kursziele gesprochen werden:
„Bitcoin versucht derzeit, aus der Spanne zwischen ungefähr 60.000 und 80.000 US-Dollar auszubrechen. Technisch betrachtet schloss die Wochenkerze noch innerhalb des Widerstandsbereichs am oberen Ende der Spanne. Bei einem künftigen Rücksetzer müsste Bitcoin diesen Bereich in Unterstützung verwandeln, um den Ausbruch vollständig zu bestätigen.“

Die Rallye hat die Erwartungen auf Polymarket angehoben, dass der BTC-Kurs bis Ende 2026 wieder die Marke von 100.000 US-Dollar erreichen könnte. Auf Polymarket liegt die Wahrscheinlichkeit, dass Bitcoin noch im September 100.000 US-Dollar erreicht, aber immer noch bei nur 4 Prozent; für einen Anstieg bis zum Jahresende taxiert Polymarket die Chance auf rund 44 Prozent.
Der Ausbruch über die langfristigen Trendlinien stärkt damit die These eines bestätigten Bodens. Für 100.000 US-Dollar noch im September wären allerdings ein erneuter massiver Short-Squeeze, weiterhin starke Spot-Nachfrage und ein schneller Durchbruch durch die Zone bis 94.000 US-Dollar erforderlich.












