- Vitalik Buterin sagt, er habe im vergangenen Jahr auf Polymarket mit rund 440.000 US-Dollar Einsatz etwa 70.000 US-Dollar Gewinn gemacht.
- Seine Strategie nennt er „anti-insanity mode“: Er wettet gezielt gegen Märkte, die seiner Ansicht nach von irrationaler Euphorie getrieben sind.
Vitalik Buterin hat eine ungewöhnlich konkrete Zahl aus seinem privaten Trading-Alltag geteilt. Der Ethereum-Mitgründer sagte, er habe im vergangenen Jahr auf dem Prediction-Markt Polymarket mit einem Einsatz von etwa 440.000 US-Dollar rund 70.000 US-Dollar Gewinn erzielt. Die Beschreibung seiner Methode klingt dabei weniger nach „Alpha“ und mehr nach Psychologie.
„Anti-insanity mode“: gegen irrationalen Überschwang wetten
Buterin nennt seine Vorgehensweise „anti-insanity mode“. Gemeint ist: Er sucht Märkte, die von einer Art Hype-Fieber erfasst sind, und setzt darauf, dass das offensichtlich Überdrehte am Ende nicht eintritt. Seine Formulierung lässt sich so übersetzen: Wetten darauf, dass „crazy things“ eben nicht passieren.
Das ist kein komplizierter quantitativer Ansatz. Es ist eher ein Disziplin-Trade. Prediction Markets neigen dazu, bei bestimmten Themen extreme Preise zu bilden, wenn Social Media, politische Aufregung oder Meme-Dynamiken hineinspielen.
In solchen Phasen wird aus Wahrscheinlichkeit schnell Narrative-Preis. Buterins Strategie ist dann, diese Übertreibung zu verkaufen, mit der Annahme, dass die Welt meistens weniger spektakulär ist als das Internet.
Was der Trade über Prediction Markets sagt
Interessant ist weniger die Rendite als das Signal. 70.000 Dollar Gewinn auf 440.000 Dollar Kapital entspricht grob einer mittleren zweistelligen Jahresperformance, ohne dass hier die konkreten Märkte offengelegt sind. Das passt zu einer Strategie, die eher auf viele kleine, wahrscheinlichkeitsbasierte Wetten setzt als auf einzelne „Moonshots“.
Für Polymarket ist das zugleich Werbung und Warnung. Werbung, weil ein prominenter Builder das Produkt nutzt. Warnung, weil es zeigt, wie sehr Preise von irrationalen Wellen beeinflusst werden können. Prediction Markets sind ein Informationsaggregator, aber sie sind auch ein Stimmungsaggregator. Und Stimmung kann falsch sein.
Buterins „anti-insanity“-Ansatz ist damit fast eine Meta-Wette: nicht auf Ereignisse, sondern auf die Rückkehr zur Normalität. In einem Krypto-Jahr, in dem Prediction Markets immer mehr Aufmerksamkeit bekommen, wirkt das wie ein nüchterner Kompass. Nicht, weil es garantiert funktioniert, sondern weil es die zentrale Frage benennt: Handelt der Markt gerade Information oder gerade Aufregung.






