• Circle hat in einer Arc-Token-Vorverkaufsrunde 222 Millionen Dollar bei einer vollständig verwässerten Bewertung von 3 Milliarden Dollar eingesammelt.
  • Der USDC-Emittent meldete im ersten Quartal 2026 einen Anstieg von Umsatz und Reserveerträgen um 20 Prozent auf 694 Millionen Dollar.

Circle baut seine Rolle im Stablecoin-Markt weiter aus, und zwar nicht nur über USDC. Das Unternehmen hat für Arc, seine neue institutionelle Layer-1-Blockchain, 222 Millionen Dollar eingesammelt. Beteiligt waren unter anderem a16z crypto, BlackRock und weitere Investoren.

Arc soll Circles Infrastrukturgeschäft erweitern

Die Token-Vorverkaufsrunde bewertet Arc auf vollständig verwässerter Basis mit 3 Milliarden Dollar. Für Circle ist das ein ungewöhnlich direkter Schritt in Richtung eigener Blockchain-Infrastruktur.

Das Unternehmen ist vor allem als Emittent von USDC bekannt, will mit Arc aber offenbar stärker an der technischen Abwicklung institutioneller Stablecoin– und Zahlungsströme verdienen.

Das ist strategisch nicht nebensächlich. Stablecoin-Emittenten verdienen traditionell an Umlauf, Reserven und Verteilung. Wer aber auch die technische Schicht kontrolliert, kann näher an Settlement, Gebühren, Compliance-Funktionen und institutionellen Integrationen heranrücken. Circle würde damit nicht nur den digitalen Dollar bereitstellen, sondern auch einen Teil der Schienen, über die dieser Dollar bewegt wird.

Bemerkenswert ist auch die Kapitalmarktseite. Circle ist laut der Mitteilung das erste börsennotierte Unternehmen, das einen Token-Presale durchführt. Das wird genau beobachtet werden, weil börsennotierte Firmen bei Token-Strukturen unter einem anderen Licht stehen als private Krypto-Projekte.

Bewertung, Offenlegung, Token-Rechte, Governance und spätere Nutzung müssen für den Markt nachvollziehbar bleiben. Sonst wird aus Infrastruktur schnell ein regulatorisches Fragezeichen.

Arc wird als institutionelle Layer-1 positioniert. Das deutet darauf hin, dass Circle nicht einfach eine weitere allgemeine Smart-Contract-Chain bauen will. Eher geht es um eine Umgebung für regulierte Finanzanwendungen, Stablecoin-Abwicklung, Treasury-Prozesse und möglicherweise tokenisierte Vermögenswerte.

Genau in diesem Bereich steigt die Nachfrage, weil Banken, Asset Manager und Zahlungsdienstleister zwar On-Chain-Abwicklung testen, aber nicht jede öffentliche Blockchain als passenden Ort für ihre Prozesse ansehen.

USDC-Wachstum stützt das Kerngeschäft

Die Arc-Ankündigung kam zusammen mit den Zahlen für das erste Quartal 2026. Circle meldete Gesamtumsatz und Reserveerträge von 694 Millionen Dollar, ein Plus von 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr. USDC im Umlauf stieg zum Quartalsende um 28 Prozent auf 77 Milliarden Dollar.

Das ist für Circle zentral. Ein größerer USDC-Umlauf bedeutet mehr Relevanz im Zahlungs- und DeFi-Markt, aber auch mehr Reserven, aus denen das Unternehmen Erträge erzielen kann. Gerade in einem höheren Zinsumfeld bleiben diese Reserveerträge ein wichtiger Teil des Geschäftsmodells.

Gleichzeitig ist genau diese Abhängigkeit ein sensibles Thema. Fallen Zinsen deutlich oder verschärfen Regulierer die Vorgaben für Stablecoin-Reserven, verändert sich die Ertragsbasis.

Arc erweitert diese Logik. Circle verdient nicht mehr nur an Ausgabe, Umlauf und Reserveerträgen von USDC, sondern versucht, auch die darunterliegende Infrastruktur stärker zu kontrollieren.