• Coinbase-CEO Brian Armstrong bezeichnete Prognosemärkte als zentrale neue Infrastruktur und stellte provokant die Frage, ob Insiderhandel dort nicht sogar erwünscht sein könnte, um bessere Informationen zu generieren.
  • BlackRock-Chef Larry Fink reagierte zurückhaltend und betonte, er denke in 30-Jahres-Zyklen und weniger darüber nach, „was als Nächstes passiert“, womit er eine klare Distanz zu kurzfristig orientierten Signalmärkten andeutete.

Beim DealBook Summit prallten zwei sehr unterschiedliche Sichtweisen auf die Zukunft von Prognosemärkten aufeinander.

Brian Armstrong, CEO von Coinbase, nannte Prediction Markets ein „Schlüsselfeld“ der nächsten Jahre. Für 99 % der Menschen seien sie eine Alternative zu traditionellen Medien, um Erwartungen über Wahlen, Zinsschritte oder politische Entscheidungen abzulesen.

Solche Märkte könnten Politikern und Regulierern als zusätzliche Datenquelle dienen – als eine Art aggregiertes Stimmungsbarometer des Marktes.

Um diese „Signale“ so präzise wie möglich zu machen, ging Armstrong gedanklich einen Schritt weiter: In einem idealen Informationsmarkt wolle man vielleicht sogar, dass Akteure mit Insiderwissen ihre Überzeugungen über Einsätze preisgeben.

Gleichzeitig räumte er ein, dass hier eine Balance zu Fragen der Fairness und zu bestehenden Wertpapiergesetzen gefunden werden müsse.

Fink setzt auf Langfristperspektive statt Event-Wetten

Larry Fink, CEO von BlackRock, begegnete der Diskussion deutlich nüchterner. Er erkenne zwar das Innovationspotenzial solcher Märkte, sein Fokus liege jedoch auf langfristigen ökonomischen Zyklen über 30 Jahre, nicht auf kurzfristigen Ereignissen.

Damit deutete Fink an, dass Prognosemärkte aus Sicht eines globalen Asset-Managers zwar interessante Experimente sein mögen, aber nicht zwingend zentral für langfristige Kapitalallokation.

Für die Krypto-Branche bleibt die Debatte spannend: Wenn Prediction Markets reguliert und skaliert werden, könnten sie zu einem wichtigen Anwendungsfall onchain werden – die Frage, wie weit sie mit Insiderwissen gefüttert werden dürfen, ist allerdings weit davon entfernt, geklärt zu sein.