- Coinbase hat mit „Coinbase Predict“ eine Prognoseplattform gestartet, auf der Nutzer auf Ereignisse aus Sport, Politik, Krypto und Kultur handeln können.
- Der Start erfolgt vor dem Hintergrund einer früheren Zivilklage der Glücksspielaufsicht in Nevada wegen mutmaßlich unlizenzierten Sportwetten.
Coinbase erweitert sein Produktuniversum um eine eigene Prediction-Plattform. Unter dem Namen „Coinbase Predict“ können Nutzer auf reale Ereignisse setzen – von Sportresultaten über politische Entscheidungen bis hin zu Kursentwicklungen im Kryptomarkt und kulturellen Themen.
Bemerkenswert ist weniger die Produktform als die Abdeckung. Predict soll in allen 50 US-Bundesstaaten zugänglich sein. Damit rückt Coinbase näher an Anbieter, die schon länger mit Prognosemärkten experimentieren, versucht das Ganze aber in die eigene Marken- und Compliance-Logik einzupassen. Für Nutzer wirkt es wie eine Mischung aus Derivate-Ticket und Wettmarkt, technisch eingebettet in die bestehende Infrastruktur der Börse.
Die Struktur solcher Märkte variiert. Mal werden binäre Kontrakte gehandelt, mal Preisbänder. In allen Fällen geht es darum, eine Wahrscheinlichkeitsverteilung in Marktpreise zu übersetzen. Wer richtig liegt, verdient, wer falsch liegt, verliert den Einsatz oder einen Teil davon.
Zivilklage aus Nevada als regulatorischer Kontext
Der Launch steht nicht im luftleeren Raum. Die Glücksspielaufsicht des Bundesstaats Nevada hatte zuvor eine Zivilklage gegen Coinbase eingereicht. Der Vorwurf: Das Unternehmen habe Sportwetten-Verträge im Bundesstaat angeboten, ohne über die nötige Lizenz zu verfügen.
Damit schwingt beim Start von Coinbase Predict die Frage mit, wie das Angebot regulatorisch eingeordnet wird. Ob es als klassischer Wettmarkt, als derivatähnliches Produkt oder als etwas dazwischen behandelt wird, entscheidet am Ende die Aufsicht – und beeinflusst, wie schnell Coinbase neue Märkte aufschalten oder das Modell anpassen muss.
Für die Nutzer ist vorerst nur eines klar sichtbar: Prognosen über reale Ereignisse werden für sie zu einem weiteren handelbaren „Asset-Typ“ im Coinbase-Ökosystem, eingebettet in eine Debatte, die längst über reine Krypto-Regulierung hinausgeht.






