- Core Scientific hat im Januar nach eigenen Angaben gut 1.900 Bitcoin für rund 175 Millionen Dollar verkauft und hält nun weniger als 1.000 BTC.
- Der Schritt fällt in eine Phase, in der das Unternehmen sein Geschäft spürbar von Bitcoin-Mining auf KI- und HPC-Colocation verlagert.
Core Scientific zieht Kapital aus seiner Bitcoin-Reserve und macht damit ziemlich offen, wohin die Reise geht.
Der Konzern hat im Januar etwas mehr als 1.900 BTC veräußert, der Erlös lag laut den jüngsten Unternehmensangaben und den Aussagen aus dem Earnings Call bei rund 175 Millionen US-Dollar. Der durchschnittliche Verkaufspreis lag bei etwa 92.100 Dollar je Bitcoin.
Bitcoin dient plötzlich stärker als Finanzierungspuffer
Noch zum Jahresende 2025 hielt Core Scientific 2.537 BTC, die das Unternehmen in seiner Ergebnisveröffentlichung mit rund 222 Millionen Dollar bewertete. Nach dem Verkauf liegt der Bestand nun unter 1.000 Bitcoin. Das ist ein deutlicher Schnitt, auch wenn das Management den Schritt ausdrücklich als opportunistisch beschreibt und sich künftige Verkäufe offenhält.
Wichtig ist dabei der Kontext. Core Scientific braucht in dieser Phase Liquidität, nicht nur Reserven auf dem Papier. Das Unternehmen meldete zum Jahresende 2025 eine Gesamtliquidität von 533,4 Millionen Dollar, bestehend aus 311,4 Millionen Dollar Cash und 222 Millionen Dollar in Bitcoin. Der BTC-Verkauf stärkt diesen Spielraum weiter.
Der eigentliche Fokus liegt nicht mehr im Mining
In der aktuellen Kommunikation klingt das Mining-Geschäft inzwischen fast wie ein Restbestand. Core Scientific bezeichnet sich selbst als Anbieter digitaler Infrastruktur für High-Density-Colocation und erklärt, dass ein Großteil der bestehenden Standorte auf KI-bezogene Workloads und Colocation der nächsten Generation umgestellt wird. Bereits heute verweist das Unternehmen auf einen Ausbaupfad von bis zu 1,5 Gigawatt vermietbarer Kapazität.
Auch operativ zeigt sich die Verschiebung. Im vierten Quartal 2025 lag der Umsatz aus Colocation bei 31,3 Millionen Dollar, deutlich über dem Vorjahreswert, während der Self-Mining-Umsatz klar zurückging. An der Börse kam das nur begrenzt gut an. Die Aktie stand zuletzt bei 16,49 Dollar und damit im Minus, während der Markt den Umbau weiter gegen schwächere Quartalszahlen abwägt.







