- Crypto.com teilt mit, vom US-Bankenaufseher OCC eine bedingte Zulassung erhalten zu haben, als Schritt in Richtung föderal regulierte Bankstruktur.
- Laut Unternehmen soll die Genehmigung Custody und Staking-Dienste unter einem bundesweiten Rahmen ermöglichen und institutionelle Anforderungen an einen „qualified custodian“ adressieren.
Crypto.com versucht, den Sprung vom Handelsplatz zur regulierten Infrastruktur zu schaffen. Am Montag erklärte die Börse, sie habe vom Office of the Comptroller of the Currency (OCC) eine bedingte Genehmigung erhalten. Ziel ist eine föderal beaufsichtigte Bankanbindung, die sich von klassischen State-by-State-Konstruktionen absetzt.
Custody und Staking unter Bundesaufsicht als Kernversprechen
Nach Angaben von Crypto.com erlaubt die bedingte Zulassung, digitale Asset-Verwahrung und Staking-Services in einem föderalen Rahmen anzubieten. „Conditional approval“ bedeutet in der Praxis allerdings nicht: fertig. Es ist eher ein Signal, dass die Aufsicht grundsätzlich bereit ist, den Antrag weiterzuführen, während Auflagen und Prüfpfade abgearbeitet werden.
Für den Markt ist das relevant, weil Custody in den USA nicht nur eine technische Frage ist. Institutionelle Anleger hängen an Definitionen, Prüfprotokollen, Haftungsketten und an der Frage, ob ein Anbieter als qualifizierter Verwahrer gilt. Eine OCC-nahe Struktur kann hier, je nach Ausgestaltung, als stabileres Fundament wirken als ein Set aus Partnerbanken und Lizenz-Workarounds.
Marszalek wirbt mit „one-stop-shop“-Custodian-Anspruch
CEO Kris Marszalek bezeichnet die Genehmigung als Beleg für Compliance-Fokus und für den Anspruch, sichere Dienstleistungen zu liefern. Er betont zugleich die Zielgruppe: „leading institutions“ und deren Bedarf an einem „one-stop-shop qualified custodian“ unter einem „Goldstandard“ der Bundesaufsicht.
Das ist eine klare Positionierung, weil sie Crypto.com aus der reinen Exchange-Rolle herauszieht. Wenn Verwahrung und Staking tatsächlich unter dem angekündigten Rahmen angeboten werden können, rückt das Unternehmen näher an das Segment, in dem Verwahrer, Prime Broker und Infrastruktur-Anbieter um Mandate konkurrieren. Die entscheidenden Details folgen später: Welche Assets, welche Staking-Modelle, welche Trennung von Kundenvermögen, welche Berichts- und Prüfpflichten.






