- Drei Männer wurden in den USA wegen einer mutmaßlichen Krypto-Raubserie in Kalifornien angeklagt.
- Die Täter sollen sich als Lieferboten ausgegeben und Opfer mit Waffen zur Übertragung von Bitcoin und Ethereum gezwungen haben.
US-Ermittler gehen gegen eine mutmaßliche Serie physischer Krypto-Raubüberfälle in Kalifornien vor. Angeklagt sind Elijah Armstrong, Nino Chindavanh und Jayden Rucker. Ihnen wird vorgeworfen, gezielt Opfer mit hohen Krypto-Beständen ausgespäht und in deren Wohnungen überfallen zu haben.
Als Lieferboten getarnt, dann Gewalt und Erpressung
Nach Darstellung der Bundesstaatsanwaltschaft reisten die drei Männer aus Tennessee nach Kalifornien und gaben sich als Lieferpersonen aus, um Zugang zu Wohnungen in San Francisco, San Jose, Sunnyvale und Los Angeles zu erhalten. Dort sollen sie ihre Opfer mit Schusswaffen bedroht, mit Klebeband und Kabelbindern gefesselt und zur Herausgabe von Zugangsdaten für Krypto-Konten gezwungen haben.
Solche Fälle werden in der Branche oft als „Wrench Attacks“ bezeichnet. Gemeint ist kein technischer Hack, sondern rohe Gewalt gegen Menschen, die digitale Vermögenswerte besitzen. Genau das macht diese Angriffe so schwer zu verhindern. Eine Wallet kann technisch sicher sein. Wenn ein Täter aber den Besitzer direkt bedroht, verschiebt sich das Risiko von der Blockchain in die reale Welt.
In einem Vorfall im November soll ein Opfer in San Francisco, das ein Paket erwartete, von einem Räuber mit einer weißen Box an seinem Haus im Stadtteil Mission Dolores angesprochen worden sein. Laut Anklage wurde das Opfer gefesselt, mit einer Pistole geschlagen und bedroht. Anschließend soll es gezwungen worden sein, 10 Millionen Dollar in Bitcoin und 3 Millionen Dollar in Ethereum zu übertragen.
Millionenschäden zeigen neue Sicherheitsrealität
Ein weiterer Fall betrifft einen Raub von 6,5 Millionen Dollar in Kryptowährungen unter Waffengewalt. Armstrong und Rucker wurden am 31. Dezember 2025 in Los Angeles festgenommen. Chindavanh wurde bereits am 22. Dezember 2025 in Sunnyvale verhaftet.
Die Vorwürfe sind schwerwiegend. Die möglichen Höchststrafen reichen von 20 Jahren für Raub- und versuchte Entführungsdelikte bis zu lebenslanger Haft für Verschwörung zur Entführung. Zusätzlich drohen Geldstrafen von jeweils 250.000 Dollar pro Anklagepunkt wegen Verschwörung zum Hobbs-Act-Raub und Verschwörung zur Entführung.
Der Fall zeigt eine unangenehme Entwicklung im Krypto-Markt. Je größer private Bestände werden, desto stärker rücken nicht nur Phishing, Malware und Börsenrisiken in den Fokus, sondern auch physische Sicherheit. Für größere Halter geht es längst nicht mehr nur um Seed-Phrases und Hardware-Wallets, sondern auch um Diskretion, Standortschutz und die Frage, wer überhaupt von den eigenen Beständen weiß.







