• US-Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten zwischen dem 5. und 9. Januar netto 681 Mio. US-Dollar Abflüsse, während auch Spot-Ether-ETFs leicht negativ blieben.
  • Solana- und XRP-Spot-ETFs standen im gleichen Zeitraum im Plus, mit Nettozuflüssen von 41,08 Mio. bzw. 38,07 Mio. US-Dollar.

Die ETF-Flows Anfang Januar zeigen wieder, wie schnell der Markt von „Risk-on“ zu „Rebalancing“ wechselt. Zwischen dem 5. und 9. Januar (ET) meldeten US-Spot-Bitcoin-ETFs netto 681 Mio. US-Dollar Abflüsse.

Spot-Ethereum-ETFs lagen im gleichen Fenster ebenfalls im Minus, wenn auch deutlich kleiner, mit 68,57 Mio. US-Dollar Nettoabfluss. Auffällig ist der Kontrast bei den kleineren Segmenten: Solana-Spot-ETFs verzeichneten 41,08 Mio. US-Dollar Zufluss, XRP-Spot-ETFs 38,07 Mio. US-Dollar.

Bitcoin-ETFs geben ab, der Abfluss wirkt wie Gewinnmitnahme

Ein Wochenminus bei Bitcoin-ETFs ist nicht automatisch eine Abkehr von BTC. Gerade nach einem starken Lauf rund um den Jahreswechsel sind Abflüsse oft das Ergebnis von Profit-Taking, taktischem De-Risking oder schlicht Bilanzlogik. Institutionelle Käufer nutzen ETFs gerne als schnellen Hebel für Exposure, was heißt: rein und raus ist Teil des Produkts, nicht ein Ausnahmezustand.

Dass Ether ebenfalls netto abgibt, passt zu diesem Muster. ETH wird in vielen Portfolios eher als Satellit geführt. Wenn Risiko reduziert wird, trifft es häufig zuerst die Positionen, die nicht als „Basis-Exposure“ gelten. Die Größenordnung der Abflüsse ist hier allerdings deutlich kleiner als bei Bitcoin.

Solana und XRP im Plus: Rotation statt kompletter Risikoabbau

Die Zuflüsse bei SOL und XRP sind in absoluten Zahlen klein, aber im Kontext interessant. Wenn Bitcoin und Ether gleichzeitig Abflüsse sehen, während SOL und XRP netto Geld anziehen, deutet das eher auf Rotation als auf einen generellen Risk-off-Schock hin. Manche Investoren scheinen Bitcoin-Exposure zu reduzieren und zugleich gezielt in Themen zu gehen, die im aktuellen Zyklus als „höheres Beta“ gelten.

Für den Markt ist das ein Hinweis auf selektive Positionierung. Die großen ETFs liefern die Grobrichtung, aber die Flows in kleineren Produkten zeigen oft, wo Momentum-Trader oder thematische Käufer gerade arbeiten. Ob sich das fortsetzt, entscheidet sich in den nächsten Wochen, wenn Makro-Daten, regulatorische Schlagzeilen und die Liquidität nach dem Jahresstart wieder normaler werden.