• Senatorin Cynthia Lummis kritisiert einen gemeldeten Verkauf von Bitcoin im Wert von 6,3 Mio. US-Dollar durch die US-Regierung, obwohl beschlagnahmte Bestände laut präsidialer Anordnung in eine Strategic Bitcoin Reserve fließen sollen.
  • Lummis warnt vor einem strategischen Fehler, falls die USA Assets abgeben, während andere Staaten Bitcoin aufbauen.

Senatorin Cynthia Lummis stellt die US-Strategie bei Bitcoin öffentlich infrage. Anlass ist ein gemeldeter Verkauf von Bitcoin im Wert von 6,3 Millionen US-Dollar durch die US-Regierung, obwohl eine präsidiale Anordnung vorsieht, dass beschlagnahmte Bestände in eine Strategic Bitcoin Reserve überführt werden sollen.

Lummis bezeichnete den Vorgang als problematisch und warnte vor einem falschen Signal. Die USA könnten es sich nicht leisten, „strategische Assets zu vergeuden“, während andere Länder Bitcoin akkumulierten, erklärte sie. Sie sei „zutiefst besorgt“ über den Bericht.

Konflikt zwischen Anordnung und operativer Praxis

Im Kern geht es um die Frage, wer innerhalb der US-Behörden tatsächlich die Hand am Hebel hat. Eine politische Leitlinie kann existieren, aber der operative Vollzug läuft über Behördenprozesse, Zuständigkeiten, Fristen und teils auch alte Routinen.

Gerade bei beschlagnahmten Vermögenswerten ist die Praxis historisch oft simpel gewesen: verwerten, erlösen, weiterreichen. Bitcoin passt in dieses Schema nur begrenzt, wenn man ihn plötzlich als Reserve-Asset definieren will.

Sollte der Verkauf tatsächlich in einem Umfeld erfolgt sein, in dem Bestände eigentlich reserviert werden sollten, wirft das zwei Fragen auf. Erstens: Ist die interne Abstimmung zwischen Justiz, Treasury und weiteren Stellen sauber geklärt. Zweitens: Welche Mechanik gilt künftig, wenn größere Summen aus Ermittlungen anfallen.

Markt-Signal und geopolitische Erzählung

Für den Markt ist die Zahl selbst, 6,3 Millionen US-Dollar, überschaubar. Der kommunikative Effekt ist größer. Eine Strategic Bitcoin Reserve ist am Ende auch ein Narrativ über Knappheit, langfristige Haltung und staatliche Prioritäten. Verkäufe, selbst kleine, wirken in diesem Rahmen wie ein Bruch im Skript.

Lummis’ Einwurf ist damit weniger Kurskommentar als strategischer Hinweis. Wenn Washington Bitcoin als Asset mit geopolitischer Komponente behandelt, muss die Verwaltung diese Logik auch in ihren Abläufen abbilden. Andernfalls bleibt die Reserve ein Begriff auf Papier, während die Coins weiter wie Beweismittel mit Preisschild behandelt werden.