• Morgan Stanley hat bei der US-Börsenaufsicht SEC S-1-Unterlagen für einen Bitcoin-Trust und einen Solana-Trust eingereicht und damit den nächsten Schritt Richtung Spot-ETFs gemacht.
  • Während der Bitcoin-Trust rein passiv den BTC-Preis abbilden soll, sieht der Solana-Trust zusätzlich Staking-Erträge aus einem Teil der Bestände vor.

Morgan Stanley schiebt seine Krypto-ETF-Pläne offiziell an. In SEC-Unterlagen beschreibt der Wall-Street-Konzern zwei neue Vehikel, einen Morgan Stanley Bitcoin Trust und einen Morgan Stanley Solana Trust. Beide sind als Spot-Produkte konzipiert, also mit direkter Hinterlegung der jeweiligen Coins, nicht als Derivatekonstruktion.

Zwei Trusts, zwei Ansätze: Bitcoin passiv, Solana plus Staking

Der Bitcoin-Trust ist als klassischer „Price Tracker“ angelegt. Ziel ist, die Wertentwicklung von Bitcoin abzubilden, bereinigt um Gebühren und laufende Kosten. In den Dokumenten wird betont, dass weder Leverage noch Derivate eingesetzt werden sollen.

Käufe und Verkäufe erfolgen im Normalfall nur im Rahmen von Creation- und Redemption-Prozessen, also wenn neue Anteile ausgegeben oder zurückgenommen werden, plus gegebenenfalls Verkäufe zur Deckung von Ausgaben.

Beim Solana-Trust kommt eine zweite Ebene hinzu. Das Produkt soll ebenfalls passiv den SOL-Preis spiegeln, zusätzlich aber Rewards aus dem Staking eines Teils der SOL-Bestände berücksichtigen. Dafür will der Sponsor externe Staking-Dienstleister einsetzen.

In der Struktur ist zudem vorgesehen, dass Staking-Erträge, wenn es die aktuelle Steuerpraxis erfordert, mindestens quartalsweise ausgeschüttet werden können. Das macht den Solana-Trust weniger „reines Beta“ als den Bitcoin-Trust, ohne dass er gleich zum Renditeprodukt wird.

Was noch fehlt: Börsenplatz, 19b-4 und die regulatorischen Details

In den S-1-Entwürfen sind einige Felder noch offen, darunter der konkrete Börsenplatz und der finale Ticker. Das ist üblich, weil für die tatsächliche Notierung zusätzlich weitere Schritte nötig sind, insbesondere die Zulassungsprozesse über die Börsenseite. Auch Custody-Details und Gebührenstrukturen werden erfahrungsgemäß erst später vollständig ausformuliert.

Für den Markt ist die Einreichung trotzdem ein Signal. Wenn eine Bank dieser Größenordnung nicht nur Vertrieb ermöglicht, sondern eigene Spot-Strukturen anmeldet, verschiebt das die Wahrnehmung. Krypto wird damit noch ein Stück mehr zum regulierten Produktregal, mit all den Konsequenzen, die das für Liquidität, Compliance und Wettbewerb im ETF-Segment hat.