• Morgan Stanley hat Amy Oldenburg in eine neu geschaffene Rolle berufen, in der sie die Digital-Asset-Strategie der Bank verantworten soll.
  • Der Schritt fällt in eine Phase, in der große Häuser mit mehr Stablecoin-Nutzung und zusätzlicher US-Regulierung rechnen und ihre Positionierung schärfen.

Morgan Stanley zieht personell nach, um im Krypto- und Stablecoin-Thema nicht nur Beobachter zu bleiben. Die Bank hat Amy Oldenburg, eine langjährige Führungskraft, in einer neu geschaffenen Position zur Leiterin der Digital-Asset-Strategie ernannt.

Oldenburg ist seit über zwei Jahrzehnten bei Morgan Stanley und war zuletzt für Emerging-Markets-Aktien zuständig, ein Bereich, der mit Volatilität und Marktinfrastruktur gut leben muss.

Neue Rolle, klare Botschaft: Digital Assets werden ein echtes Geschäftsprojekt

Der Wechsel wirkt wie eine organisatorische Antwort auf einen Markt, der sich gerade formalisiert. Große Institute rechnen mit breiterer Stablecoin-Adoption und mit zusätzlicher US-Gesetzgebung, die Zuständigkeiten und Produktlogik klarer ziehen könnte.

In so einem Umfeld geht es nicht mehr nur um „Krypto anbieten“, sondern um Positionierung, Custody-Partner, Risikoarchitektur, Produktvertrieb und die Frage, wie digitale Assets in bestehende Plattformen integriert werden.

Oldenburgs Profil passt dazu. Emerging Markets sind in vielen Banken die Ecke, in der man gelernt hat, mit regulatorischen Grenzflächen, Liquiditätsengpässen und schnellen Stimmungswechseln umzugehen. Genau diese Fähigkeiten sind auch bei Digital Assets gefragt, nur dass hier zusätzlich Technologie- und Verwahrfragen dazukommen.

Morgan Stanley war vorsichtig, der Druck von BlackRock und Fidelity bleibt

Morgan Stanley galt im Vergleich zu Häusern wie BlackRock und Fidelity lange als zurückhaltend. Diese Peers sind mit dem Start von Spot-Bitcoin-ETFs 2024 aggressiv in den Markt gegangen und haben damit nicht nur Volumen, sondern auch Narrative kontrolliert.

Wenn Morgan Stanley jetzt eine dedizierte Digital-Asset-Strategieposition schafft, ist das auch ein Signal an Kunden, dass die Bank nicht nur über Krypto spricht, sondern Strukturen baut.

Für den Markt ist das weniger eine Trading-Headline als eine Institutionalisierungs-Headline. Personalentscheidungen sind oft die Frühindikatoren dafür, was ein Haus wirklich vorhat. Eine neue Rolle bedeutet Budget, interne Priorität, und am Ende auch Verantwortung, wenn Produkte unter Stress laufen.

Was genau Oldenburg als erstes umsetzt, bleibt offen. Aber die Richtung ist klar. Morgan Stanley behandelt Digital Assets nicht mehr als Randthema, sondern als Strategiebaustein, der in einem Jahr mit Stablecoin-Debatten und möglicher Marktstrukturgesetzgebung schnell geschäftskritisch werden kann.