- Nasdaq will seine europäischen Handelsplätze an Seturions blockchainbasierte Infrastruktur anbinden, um tokenisierte Wertpapiere samt Abwicklung über ein gemeinsames Netzwerk zu ermöglichen.
- Zum Start stehen strukturierte Produkte im Fokus, später soll die Zusammenarbeit auf weitere Assetklassen und Marktteilnehmer ausgeweitet werden.
Nasdaq setzt in Europa stärker auf tokenisierte Abwicklung. Der Börsenbetreiber hat eine Partnerschaft mit Seturion, der Blockchain-Einheit der Börse Stuttgart, angekündigt.
Start bei strukturierten Produkten, danach breiterer Rollout
Konkret soll die Kooperation Nasdaq-Handelsplätze in Europa technisch mit Seturions Plattform verbinden. Ziel ist, dass tokenisierte Wertpapiere nicht nur gehandelt, sondern auch über dieselbe Infrastruktur abgewickelt werden können.
Das ist die Stelle, an der viele Projekte bislang hängen bleiben: Handel ist vergleichsweise leicht zu digitalisieren, Settlement ist es nicht.
In der ersten Phase konzentriert sich das Projekt auf strukturierte Produkte. Das ist kein Zufall. Gerade dort sind Emission, Lifecycle-Events und die Abwicklung oft komplex genug, dass Effizienzgewinne sofort sichtbar werden.
Seturion positioniert sich dabei als Plattform, die grundsätzlich mehrere Assetklassen abdecken kann, und zwar über öffentliche wie auch private Blockchains.
Entscheidend wird sein, wie sauber sich das in die bestehenden Prozesse der Teilnehmer einfügt, also in Reporting, Verwahrung, Corporate Actions. Klingt trocken, entscheidet aber über Volumen.
Nasdaq baut parallel am „Equities Transformation Gateway“
Die Seturion-Partnerschaft steht nicht allein. Nasdaq hatte zuvor bereits mit Payward, der Mutter von Kraken, an Infrastruktur gearbeitet, die tokenisierte Aktien mit Blockchain-Netzwerken verbinden soll.
Dort fällt intern der Begriff „equities transformation gateway“. Ein Framework für Equity-Token wird in diesem Projekt für die erste Hälfte 2027 angepeilt.
In Kombination ergibt sich ein klarer Kurs. Nasdaq testet nicht mehr nur Tokenisierung als Idee, sondern verknüpft Handelsplätze, Abwicklung und Schnittstellen zu Krypto-Infrastruktur.
Ob das am Ende vor allem institutionellen Kunden dient oder auch breitere Marktsegmente erreicht, hängt am Tempo der Produktfreigaben und an der Bereitschaft der Marktteilnehmer, Settlement wirklich auf neue Schienen zu legen.







