• Michael Saylor vergleicht Bitcoin mit Insulin und sagt, für Menschen in Ländern mit hoher Inflation sei BTC weniger Spekulation als ein Werkzeug zum Erhalt von Kaufkraft.
  • Als Beispiel nennt er Nigeria und beschreibt Bitcoin als „Antidot“ gegen Währungszerfall und die Erosion wirtschaftlicher Substanz.

Michael Saylor bleibt bei seinen großen Bildern. Im PBD Podcast sagte der Strategy-Mitgründer, Bitcoin sei für Menschen in Ländern mit kollabierenden Währungen nicht nur ein Investment, sondern ein Überlebenswerkzeug. Sein Vergleich: So wie Insulin für Typ-1-Diabetiker essenziell sei, sei Bitcoin für Menschen in hyperinflationären Umfeldern der einzige „Gegenstoff“, um wirtschaftliche Energie zu bewahren.

Nigeria als Beispiel, Bitcoin als Kaufkraftschutz statt Trade

Saylor verwies auf Länder, in denen Währungen unter starkem Abwertungsdruck stehen, und nannte Nigeria explizit. Die Kernthese ist vertraut, aber er formuliert sie schärfer: Wenn Geld seine Funktion als Wertaufbewahrung verliert, suchen Menschen Auswege, und zwar nicht, weil sie Rendite jagen, sondern weil sie nicht rückwärts leben wollen. In seiner Logik ist Bitcoin dann nicht „Risk Asset“, sondern eine Alternative zum lokalen Geld, die sich dem politischen Zugriff entzieht.

Das ist natürlich eine Zuspitzung. In der Praxis hängt die Nutzbarkeit von Bitcoin stark davon ab, ob Menschen Zugang zu Börsen, stabilen Onramps und vor allem zu sicheren Wallets haben. Wer in einem schwierigen Umfeld sein Erspartes in digitale Assets verschiebt, trägt neue Risiken, Betrug, Phishing, Volatilität, regulatorische Eingriffe. Der Punkt bleibt trotzdem: Nachfrage entsteht oft aus Notwendigkeit, nicht aus Ideologie.

Warum solche Aussagen politisch und regulatorisch relevant sind

Saylor spricht nicht nur als Unternehmer, sondern als jemand, der Bitcoin als monetäres System rahmt. Der Insulin-Vergleich ist deshalb auch eine politische Aussage. Er legt nahe, dass ein Teil der Bitcoin-Adoption weniger von „Web3“ und mehr von Makrorealitäten getrieben wird, Inflation, Kapitalverkehrskontrollen, geringe Bankabdeckung.

Für Regulierer ist das heikel, weil es Bitcoin in eine Rolle drückt, die über Spekulation hinausgeht. Wer Bitcoin als „Antidot“ beschreibt, argumentiert implizit gegen harte Einschränkungen, weil sie nicht nur Trader treffen würden. Gleichzeitig werden Staaten, die Kapitalflucht verhindern wollen, solche Narrative als Provokation lesen.

Saylor liefert damit keinen Kurskommentar, sondern eine Definition dessen, wofür Bitcoin im Alltag stehen soll. In den Märkten ist es Rhetorik. Für Menschen in Währungsstress ist es, wenn man ihm folgt, ein Rettungsanker in Codeform.