- SEC-Chair Paul Atkins sagt, dass Krypto-Innovationsexemptionen wohl weder im Januar noch im Februar veröffentlicht werden.
- JPMorgan, Citadel und der Branchenverband SIFMA hatten zuvor bei der SEC-Krypto-Task-Force Bedenken zur wirtschaftlichen Wirkung der Ausnahmen vorgetragen.
Die US-Börsenaufsicht SEC tritt bei ihren geplanten Krypto-Ausnahmen auf die Bremse. SEC-Chair Paul Atkins erklärte am Donnerstag, dass die sogenannten Innovationsexemptionen voraussichtlich nicht mehr in diesem Monat, und wohl auch nicht im nächsten Monat, veröffentlicht werden. Noch vor wenigen Wochen hatte Atkins intern und öffentlich einen Januar-Fahrplan in Aussicht gestellt.
Atkins bremst den Januar-Fahrplan für Ausnahmen
Gemeint ist ein Paket an Ausnahmen, das Krypto-Unternehmen und Projekten in einzelnen Bereichen mehr Rechtssicherheit geben soll, ohne dass sofort das übliche Durchdeklinieren über Enforcement oder langwierige Regelsetzung greift.
Nach der bisherigen Linie könnte das unter anderem tokenisierte Wertpapiere und bestimmte DeFi-Konstellationen betreffen. Atkins betonte nun, die Arbeit werde „vorsichtig“ gehandhabt, Details müssten sauber sitzen. Sinngemäß, lieber zweimal messen als einmal falsch schneiden.
Der Zeitpunkt ist nicht zufällig. Die SEC arbeitet parallel an Marktstrukturfragen, während im Kongress zentrale Krypto-Gesetzgebung festhängt.
Atkins deutete an, dass der legislative Prozess das Tempo und die Form der Ausnahmen beeinflussen kann. Aus Sicht von Marktteilnehmern ist das ein Hinweis darauf, dass die Behörde Spielraum behalten will, statt schon vorab Leitplanken festzuzurren, die später politisch kollidieren.
Wall Street drückt auf die Bremse und rechnet ökonomisch
Kurz vor Atkins’ Aussage trafen sich Vertreter von JPMorgan, Citadel und SIFMA mit der Krypto-Task-Force der SEC. Nach Darstellung aus dem Umfeld der Gespräche ging es um die ökonomische Wirkung zu breiter Ausnahmen, insbesondere dort, wo tokenisierte Wertpapiere außerhalb etablierter Marktregeln zirkulieren könnten. SIFMA argumentierte dabei, Regulierung solle sich an der wirtschaftlichen Funktion orientieren, nicht an Etiketten wie „DeFi“.
Für die SEC entsteht damit eine klassische Abwägung. Rechtssicherheit für neue Marktformen, ohne dass bestehende Schutzmechanismen und Marktinfrastruktur umgangen werden. Das Problem ist weniger ideologisch als operativ, und genau dort wirkt Atkins derzeit auffällig vorsichtig.






