• SEC-Chair Paul Atkins hat ein Safe-Harbor-Modell für Krypto skizziert, das aus drei Bausteinen bestehen soll.
  • Er spricht von einer Startup-Exemption, einer Fundraising-Exemption und einem Investment-Contract-Safe-Harbor als Weg, Kapitalaufnahme in den USA zu erleichtern.

Paul Atkins stellt die SEC auf einen neuen Ton ein. Bei einer Krypto-Lobbyveranstaltung in Washington, DC, warb der SEC-Vorsitzende am Dienstag für „Safe Harbor“-Ausnahmen, die Krypto-Projekte in den USA rechtssicherer durch Gründung und Kapitalaufnahme bringen sollen.

Drei Bausteine: Startup, Fundraising, Investment Contract

Atkins sagte, sein Vorschlag setze sich aus einer „startup exemption“, einer „fundraising exemption“ und einem „investment contract safe harbor“ zusammen. Das klingt technisch, ist aber politisch ziemlich klar. Die SEC will nicht nur über die Diagnose sprechen, sondern darüber, wie Projekte überhaupt sauber starten können, ohne sofort in der Wertpapierlogik stecken zu bleiben.

„Es ist höchste Zeit, dass wir mit der Diagnose des Problems aufhören und mit der Bereitstellung der Lösung beginnen“, sagte Atkins.

Er argumentiert, ein Safe Harbor könne Krypto-Innovatoren maßgeschneiderte Pfade bieten, um in den USA Kapital aufzunehmen, gleichzeitig aber Anleger zu schützen. Der Zusatz ist entscheidend. Ohne Investor-Protection-Rahmen wird so ein Konzept im Kongress und bei traditionellen Marktteilnehmern kaum bestehen.

Was ein Safe Harbor praktisch bedeuten würde

In der Praxis würde ein Safe Harbor vor allem Zeit kaufen. Startups könnten in einer definierten Phase Produkte testen, Netzwerke bootstrappen und Finanzierung strukturieren, ohne dass jede Token-Verteilung sofort als Wertpapierangebot eingeordnet wird. Das würde die Grauzone nicht abschaffen, aber sie würde einen klareren Übergang schaffen zwischen Experiment und reguliertem Markt.

Der Fundraising-Baustein deutet darauf hin, dass Atkins auch das primäre Kapitalthema adressieren will. Viele Krypto-Projekte weichen heute auf Offshore-Strukturen aus, weil sie in den USA regulatorisch nicht planen können.

Ein Investment-Contract-Safe-Harbor wäre dann die Brücke: unter welchen Bedingungen ein Token-Vertrieb nicht als klassischer Securities-Sale behandelt wird oder welche Offenlegungen und Beschränkungen nötig wären.

Ob und wann daraus konkrete Regeln werden, bleibt offen. Aber der Richtungswechsel ist sichtbar. Die SEC spricht nicht nur über Enforcement, sondern über Ausnahmen, die Innovation ermöglichen sollen. In Washington ist das selten ein Detail. Es ist meistens ein Signal, dass sich die Behörde auf einen neuen Modus einstellen will.