• Hester Peirce sagt, die SEC wolle mit Firmen über Tokenisierung sprechen und lädt Unternehmen ausdrücklich ein, frühzeitig auf die Behörde zuzugehen.
  • Sie stellt „Experimentieren“ in Aussicht, wenn Anbieter klar darlegen, welche Produkte sie bauen und wie sie sie in den regulatorischen Rahmen bringen wollen.

Die SEC versucht bei Tokenisierung den Ton zu ändern, zumindest ein Stück. Hester Peirce, eine der bekanntesten Kommissarinnen der US-Börsenaufsicht, hat Unternehmen, die tokenisierte Finanzprodukte entwickeln, öffentlich ermuntert, direkt mit der Behörde zu sprechen.

„Come in and talk to us“ als Signal an die Produktteams

In einem Interview bei CNBC sagte Peirce, die SEC wolle Firmen, die neue Finanzprodukte ausprobieren, nicht nur über Regeltexte erreichen. Sie wolle sie am Tisch haben.

„Es geht wirklich darum, vorbeizukommen und mit uns darüber zu sprechen, was Sie vorhaben“, sagte Peirce.

Der Punkt sei, gemeinsam daran zu arbeiten, experimentieren zu können und zu sehen, ob der Markt diese Produkte überhaupt will.

Das ist kein Freifahrtschein. Aber es ist eine Abkehr von der reflexartigen Erwartung, dass jedes Tokenisierungsvorhaben zunächst in einem Graubereich startet und erst später mit der Aufsicht kollidiert. Peirce stellt eher eine Art Vorabgespräch in Aussicht: kommt früh, erklärt eure Struktur, dann kann man prüfen, wie man es sauber aufsetzt.

Tokenisierung wird zu einer Regulierungsfrage, nicht nur zu einer Tech-Frage

Tokenisierung klingt nach Blockchain und Effizienz, läuft am Ende aber durch Wertpapierrecht, Marktinfrastruktur und Anlegerregeln. Genau dort liegt der Engpass.

Wer tokenisierte Instrumente ausgibt, muss klären, ob es sich um Wertpapiere handelt, wie Verwahrung funktioniert, wie Handel organisiert wird, und wer für Transparenz und Market Abuse zuständig ist. Ohne diese Antworten bleibt das Produkt eine Demo.

Peirces Einladung ist daher auch pragmatisch. Je mehr Anbieter jetzt ernsthaft tokenisierte Fondsanteile, Anleihen, Geldmarktprodukte oder Equity-ähnliche Token bauen, desto größer wird der Druck, dass die SEC nicht nur reagiert, sondern Wege definiert. Das kann über No-Action-Logik, Pilotprogramme oder schlicht über klarere Guidance laufen. Vieles ist offen.