- In South Dakota liegt mit House Bill 1155 erneut ein Vorstoß auf dem Tisch, der dem Staat erlauben würde, bis zu 10 Prozent geeigneter öffentlicher Mittel in Bitcoin zu investieren.
- Abgeordneter Logan Manhart sieht Bitcoin als „strong money“, der Entwurf lässt direkte Bestände, Verwahrung über qualifizierte Custodians oder regulierte ETPs zu.
South Dakota nimmt einen neuen Anlauf, Bitcoin in die öffentliche Kapitalanlage zu holen. Der republikanische Abgeordnete Logan Manhart hat am Dienstag House Bill 1155 eingebracht. Der Entwurf soll die Investmentstatuten des Bundesstaats so ändern, dass der State Investment Council bis zu 10 Prozent geeigneter staatlicher Mittel in Bitcoin allokieren darf.
HB 1155: 10-Prozent-Grenze, mehrere Umsetzungswege
Im Unterschied zu vielen „Bitcoin-Reserve“-Schlagzeilen ist der Text hier relativ pragmatisch. Die Allokation soll nicht nur über direkte BTC-Bestände möglich sein, sondern auch über qualifizierte Verwahrer oder regulierte börsengehandelte Produkte.
Das senkt die operative Hürde, weil ein Staat nicht zwangsläufig selbst Key-Management betreiben muss. Gleichzeitig bleibt der Rahmen klar begrenzt. 10 Prozent sind hoch genug, um politisch zu diskutieren, aber niedrig genug, um als Satellit im Gesamtportfolio verkauft zu werden.
Der Vorstoß belebt eine Debatte, die im vergangenen Jahr bereits lief, damals aber im Parlament hängen blieb. Das ist ein typisches Muster in US-Bundesstaaten. Erst wird eine Idee getestet, dann wieder eingebracht, oft mit leicht veränderter Struktur oder in einem anderen politischen Klima.
„Strong money“ als Narrativ, aber die Praxis entscheidet
Manhart bewirbt den Entwurf auf X als „Strong money. Strong state.“ Das ist die übliche Bitcoin-Rhetorik, die auf Werterhalt und Unabhängigkeit zielt. Für eine staatliche Investmentpolitik wird es jedoch schnell technisch. Welche Funds gelten als „eligible“. Wie werden Risiko- und Rebalancing-Regeln definiert. Wie wird Transparenz hergestellt, ohne operative Sicherheitsdetails offenzulegen.
Und dann ist da noch die Frage, wie stark solche Gesetze am Ende symbolisch bleiben. Viele Staaten diskutieren Bitcoin-Reserven, aber nur wenige schaffen es bis zur Umsetzung. Wenn HB 1155 wirklich durchkommt, wäre es ein weiterer Fall, in dem Bitcoin nicht nur als politisches Statement, sondern als offizieller Portfolio-Baustein behandelt wird.






