• Südkorea hat ein seit neun Jahren geltendes Verbot für Krypto-Investments von Unternehmen beendet und erlaubt nun ausgewählten Firmen und professionellen Investoren begrenzte Allokationen.
  • Gelistete Unternehmen dürfen bis zu 5 Prozent ihres Eigenkapitals in Top-20-Kryptowährungen investieren, gemessen an der Marktkapitalisierung auf den fünf größten koreanischen Börsen.

Südkorea öffnet einen bislang verschlossenen Kanal in den Kryptomarkt. Nach neun Jahren Verbot sind корпоративe Krypto-Investments wieder erlaubt, zumindest in einem klar begrenzten Rahmen. Gelistete Unternehmen und professionelle Investoren dürfen künftig bis zu fünf Prozent ihres Eigenkapitals in Kryptowährungen investieren, die zu den Top 20 nach Marktkapitalisierung zählen und auf den fünf großen koreanischen Börsen gehandelt werden.

5-Prozent-Grenze und Top-20-Filter: eine kontrollierte Öffnung

Die Regel wirkt wie ein Kompromiss zwischen Marktöffnung und Risiko-Containment. Mit der 5-Prozent-Grenze bleibt Krypto für Unternehmen ein Satellit, nicht der Kern der Bilanz. Der Top-20-Filter reduziert zudem die Wahrscheinlichkeit, dass kleinere, illiquide Tokens über Unternehmensbilanzen in die Breite getragen werden. Das ist politisch wichtig, weil Südkorea bei Privatanlegern traditionell sehr aktiv ist und Regulierer in der Vergangenheit empfindlich auf Volatilität und Skandale reagiert haben.

Rund 3.500 Einheiten sollen nach den genannten Kriterien grundsätzlich in Frage kommen. Damit geht es nicht um Einzelfälle, sondern um eine strukturelle Freigabe für einen Teil des Marktes.

Stablecoins noch offen, aber die Richtung ist gesetzt

Unklar ist derzeit, ob dollar-gebundene Stablecoins in den Rahmen einbezogen werden. Die Diskussion ist nachvollziehbar. Stablecoins sind weniger Preiswette und mehr Zahlungs- und Settlement-Infrastruktur, gleichzeitig aber regulatorisch heikel, weil sie Reserven, Emittentenrisiken und Geldwäschethemen berühren.

Für Unternehmen könnte genau dieser Bereich besonders attraktiv sein, weil er praktische Anwendungen erlaubt, ohne gleich das volle Kursrisiko eines volatilen Assets zu tragen.

Für den Markt ist der Schritt dennoch eindeutig: Südkorea erkennt Krypto als investierbare Assetklasse für Unternehmen wieder an, allerdings unter Aufsicht und mit Leitplanken.

Das könnte die Dynamik an den lokalen Börsen verändern, weil institutionellere Nachfrage tendenziell anders agiert als Retail, weniger impulsiv, stärker prozessgetrieben, oft über klare Risikobudgets.

Es bleibt ein Test. Wenn die Öffnung geordnet verläuft, werden die Grenzen vermutlich neu verhandelt. Wenn nicht, ist Südkorea auch bekannt dafür, schnell wieder zu bremsen.