• Tether kooperiert mit dem UN-Büro für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC), um die Sicherheit von Krypto-Nutzern in Afrika zu stärken.
  • Hintergrund ist die wachsende USDT-Nutzung, unter anderem in Nigeria, und der politische Druck, Betrug, Cybercrime und Ausbeutung im Umfeld digitaler Zahlungen einzudämmen.

Tether sucht in Afrika die Nähe zu klassischer Sicherheits- und Strafverfolgungslogik. Das Unternehmen hinter dem Stablecoin USDT hat eine strategische Kooperation mit dem United Nations Office on Drugs and Crime (UNODC) angekündigt. Ziel ist, Nutzer besser zu schützen und die Widerstandsfähigkeit gegen Betrug und digitale Kriminalität zu erhöhen.

Kooperation mit UNODC, Prävention statt reiner Reaktion

Die Partnerschaft ist als Beitrag zu UNODCs „Strategic Vision for Africa 2030“ beschrieben. Tether will dabei technische und edukative Maßnahmen unterstützen, die Cybercrime adressieren und Betroffene nach Vorfällen nicht allein lassen. In der Mitteilung wird auch der Bereich Menschenhandel erwähnt, also ein Feld, in dem digitale Zahlungsschienen sowohl für Hilfsstrukturen als auch für Missbrauch relevant sein können.

Tether-CEO Paolo Ardoino formulierte es als sektorübergreifende Aufgabe. Man wolle Initiativen fördern, die Innovation und Bildung kombinieren, um Communities zu stärken und Ausbeutung vorzubeugen. Das ist eine politische Sprache, aber sie passt zu dem, was Stablecoins inzwischen sind, eine Infrastruktur, die nicht nur Trader nutzen.

Nigeria als USDT-Schwerpunkt, Sicherheitsagenda wird breiter

Nigeria gilt seit Jahren als einer der aktivsten Märkte für Stablecoins, oft aus sehr praktischen Gründen: Dollarbindung, schnelle Transfers, Handel in kleinen Beträgen. Mit wachsender Nutzung steigt allerdings auch die Angriffsfläche. Phishing, Social Engineering, Betrug über Fake-Support, dazu organisierte Cyberkriminalität. Wer USDT im Alltag nutzt, ist nicht automatisch „Krypto-affin“ im technischen Sinn, und genau da entstehen viele Schäden.

Für Tether ist die Kooperation deshalb auch ein Selbstschutz. Vertrauen in einen Stablecoin hängt nicht nur an Reserven und Liquidität, sondern zunehmend an der Frage, ob Nutzer sicher durch den Zahlungsalltag kommen. Für UNODC ist es ein weiterer Versuch, digitale Finanzströme nicht nur zu beobachten, sondern präventiv zu beeinflussen, bevor aus einer Zahlungsinnovation ein Sicherheitsproblem wird.