• Tokenisierte Real-World Assets verzeichnen zuletzt Zuwächse, während risikoreichere DeFi-Strategien spürbar an Tempo verlieren.
  • Die Daten zeigen Wachstum bei frei beweglichen Token-Strukturen, während „repräsentierte“ und gebundene Tokenbestände kaum zulegen.

Der Risk-Off-Modus im Kryptomarkt trifft nicht alle Segmente gleich. Während DeFi in vielen Ecken Liquidität abbaut und Hebel vorsichtiger eingesetzt wird, wachsen tokenisierte Real-World Assets (RWAs) weiter. Das wirkt nicht wie eine Flucht aus Krypto, eher wie eine Umschichtung innerhalb des Ökosystems.

Nach Daten von RWA.xyz stieg der „distributed asset value“ im RWA-Sektor im vergangenen Monat um 8,68% auf 24,84 Milliarden US-Dollar. Gemeint sind tokenisierte Vermögenswerte, die als onchain Tokens zwischen Wallets transferiert werden können und damit in der DeFi-Infrastruktur grundsätzlich weiterverwendbar sind, etwa als Collateral oder in Treasury-Strategien.

Zwei RWA-Welten: frei beweglich versus plattformgebunden

Parallel dazu blieb der Bereich der „represented asset value“ weitgehend stabil. Diese Kennzahl umfasst tokenisierte Assets, die faktisch im System des Emittenten oder einer Plattform gefangen sind, also nicht frei zwischen Wallets wandern oder die Ausgabeumgebung verlassen können. Hier lag das Monatsplus laut RWA.xyz nur bei 0,51% auf 372,97 Milliarden US-Dollar.

Diese Schere ist bemerkenswert, weil sie auf unterschiedliche Nachfrage hindeutet. Wenn Kapital in bewegliche Token-Formate fließt, sucht es optionalerweise Anschlussfähigkeit in DeFi, aber ohne zwingend den vollen Risikohebel zu nehmen. Das ist, vorsichtig gesagt, ein anderes Profil als klassische „Yield um jeden Preis“-Zyklen.

DeFi tritt auf die Bremse, Collateral wird selektiver

Dass DeFi zeitgleich zurückschaltet, passt ins Bild. In riskanteren Marktphasen werden Sicherheiten konservativer bewertet, Liquidationsschwellen enger gesetzt, neue Kreditlinien langsamer gezogen. RWAs können davon profitieren, weil sie für manche Marktteilnehmer eine Art Brücke darstellen zwischen Krypto-Abwicklung und vertrauteren Basiswerten.

Ob das eine dauerhafte Rotation wird, hängt weniger von Narrativen ab als von Mechanik: Liquidität, rechtliche Struktur, Transparenz der Reserven und die Frage, ob diese Token im Stress wirklich handelbar bleiben. In diesem Punkt sind „distributed“ Tokens schlicht stärker auf die Probe gestellt als die plattformgebundenen Varianten.