• Tom Lee erwartet für Ether nach dem Rückgang eine weitere V-förmige Erholung und verweist auf acht schnelle Comebacks seit 2018.
  • Die These trifft auf einen Markt, in dem Liquidität, Risikoappetit und narrative Klarheit bei Ethereum wieder stärker zählen.

Ether könnte nach dem jüngsten Abverkauf erneut schnell drehen, wenn man Tom Lee zuhört. Der Research-Chef von Fundstrat sagte am Mittwoch auf einer Konferenz in Hongkong, er rechne mit einem weiteren „V-shaped recovery“ bei ETH.

Acht Mal minus 50 Prozent, acht Mal zurück

Lee stützt seine Einschätzung auf ein Muster, das Ethereum-Anleger inzwischen fast zu gut kennen. Seit 2018 sei Ether achtmal um mehr als 50 Prozent gefallen. Und „acht von acht Mal“ habe der Markt anschließend einen V-Boden ausgebildet, so Lee. In seiner Darstellung ging die Erholung jeweils ungefähr in dem Tempo, in dem der Kurs zuvor gefallen war.

Er verwies auch auf das vergangene Jahr, als Ether nach seinen Angaben von Januar bis März zeitweise 64 Prozent verlor. Selbst damals sei der Markt wieder zurückgekommen. Für Lee ist das keine romantische Story über Durchhaltevermögen, sondern ein Blick auf wiederkehrende Marktmechanik in einem Asset, das regelmäßig überhitzt und dann hart bereinigt.

Warum die V-These gerade jetzt wieder diskutiert wird

Der Zeitpunkt ist auffällig. Ethereum steht parallel unter Beobachtung, weil sich Kapital im Krypto-Markt zunehmend selektiv bewegt. Wer Ether kauft, kauft nicht nur Beta auf „Krypto“, sondern auch eine Wette auf Netzwerkaktivität, Gebühren, Staking-Erträge und den Zustand des DeFi-Ökosystems.

Lees Kernargument lautet, dass sich an der langfristigen Einordnung wenig geändert habe. Der Markt müsse nur wieder genug Risikoappetit finden, damit aus einem Abverkauf ein technischer Boden wird. Ob das diesmal ähnlich schnell gelingt, hängt weniger von Charts ab als von Liquidität, Positionierung und der Frage, wie viele Investoren eine erneute Beschleunigung wirklich mitgehen wollen.