- Tom Lee sieht den starken Anstieg der Ölpreise als wichtigsten Gegenwind für Ethereum.
- Nach seiner Einschätzung ist die inverse Korrelation zwischen Ether und Rohöl derzeit so hoch wie nie zuvor.
Ethereum steht unter Druck, und Tom Lee sieht den Grund nicht nur im Kryptomarkt selbst. Der Fundstrat-Mitgründer erklärte, steigende Ölpreise seien aus seiner Sicht der wichtigste Belastungsfaktor für Ether.
Ölpreis als Makro-Bremse für Ether
Lee schrieb auf X, wer sich frage, warum Ethereum unter Verkaufsdruck stehe, müsse vor allem auf den Ölmarkt schauen. Für ihn ist der Preisanstieg bei Rohöl derzeit der größte Gegenwind für ETH.
🧵
1/
If one is wondering why Ethereum $ETH has been under selling pressure:– to me, rising oil prices is the biggest headwind
– ETH inverse correlation to oil is the highest ever pic.twitter.com/G5Uw0wbtJP— Thomas (Tom) Lee (not drummer) FundstratDirect.com (@fundstrat) May 18, 2026
Der Hintergrund ist makroökonomisch. Höhere Ölpreise wirken oft wie eine zusätzliche Steuer auf Haushalte und Unternehmen. Energie wird teurer, Transportkosten steigen, Inflationssorgen nehmen zu. Für Risikoassets ist das selten ein angenehmes Umfeld. Krypto gehört in solchen Phasen meistens nicht zu den Bereichen, in die Kapital zuerst fließt.
Lee verweist zudem auf eine ungewöhnlich starke inverse Korrelation zwischen Ether und Öl. Steigt Rohöl, fällt ETH tendenziell stärker. Nach seiner Einschätzung hat diese Beziehung ein Rekordniveau erreicht.
Das ist bemerkenswert, weil Ethereum häufig über eigene Themen bewertet wird: Netzwerkaktivität, DeFi, Layer-2-Wachstum, ETF-Flows oder Staking. Im aktuellen Umfeld scheint aber der Rohstoffmarkt einen größeren Schatten zu werfen.
Hormus-Risiko verschärft den Druck
Die Ölpreise sind seit Beginn des US-israelischen Kriegs am 28. Februar deutlich gestiegen. Lee verweist auf einen Anstieg von rund 66 Prozent, von etwa 65 Dollar auf mehr als 100 Dollar je Barrel.
Am Montag legten die Preise erneut zu. WTI erreichte 108 Dollar, Brent kletterte zeitweise auf 111 Dollar. Auslöser war auch die verschärfte Rhetorik von US-Präsident Donald Trump, der auf Truth Social erklärte, für Iran laufe die Zeit ab, eine Einigung zur Öffnung der Straße von Hormus zu erzielen.
Für Ether ist das ein schwieriger Mix. Höhere Energiepreise können Inflationserwartungen stützen und die Hoffnung auf lockerere Geldpolitik dämpfen. Genau diese Liquiditätserwartung war für Krypto zuletzt oft entscheidend. Wenn Öl weiter steigt, könnte ETH trotz eigener Fundamentaldaten unter Makrodruck bleiben.







