• Eine Gruppe von US-Abgeordneten fordert, eine US-CBDC dauerhaft zu verbieten, statt sie nur befristet zu blockieren.
  • In einem Schreiben an die Kongressführung warnen sie, ein temporärer Bann bis 2031 sei lediglich eine Verschiebung und kein Abschluss.

In Washington wird die CBDC-Debatte wieder schärfer geführt. Eine Gruppe von Abgeordneten will verhindern, dass die US-Notenbank jemals eine digitale Zentralbankwährung ausgeben kann.

Brief an Johnson und Thune setzt auf „permanent“ statt „temporary“

Auslöser ist ein Schreiben von Congressman Michael Cloud, das am Freitag an House Speaker Mike Johnson und den Mehrheitsführer im Senat, John Thune, adressiert wurde. Laut dem Brief unterstützen 28 weitere Mitglieder des Kongresses die Forderung.

Der Ton ist klar. Ein befristetes Verbot, das die Ausgabe einer CBDC nur bis 2031 verzögert, reiche nicht aus.

Politisch ist das mehr als Wortklauberei. Ein temporärer Bann wäre im Kern ein Zeitfenster, das in einer späteren Legislaturperiode neu geöffnet werden könnte. Ein permanentes Verbot dagegen würde die Architektur der US-Geldpolitik langfristig festzurren und die Debatte in ein anderes Feld verlagern, etwa hin zu Stablecoins, Bankeinlagen-Token oder privaten Zahlungsschienen.

Warum die CBDC-Frage in den Stablecoin-Streit hineinragt

Hinter der Forderung steckt auch ein Machtkampf um digitale Dollar-Infrastruktur. Wer eine staatliche digitale Währung blockiert, stärkt indirekt private Alternativen, insbesondere regulierte Stablecoins, die heute bereits als Dollar-Proxy in Krypto- und zunehmend auch Zahlungsanwendungen genutzt werden.

Die Argumentationslinie der CBDC-Kritiker ist bekannt. Sie verweisen auf potenzielle Überwachungsrisiken, programmierbare Einschränkungen und die Möglichkeit, dass ein CBDC-System den direkten Draht zwischen Bürgern und Zentralbank schafft.

Befürworter halten dagegen, dass eine staatliche digitale Währung Zahlungsverkehr modernisieren und die Rolle des Dollars in einer digitalisierten Welt absichern könnte.

Clouds Brief zeigt vor allem eines. Im Kongress gibt es nicht nur Skepsis, sondern einen organisierten Versuch, das Thema dauerhaft zu beenden, bevor es regulatorisch überhaupt sauber definiert ist.