• Der US-Senat verschiebt den Zeitplan für die Krypto-Marktstruktur: Der Agriculture Committee will sein Markup nun erst in der letzten Januarwoche ansetzen.
  • Chairman John Boozman begründet den Schritt mit dem Ziel, die parteiübergreifende Unterstützung zu halten, statt das Paket zu früh zu forcieren.

Washington nimmt bei Krypto wieder das Tempo raus. Der Senate Agriculture Committee verschiebt sein Markup zur Krypto-Marktstrukturgesetzgebung von dieser Woche auf die letzte Januarwoche. Ursprünglich war geplant, dass der Ausschuss am Donnerstag parallel zum Senate Banking Committee markupt. Nun wird die Synchronität aufgelöst, zumindest vorerst.

Boozman setzt auf Zeitgewinn, um Bipartisan-Support zu halten

Committee-Chairman John Boozman begründet die Verschiebung mit einem einfachen, aber entscheidenden Punkt: Man brauche mehr Zeit, um die parteiübergreifende Unterstützung zu sichern.

Das klingt nach politischer Routine, ist in diesem Fall aber der Kern. Marktstrukturgesetze sind keine Symbolpolitik, sie definieren Zuständigkeiten, Aufsicht, Registrierungslogik, und damit Gewinner und Verlierer.

Wer das zu schnell durchpeitscht, riskiert, dass ein paar Stimmen wegbrechen und das ganze Paket später im Plenum oder zwischen den Kammern hängen bleibt.

Die Landwirtschaftsseite ist dabei nicht zufällig zuständig. In der US-Logik hängt Krypto-Marktstruktur auch an der Frage, welche Aufsicht für welche Assets zuständig ist.

Landwirtschaft steht hier traditionell für den Derivate- und Commodity-Bereich, Banking eher für Wertpapier- und Finanzmarktarchitektur. Wenn beide Committees nicht im Gleichschritt laufen, ist das oft ein Hinweis darauf, dass die Schnittstellen noch nicht sauber sind.

Was die Verschiebung für die Branche bedeutet

Für die Branche ist das eine gemischte Nachricht. Einerseits signalisiert es, dass die Verhandlungen nicht zerbrechen, sondern in die Verlängerung gehen. Andererseits verschiebt sich damit die Planungssicherheit.

Viele Marktteilnehmer warten auf klare Regeln, nicht weil sie Regulierung lieben, sondern weil sie operative Entscheidungen treffen müssen: Listings, Custody, Brokerage-Strukturen, Tokenisierung, Stablecoin-Rails.

Ein Markup Ende Januar ist kein Drama. Aber es ist ein weiterer Hinweis darauf, dass das „bipartisan window“ zwar existiert, aber fragil bleibt. Wer in dieser Lage zu stark polarisiert, verliert Zeit. Boozman scheint lieber ein paar Tage zu kaufen, als das Projekt in einem schlechten Moment zu beschädigen.