• Bridge, die von Stripe übernommene Stablecoin-Plattform, hat vom OCC eine bedingte Genehmigung erhalten, eine bundesweit regulierte National Trust Bank aufzusetzen.
  • Mit der Charter will Bridge Stablecoin-Dienste wie Verwahrung, Ausgabe und Reserve-Management unter einheitlicher US-Bundesaufsicht bündeln.

Bridge, die Stablecoin-Infrastrukturplattform im Besitz von Stripe, bekommt in den USA mehr regulatorischen Boden unter die Füße. Das Office of the Comptroller of the Currency (OCC) hat dem Unternehmen eine conditional approval erteilt, um eine national gecharterte Trust Bank zu organisieren.

Voll wirksam ist die Zulassung erst nach Abschluss der üblichen Auflagen, aber die Richtung ist klar: Bridge will Stablecoins nicht nur als Softwareprodukt verkaufen, sondern als beaufsichtigte Finanz-Infrastruktur.

OCC-Charter: Bundesaufsicht statt Flickenteppich

Die Logik dahinter ist weniger ideologisch als operativ. Wer Stablecoins in Zahlungs- und Treasury-Prozesse von Unternehmen drücken will, stößt schnell auf das US-Problem aus föderaler und einzelstaatlicher Zuständigkeit.

Eine Trust-Charter beim OCC kann hier als Vereinheitlichung wirken, vor allem für institutionelle Kunden, die am Ende Prüfpfade und klare Verantwortlichkeiten sehen wollen.

Bridge argumentiert, dass man damit „unter direkter Bundesaufsicht“ arbeiten könne und Stablecoin-Produkte nicht mehr nur über Partnerkonstruktionen skalieren müsse.

Stablecoins im Bankformat: Verwahrung, Ausgabe, Reserven

Bridge koppelt die Charter an ein klassisches Servicepaket: Custody für digitale Assets, die Ausgabe von Stablecoins sowie das Management der Reserven. Interessant ist die Betonung der Reserveverwaltung, weil hier die regulatorische Diskussion regelmäßig beginnt: Welche Assets dürfen rein, wie wird getrennt verwahrt, wie laufen Kontrollen, wer haftet im Stressfall.

Politisch fällt der Schritt in eine Phase, in der Washington zwar mehr Regeln verspricht, aber parallel die klassischen Bankenverbände härter darauf drängen, dass neue Charter nicht im Eiltempo durchgewunken werden. Genau in diesem Spannungsfeld versucht Bridge nun, „GENIUS-ready“ zu sein – und gleichzeitig den Teil zu bauen, den viele CFOs ohnehin zuerst fragen: Wer beaufsichtigt euch eigentlich?