• Das Weiße Haus soll laut Bericht erwägen, seine Unterstützung für ein Krypto-Marktstrukturgesetz zurückzuziehen, nachdem Coinbase seine Rückendeckung für den Entwurf beendet hat.
  • Streitpunkt sind offenbar Stablecoin-Yield-Regeln, die Bankeninteressen berühren, die Regierung fordert Coinbase zur Rückkehr an den Verhandlungstisch auf.

Washingtons Krypto-Agenda bekommt eine interne Baustelle, und diesmal ist es kein Ausschussstreit, sondern ein offener Clinch mit Coinbase.

Das Weiße Haus soll nach Angaben aus dem Umfeld der Trump-Administration darüber nachdenken, seine Unterstützung für ein Krypto-Marktstrukturgesetz zurückzuziehen. Auslöser sei, dass Coinbase seine Unterstützung für den Digital Asset Market Clarity Act zurückgenommen habe.

„Rug pull“ im politischen Sinne: Administration fühlt sich übergangen

Den Berichten zufolge ist die Regierung über den Schritt „wütend“, da er als einseitig wahrgenommen wurde und die Regierung nicht im Voraus informiert worden war. Der Begriff „Rug Pull“, der üblicherweise mit Memecoin-Chats in Verbindung gebracht wird, dient hier als politische Metapher.

Für Washington zählt nicht nur die Position, sondern auch der Prozess. Wer sich ohne vorherige Verhandlungen öffentlich distanziert, zerstört das Vertrauen, und Vertrauen ist bei überparteilichen Gesetzesvorhaben von unschätzbarem Wert.

Coinbase sitzt dabei in einer paradoxen Rolle. Als großer US-Player fordert die Börse seit Jahren klare Regeln. Wenn sie nun aus einem Gesetzespaket aussteigt, ist das ein Signal, dass es nicht mehr um das „Ob“, sondern um das „Wie“ geht. Genau dort werden Marktstrukturgesetze schnell zu Wettbewerbs- und Lobbyfragen.

Stablecoin-Yield als Knackpunkt, Bankeninteressen im Hintergrund

Laut Quelle steht ein Kompromiss über Stablecoin-Yield- oder Reward-Klauseln im Zentrum. Die Regierung soll demnach erwägen, das gesamte Paket fallen zu lassen, falls Coinbase nicht an den Tisch zurückkehrt und einer Lösung zustimmt, die bankingseitig akzeptabel ist.

In dieser Logik wäre das Gesetz weniger ein neutrales Regelwerk und mehr ein politisches Projekt, das nur funktioniert, wenn die Koalition zusammenbleibt.

Der Satz, der in dem Kontext zirkuliert, bringt den Machtkampf auf den Punkt: Das sei am Ende „President Trump’s bill“, nicht Brian Armstrongs. Inhaltlich ist das eine Ansage an die Branche, dass Einfluss Grenzen hat, selbst wenn man groß ist. Politisch ist es ein Reminder, wie fragil das Regulierungsfenster bleibt, sobald einzelne Interessen ausbrechen.

Ob das Weiße Haus wirklich aussteigt, hängt daran, ob sich die Parteien in den nächsten Tagen wieder annähern. Für den Markt ist die Botschaft schon jetzt klar: Krypto-Regeln werden in Washington nicht nur an Prinzipien entschieden, sondern an Yield-Details, Lobbyachsen und gekränktem Prozessvertrauen.