- In Südkorea sind zwei Personen festgenommen worden, nachdem 22 beschlagnahmte Bitcoin aus polizeilicher Verwahrung verschwanden.
- Die Ermittler gehen davon aus, dass interne Regelverstöße und die Nutzung eines fremden Cold Wallets den Verlust ermöglichten.
Der Fall zieht in Südkorea weitere Kreise. Nach dem Verlust von 22 beschlagnahmten Bitcoin, die heute rund 1,4 Millionen US-Dollar wert sind, wurden nun zwei Personen festgenommen.
Beschlagnahmte Coins landeten nicht im Polizei-Wallet
Laut den laufenden Ermittlungen der Gyeonggi Northern Provincial Police Agency wurde gegen mehrere interne Vorgaben verstoßen. Genau das scheint der entscheidende Punkt zu sein. Nach dem geltenden Protokoll müssen sichergestellte Kryptowährungen in einem Cold Wallet gelagert werden, das vollständig unter Kontrolle der Polizei steht.
Im vorliegenden Fall lief es anders. Die Bitcoin waren im November 2021 nach einem Hack auf eine lokale Börse per freiwilliger Übergabe sichergestellt worden. Statt sie in eine behördlich kontrollierte Verwahrung zu übertragen, wurden die Coins in einem Cold Wallet gespeichert, das einer dritten Partei aus dem Umfeld des Hackerfalls gehörte.
Das ist, nüchtern betrachtet, schon der Bruch, der den gesamten Vorgang problematisch macht.
Zugriff auf Seed Phrase öffnete die Tür
Besonders heikel ist, was die Ermittler nun offengelegt haben. Die Drittpartei soll weiterhin Zugriff auf die Seed Phrase des Wallets gehabt haben. Damit blieb die Kontrolle über die Vermögenswerte faktisch nicht allein bei den Behörden.
Noch bemerkenswerter ist ein weiterer Punkt. Berichten zufolge wusste die Polizei selbst nicht, wie die zugehörige Seed Phrase lautete.
Damit war die Verwahrung nicht nur unsauber organisiert, sondern im Kern auch nicht exklusiv gesichert. Für Ermittler ist das inzwischen zentral, weil genau diese Konstellation den Abfluss der Bitcoin ermöglicht haben könnte.
Die Behörden arbeiten den Ablauf weiter auf und prüfen, welche Verantwortlichkeiten intern und extern konkret bestanden.







