Krypto-Mining: Funktionsweise, Hardware und Kosten im Überblick

Lektoriert von
Marcel Knobloch
 - 

Krypto-Mining verbindet die Absicherung von Transaktionen mit der Ausgabe neuer Coins. Entscheidend sind Rechenleistung, Hardwareeffizienz und Stromkosten. Besonders in Deutschland, Österreich und der Schweiz müssen Miner gegen internationale Großbetriebe mit deutlich günstigeren Energieverträgen bestehen.

Wie funktioniert Krypto-Mining?

Mining ist ein Bestandteil von Proof of Work. Es legt fest, wer einen neuen Block vorschlagen darf, und erschwert nachträgliche Änderungen an der Transaktionshistorie. Am Beispiel von Bitcoin lässt sich der Ablauf in fünf Schritte aufteilen.

1. Transaktionen zu einem Block zusammenstellen

Unbestätigte Transaktionen werden über das Netzwerk verbreitet und von Nodes in einem lokalen Zwischenspeicher, dem Mempool, gesammelt. Miner beziehungsweise Poolbetreiber wählen daraus Transaktionen für ihren Blockkandidaten aus. Häufig bevorzugen sie Transaktionen mit höheren Gebühren je benötigtem Speicherplatz.

2. Den Block kryptografisch zusammenfassen

Ein Merkle Tree fasst die Transaktionen zu einem gemeinsamen Prüfwert zusammen. Dieser steht im Blockheader, zusammen mit dem Verweis auf den vorherigen Block, einem Zeitstempel, dem Schwierigkeitsziel und der Nonce. Dadurch ist der Arbeitsnachweis an einen konkreten Blockinhalt gebunden.

3. Einen passenden Hash finden

Die Mining-Hardware berechnet den Header bei Bitcoin wiederholt mit SHA-256d. Dabei werden die Nonce und weitere veränderbare Bestandteile angepasst. Gesucht wird ein Hash, dessen Zahlenwert den vorgeschriebenen Zielwert nicht überschreitet.

Eine Abkürzung zum richtigen Ergebnis ist nicht bekannt. Mehr Rechenleistung ermöglicht mehr Versuche pro Sekunde und erhöht dadurch die Gewinnchance. Diese Leistung heißt Hashrate. Ein Terahash pro Sekunde entspricht einer Billion Hashversuchen pro Sekunde.

4. Den gefundenen Block überprüfen

Der erfolgreiche Miner verbreitet seinen Block. Andere Nodes prüfen sowohl den Arbeitsnachweis als auch die Transaktionen. Ein passender Hash erlaubt weder ungültige Zahlungen noch eine beliebig hohe Coin-Ausgabe. Blöcke, die Konsensregeln verletzen, werden abgelehnt.

5. Blockvergütung erhalten

Ein akzeptierter Bitcoin-Block enthält eine besondere Transaktion, die dem Miner die erlaubte Blocksubvention und die Transaktionsgebühren zuweist. Die Subvention erzeugt neue BTC und halbiert sich alle 210.000 Blöcke. Gebühren stammen dagegen von bereits existierenden Coins.

Warum Mining Sicherheit schafft: Wer ältere Bitcoin-Blöcke verändern möchte, muss deren Arbeitsnachweise neu berechnen und eine konkurrierende Kette aufbauen. Entscheidend ist die höchste kumulierte Arbeit. Selbst eine Mehrheit der Hashrate erlaubt jedoch nicht, fremde Signaturen zu fälschen oder die Angebotsgrenze einseitig zu verändern.

Damit mehr Rechenleistung nicht dauerhaft schnellere Blöcke erzeugt, passt Bitcoin die Schwierigkeit alle 2.016 Blöcke an. Das entspricht bei der angestrebten Blockzeit von zehn Minuten ungefähr zwei Wochen. Andere Mining-Netzwerke verwenden teilweise deutlich kürzere Anpassungsintervalle.

Vom Sammeln der Transaktionen bis zum akzeptierten Block übernehmen Miner und Netzwerk-Nodes unterschiedliche Aufgaben. Die Grafik zeigt, wie Rechenarbeit und die Prüfung der Konsensregeln zusammenspielen.

Grafik: So entsteht ein Bitcoin-Block
Vereinfachter Ablauf des Bitcoin-Minings: Miner suchen einen passenden Hash. Full Nodes prüfen anschließend den Arbeitsnachweis und die Konsensregeln.

ASIC-, GPU- und CPU-Mining: Warum der Algorithmus entscheidet

Ein Mining-Gerät kann nicht automatisch jede Kryptowährung schürfen. Der Algorithmus bestimmt, welche Berechnungen und Speicherzugriffe erforderlich sind.

ASIC-Mining

Spezialisierte Chips bieten hohe Effizienz für bestimmte Algorithmen. Sie dominieren beispielsweise Bitcoin und Litecoin, lassen sich jedoch nur eingeschränkt anderweitig verwenden.

GPU-Mining

Grafikkarten eignen sich unter anderem für Ravencoin und Ergo. Sie bleiben vielseitiger nutzbar, konkurrieren aber je nach Netzwerk auch mit Spezialhardware.

CPU-Mining

Monero setzt auf RandomX. Der Algorithmus begünstigt gewöhnliche Prozessoren und soll den Vorteil spezialisierter Mining-Chips begrenzen.

Welche Kryptowährungen lassen sich minen?

Die Übersicht umfasst 35 Kryptowährungen. Sie ist nicht abschließend, weil neue Netzwerke hinzukommen und bestehende Projekte ihren Konsens ändern können. Die Hardwareangaben beschreiben typische Einsatzmöglichkeiten, keine garantierte Rentabilität.

Kryptowährung Mining-Algorithmus Übliche Hardware
Bitcoin (BTC), Bitcoin Cash (BCH), Bitcoin SV (BSV), eCash (XEC) SHA-256d ASIC
Namecoin (NMC), Syscoin (SYS) SHA-256d, Merged Mining ASIC
Litecoin (LTC), Dogecoin (DOGE), Bellscoin (BEL/BELLS) Scrypt ASIC
Dash (DASH) X11 ASIC
Zcash (ZEC) Equihash (200,9) ASIC
Kaspa (KAS) kHeavyHash ASIC
Alephium (ALPH) Blake3, doppelt ASIC
Nervos (CKB) Eaglesong ASIC
Siacoin (SC) Blake2b-Sia ASIC
Handshake (HNS) Blake2b + SHA3 ASIC
Ethereum Classic (ETC) Etchash GPU / kompatibler ASIC
EthereumPoW (ETHW) Ethash GPU / kompatibler ASIC
Ravencoin (RVN) KAWPOW GPU
Ergo (ERG) Autolykos v2 GPU
Firo (FIRO) FiroPoW GPU
Beam (BEAM) BeamHash III GPU
Grin (GRIN) Cuckatoo32+ GPU / ASIC
Conflux (CFX) Octopus GPU
Nexa (NEXA) NexaPoW GPU
Iron Fish (IRON) FishHash GPU
Vertcoin (VTC) Verthash GPU
Monero (XMR), Zephyr (ZEPH) RandomX CPU
Wownero (WOW) RandomWOW CPU
Raptoreum (RTM) GhostRider CPU
Verus (VRSC) VerusHash 2.2 CPU
Dero (DERO) AstroBWT v3 CPU
Xelis (XEL) XelisHash v3 CPU / GPU
DigiByte (DGB) SHA-256d, Scrypt, Skein, Qubit, Odocrypt ASIC / FPGA, je Algorithmus

Ethereum gehört seit dem Merge 2022 nicht mehr dazu. Das Netzwerk verwendet Proof of Stake. ETHW und Ethereum Classic sind eigenständige Netzwerke.

Solo-Mining, Pools und Merged Mining

Beim Solo-Mining erhält der erfolgreiche Miner die ihm zustehende Blockvergütung allein. Kleine Teilnehmer können allerdings sehr lange ohne Fund bleiben. Ein Mining-Pool bündelt ihre Rechenleistung und verteilt Erlöse anhand nachgewiesener Arbeit. Diese sogenannten Shares erfüllen ein leichteres Ziel als ein vollständiger Netzwerkblock.

Pools glätten die Auszahlungen, erhöhen aber nicht automatisch den erwarteten Ertrag derselben Hardware. Gebühren und Abrechnungsmodelle beeinflussen das Ergebnis. Zudem kann die Konzentration auf wenige Poolbetreiber deren Einfluss auf die Blockerstellung erhöhen.

Beim Merged Mining dient dieselbe Rechenarbeit mehreren kompatiblen Netzwerken. Ein bekanntes Beispiel sind Litecoin und Dogecoin. Zusätzliche Vergütungen hängen davon ab, welche Netzwerke der Pool unterstützt und wie er die Erlöse verteilt.

Welche Faktoren bestimmen die Mining-Rentabilität?

Mehr Hashrate bedeutet nur dann mehr Gewinn, wenn die zusätzlichen Einnahmen den höheren Aufwand übersteigen. Entscheidend sind Coin-Preis, Netzwerkschwierigkeit, Blockvergütung, Gebühren und Hardwareeffizienz.

Bei Bitcoin wird die Effizienz häufig in Joule je Terahash angegeben. Niedrigere Werte bedeuten weniger Energie für dieselbe Rechenarbeit. Steigt die Netzwerk-Hashrate schneller als die eigene Leistung, sinkt der erwartete Anteil an den Vergütungen.

Gewinnrechnung: Mining-Erlöse minus Strom, Poolgebühren, Kühlung, Wartung und Hardwareabschreibung. Ein positiver Überschuss nach Stromkosten bedeutet noch nicht, dass sich die Anschaffung amortisiert.

Ein hypothetischer Miner mit 3,5 Kilowatt verbraucht täglich 84 kWh. Bei angenommenen zehn Euro Tageserlös nach Poolgebühren dürfte Strom höchstens rund 11,9 Cent/kWh kosten, um allein die Stromrechnung zu decken. Weitere Kosten senken diese Grenze.

Die Stromkostengrenze verschiebt sich mit dem Coinpreis und der Mining-Schwierigkeit. Das folgende Rechenbeispiel zeigt beide Effekte jeweils gegenüber derselben Ausgangslage.

Wie viel darf der Strom kosten für Krypto-Mining
Modellrechnung für einen Miner mit 3,5 Kilowatt: Ein höherer Coinpreis erhöht den tragbaren Strompreis, eine höhere Difficulty senkt ihn. Die dargestellten Grenzen decken ausschließlich die Stromkosten.

Mining in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Im deutschsprachigen Raum ist Haushaltsstrom ein erheblicher Wettbewerbsnachteil. Die folgende Modellrechnung zeigt die Stromkosten eines durchgehend laufenden 3,5-kW-Miners bei konstanten Kilowattstundenpreisen. Ein Monat entspricht 30 Tagen.

Referenz Preis je kWh Strom pro Tag Strom pro Monat
Deutschland, BDEW-Haushaltsdurchschnitt 2026 0,370 Euro 31,08 Euro 932,40 Euro
Österreich, regionale Standardangebote, gerundet 0,255–0,348 Euro 21,42–29,23 Euro 642,60–876,96 Euro
Schweiz, ElCom-Haushaltsmedian 2026 0,277 CHF 23,27 CHF 698,04 CHF
Internationaler Großminer MARA, eigene Standorte, Q2 2026 0,040 US-Dollar 3,36 US-Dollar 100,80 US-Dollar

Unterschiedliche Währungen und Tarifgrundlagen. Die Werte sind Orientierungspunkte, keine direkt vergleichbaren Mining-Angebote. Haushaltsreferenzen enthalten teilweise umgelegte Fixkosten. Ein tatsächlicher Mining-Vertrag muss für den wesentlich höheren Verbrauch berechnet werden.

Deutschland

Der BDEW nennt für 2026 bislang durchschnittlich 37 Cent/kWh für Haushalte. Für kleine und mittlere Industriebetriebe sind es 17,2 Cent. Auch ein Gewerbestandort erhält deshalb nicht automatisch international konkurrenzfähige Mining-Konditionen.

Österreich

Der E-Control-Preismonitor vom Oktober 2026 zeigt bei lokalen Standardprodukten Jahreskosten von rund 891 bis 1.218 Euro für 3.500 kWh. Daraus ergeben sich rechnerisch etwa 25,5 bis 34,8 Cent/kWh. Das ist kein österreichweiter Durchschnitt. Anbieter, Netzgebiet und Tarifwahl verändern die Rechnung erheblich.

Schweiz

Für 2026 beziffert die ElCom den Median für typische Haushalte auf 27,7 Rappen/kWh. Wasserkraft im Strommix bedeutet somit nicht automatisch günstigen Haushaltsstrom. Maßgeblich bleiben der lokale Tarif und die tatsächlichen Anschlussbedingungen.

Warum internationale Mining-Farmen günstiger arbeiten

Professionelle Betreiber sichern große Strommengen über individuelle Verträge, eigene Erzeugung oder besondere Standortvereinbarungen. Dazu kommen Größenvorteile bei Hardwareeinkauf, Wartung und Kühlung.

Der Cambridge Digital Mining Industry Report 2025 ermittelte bei befragten Mining-Unternehmen einen Median von 4,5 US-Cent/kWh für Strom. Die Untersuchung umfasste 49 Unternehmen mit Aktivitäten in 23 Ländern. Das ist ein Industriebenchmark, kein weltweit verfügbarer Tarif.

MARA meldete für eigene Standorte im zweiten Quartal 2026 Energiekosten von vier US-Cent/kWh. Personal, Abschreibungen und weitere Betriebskosten kommen hinzu. Solche Konditionen erklären, weshalb dieselbe Hardware international Überschüsse erzielen kann, während sie an einem DACH-Haushaltsanschluss Verluste produziert.

Können Solarstrom und Abwärme die Rechnung verbessern?

Solarstrom: Überschüssige PV-Erzeugung kann Netzstrom ersetzen. Wirtschaftlich ist sie jedoch nicht kostenlos. Entgangene Einspeiseerlöse, Anlagenkosten und eine geringere Auslastung des Miners gehören in die Rechnung.

Abwärme: Fast die gesamte aufgenommene elektrische Energie wird letztlich zu Wärme. Wird sie tatsächlich zum Heizen benötigt, kann das andere Heizkosten ersetzen. Im Sommer entfällt dieser Nutzen häufig. Gegenüber einer Wärmepumpe bleibt elektrische Direktwärme energetisch im Nachteil.

Flexible Betriebszeiten: Bei dynamischen Tarifen kann Abschalten während teurer Stunden Verluste begrenzen. Allerdings sinken dann auch die Mining-Erlöse und die Auslastung der angeschafften Hardware.

Häufige Fragen zu Krypto-Mining

Ist Mining mit vorhandener Hardware automatisch günstiger?

Eine bereits bezahlte Grafikkarte verursacht weiterhin Stromkosten, Verschleiß und möglicherweise zusätzliche Kühlkosten. Entscheidend ist, ob die zusätzlichen Erlöse diese zusätzlichen Kosten übersteigen.

Kann ein steigender Bitcoin-Kurs unrentables Mining retten?

Ein höherer Kurs steigert zunächst den Gegenwert der Erlöse. Langfristig kann er jedoch zusätzliche Konkurrenz anziehen. Dadurch können Hashrate und Schwierigkeit steigen und den Vorteil wieder verringern.

Ist Cloud-Mining mit einer eigenen Mining-Farm vergleichbar?

Beim Cloud-Mining wird vertraglich Rechenleistung gekauft. Zur Mining-Wirtschaftlichkeit kommen Anbieter-, Vertrags- und Auszahlungsrisiken. Besonders wichtig sind sämtliche Gebühren und mögliche Kündigungen bei sinkender Rentabilität.

Hinweis: Bei der Erstellung dieses Artikels wurde künstliche Intelligenz (KI) unterstützend eingesetzt. Die Inhalte wurden anschließend redaktionell geprüft und überarbeitet.