Was ist Bitcoin Cash (BCH)? – Günstige Zahlungen, aber kaum echte Nutzung

Bitcoin Cash ist eine Kryptowährung die am 1. August 2017 durch einen Hard Fork von Bitcoin entstand. BCH will die ursprüngliche Vision von Bitcoin als elektronisches Peer-to-Peer-Zahlungsmittel umsetzen und verwendet für die Skalierung größere Blöcke.

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Was ist Bitcoin Cash?

Bitcoin Cash ist das Ergebnis eines öffentlichen Streits innerhalb der Bitcoin-Community, der von 2015 bis 2017 tobte. Die Auseinandersetzung wurde auch „Blocksize War“ genannt und gipfelte im Bitcoin-Cash-Hard-Fork am 1. August 2017.

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Als Hard Fork hat Bitcoin Cash die wesentlichen Eigenschaften von Bitcoin übernommen:

Maximalmenge
21 Mio. BCH
Konsens
Proof of Work
Mining
SHA-256
Blockzeit
ca. 10 Min.

Die Kernfrage des Blocksize Wars bestand darin, wie das Netzwerk mit einer steigenden Zahl von Transaktionen skalieren soll.

Big Blocker

Die Gruppe rund um Roger Ver, Bitmain und ViaBTC wollte das Blockgrößenlimit deutlich erhöhen. Mehr Transaktionen sollten direkt auf der Bitcoin-Blockchain verarbeitet werden können.

Small Blocker

Core-Entwickler wie Pieter Wuille oder Luke Dashjr forderten die Beibehaltung der 1-Megabyte-Blockgröße. Mit SegWit und dem Lightning Network sollte die Skalierung anders erfolgen.

Beide Lager konnten sich nicht einigen. Am 1. August 2017 wurde die Bitcoin-Blockchain bei Block 478.559 geforkt. Jeder Bitcoin-Besitzer erhielt im Verhältnis 1:1 dieselbe Menge BCH.

Blockgröße:
Die neu entstandene Blockchain erhöhte das Blockgrößenlimit zunächst von einem auf acht Megabyte. Im Mai 2018 wurde es auf 32 Megabyte angehoben. Seit Mai 2024 verwendet Bitcoin Cash einen adaptiven Algorithmus, der das maximale Blockgrößenlimit bei steigender Nachfrage automatisch erweitern kann.

Ist Bitcoin Cash der echte Bitcoin?

Unterstützer von Bitcoin Cash argumentieren, dass BCH der „echte Bitcoin“ sei, weil er der ursprünglichen Beschreibung aus Satoshi Nakamotos Whitepaper „Bitcoin: A Peer-to-Peer Electronic Cash System“ näherkommt. Aus ihrer Sicht sollte Bitcoin in erster Linie ein alltägliches Zahlungsmittel sein.

Die Bitcoin-Community hält dagegen, dass sich die „echte“ Bitcoin-Blockchain durch den wirtschaftlichen Konsens von Nutzern, Börsen, Unternehmen, Entwicklern und Minern bestimmt. Bitcoin Cash konnte sich bei diesen Faktoren nicht gegen BTC durchsetzen.

Bitcoin besitzt heute eine um ein Vielfaches höhere Marktkapitalisierung, mehr Liquidität, mehr Rechenleistung und eine deutlich stärkere Adoption. BCH ist deshalb nicht „der echte Bitcoin“.

Wie funktionieren Bitcoin-Cash-Transaktionen?

Nutzer geben in ihrer Wallet die BCH-Adresse des Empfängers, den Betrag und die gewünschte Gebühr ein. Die Transaktion wird signiert und anschließend an das Netzwerk übertragen.

1

Wallet signiert

2

Netzwerk empfängt

3

Miner bündeln

4

Block bestätigt

Miner bündeln die Transaktionen in Blöcken und konkurrieren darum, eine kryptografische Rechenaufgabe zu lösen. Der erfolgreiche Miner fügt den nächsten Block zur Blockchain hinzu und erhält dafür die Blockbelohnung sowie die enthaltenen Transaktionsgebühren.

Für kleine Zahlungen können Händler eine Transaktion bereits vor der Aufnahme in einen Block akzeptieren. Bitcoin Cash unterstützt dafür sogenannte Double Spend Proofs. Sie sollen Teilnehmer warnen, wenn jemand versucht, dieselben Coins in zwei konkurrierenden Transaktionen auszugeben.

Die nachfolgende Infografik gibt einen vereinfachten Überblick, wie Mining und Bitcoin Cash-Transaktionen funktionieren:

Wie funktioniert Bitcoin Cash BCH
Im Detail: So funktionieren das Mining und die Transaktionen von Bitcoin Cash

Wie günstig sind Bitcoin-Cash-Transaktionen?

Niedrige Gebühren gehören zu den größten Stärken von Bitcoin Cash. Am 8. Juli 2026 kostete eine durchschnittliche Transaktion rund 0,004 US-Dollar. Die Median-Gebühr lag sogar bei weniger als 0,001 US-Dollar.

0,004 USD
Durchschnittliche Gebühr
< 0,001 USD
Median-Gebühr

Bitcoin Cash eignet sich damit technisch für Mikrozahlungen und kleinere Überweisungen. Der Unterschied zu Bitcoin entsteht vor allem durch die freie Blockkapazität.

Dies ist nicht wirklich ein Erfolg der Skalierung, sondern das Ergebnis fehlender Adoption. Solange die Blöcke fast leer bleiben, müssen Nutzer nicht um die Aufnahme ihrer Transaktionen konkurrieren.

In der Praxis wird die 32-MB-Blockkapazität nicht annähernd benötigt. Am 8. Juli 2026 betrug die durchschnittliche Blockgröße lediglich rund 53 Kilobyte. Damit nutzte Bitcoin Cash im Durchschnitt nur etwa 0,16 Prozent seiner bereits verfügbaren Basiskapazität.

32 MB
Verfügbare Blockkapazität
53 KB
Durchschnittliche Blockgröße
0,16 %
Genutzte Basiskapazität

Wie stark wird Bitcoin Cash genutzt?

Am 8. Juli 2026 verarbeitete Bitcoin Cash innerhalb von 24 Stunden rund 12.000 Transaktionen. Das entsprach durchschnittlich etwa 500 Transaktionen pro Stunde oder rund 77 Transaktionen je Block.

600.000+
Bitcoin-Transaktionen pro Tag
174.000
Litecoin-Transaktionen pro Tag
12.000
Bitcoin-Cash-Transaktionen pro Tag

Da nachfolgende Chart von BitinfoCharts zeigt die Entwicklung der täglichen Transaktionen auf Bitcoin, Litecoin und Bitcoin Cash über das vergangene Jahr im Vergleich. Die Rangfolge ist eindeutig:

Historischer Chart der Bitcoin-, Litecoin- und Bitcoin Cash-Transaktionen
Historischer Chart der Bitcoin-, Litecoin- und Bitcoin Cash-Transaktionen, Quelle: BitinfoCharts
Harte Realität:
Bitcoin Cash wickelte damit nur ungefähr zwei Prozent des Bitcoin-Transaktionsvolumens und rund sieben Prozent der Litecoin-Transaktionen ab.

Was sind CashTokens?

CashTokens sind ein seit Mai 2023 verfügbarer Token-Standard auf Bitcoin Cash. Entwickler können fungible Token, NFTs und tokenbasierte Smart Contracts direkt auf der BCH-Blockchain erstellen.

Anders als bei einer Sidechain werden CashTokens durch dieselben Miner und denselben Proof-of-Work-Konsens wie normale BCH-Transaktionen abgesichert. Die Token können unter anderem für Stablecoins, Handelsplattformen, Spiele, Crowdfunding und Finanzanwendungen verwendet werden.

Das Problem:
Die wirtschaftliche Adoption ist gering. Cauldron, die wichtigste dezentrale CashTokens-Börse, verfügte im Juli 2026 über rund 776.000 US-Dollar TVL.
776.000 USD
TVL auf Cauldron
11.300 USD
24-Stunden-Volumen
170.000 USD
7-Tage-Volumen
648.000 USD
30-Tage-Volumen

Wie sicher ist Bitcoin Cash?

Bitcoin Cash verwendet denselben SHA-256-Mining-Algorithmus wie Bitcoin. Grundsätzlich kann dieselbe Mining-Hardware deshalb zwischen BTC und BCH wechseln.

Das BCH-Netzwerk verfügte am 8. Juli 2026 über eine Rechenleistung von rund 3,8 Exahashes pro Sekunde. Bitcoin kam Mitte Juni 2026 auf ungefähr 820 Exahashes pro Sekunde. Die Rechenleistung von Bitcoin Cash entspricht damit weniger als 0,5 Prozent der Bitcoin-Hashrate.

3,8 EH/s
Bitcoin-Cash-Hashrate
820 EH/s
Bitcoin-Hashrate
< 0,5 %
Der Bitcoin-Hashrate
Sicherheitsrisiko:
Die deutlich niedrigere Hashrate macht Bitcoin Cash anfälliger für 51-Prozent-Angriffe oder kurzfristige Verschiebungen der Mining-Leistung.

Langfristiges Problem: Kaum Einnahmen aus Gebühren

Miner erhalten im Juli 2026 pro Block 3,125 BCH. Die durchschnittlichen Gebühren beliefen sich dagegen nur auf etwa 0,004 BCH je Block. Lediglich rund 0,05 Prozent der gesamten Miner-Einnahmen entfallen damit auf Transaktionsgebühren. Praktisch das vollständige Sicherheitsbudget wird durch die Blockbelohnung finanziert.

Da sich die Blockbelohnung ungefähr alle vier Jahre halbiert, könnte es ohne einen erheblichen Anstieg des BCH-Kurses oder der Gebühren langfristig immer weniger finanziellen Anreiz geben, das Netzwerk zu sichern. Bitcoin Cash steht damit langfristig vor einem existenziellen Problem.

Wichtig zu wissen ist, dass Bitcoin vor demselben Problem steht. Bitcoin besitzt allerdings eine erheblich höhere Nachfrage nach Blockspace und erzielt entsprechend höhere Gebühren.

BCH-Kurs: Warum liegt Bitcoin Cash 94 Prozent unter dem Allzeithoch?

Bitcoin Cash erreichte im Dezember 2017 ein Allzeithoch von rund 3.785,82 US-Dollar. Am 8. Juli 2026 kostet 1 BCH nur noch 232 US-Dollar.

Abstand zum Allzeithoch
rund −94 %

Der Kursverlust ist keine Übertreibung des Marktes, sondern die Folge einer klar gescheiterten Adaption.

Der langfristige Kursverlust hat einen Hauptgrund: BCH wollte nicht einfach irgendein Altcoin sein, sondern Bitcoin als globales Peer-to-Peer-Zahlungsmittel ablösen. Genau daran ist Bitcoin Cash gescheitert.

Die Idee war klar: größere Blöcke, niedrigere Gebühren, mehr Transaktionen direkt auf der Blockchain. Technisch funktioniert das auch. Das Problem ist nur: Kaum jemand nutzt Bitcoin Cash.

Der Markt hat sich eindeutig gegen Bitcoin Cash entschieden. Bitcoin gewann den Kampf um Marke und gesellschaftliche Wahrnehmung. BTC gilt heute als digitales Gold und wichtigstes Krypto-Asset. BCH dagegen wird überwiegend als gescheiterter Bitcoin-Fork betrachtet.

Harte Einordnung:
Auch als Zahlungsmittel ist Bitcoin Cash praktisch gescheitert. Wer schnelle und günstige Zahlungen will, nutzt heute häufig Stablecoins oder andere günstige Netzwerke.

Deshalb ist BCH heute vor allem ein Spekulationsobjekt. Der Kurs steigt oder fällt weniger wegen realer Nutzung, sondern wegen Marktzyklen und der Hoffnung auf ein Comeback.

Bitcoin Cash ist ein aktives Projekt, aber als große Bitcoin-Alternative gescheitert. Der Kursverlust von 94 Prozent ist keine Übertreibung des Marktes, sondern die Folge davon, dass BCH keine reale Adoption erreichen konnte.

Ist Bitcoin Cash ein totes Projekt?

Bitcoin Cash ist kein totes Projekt im wörtlichen Sinne. Die Blockchain produziert zuverlässig neue Blöcke, täglich finden rund 12.000 Transaktionen statt und BCH wird weiterhin auf großen Börsen gehandelt.

Auch die Entwicklung ist aktiv. Das Netzwerk erhielt im Mai 2026 ein bedeutendes Upgrade. Mit CashTokens, Cauldron, Paytaca, BCH Bull, AnyHedge und weiteren Anwendungen existiert ein kleines, funktionierendes Ökosystem.

Gemessen an seinem ursprünglichen Anspruch fällt das Urteil jedoch deutlich härter aus. Bitcoin Cash wollte Bitcoin als weltweites Peer-to-Peer-Zahlungsmittel überholen. Stattdessen verarbeitet BCH weniger Transaktionen als Litecoin, nutzt nur rund 0,16 Prozent seiner grundlegenden Blockkapazität und verfügt über weniger als 0,5 Prozent der Bitcoin-Hashrate.

Unsere Einschätzung: Bitcoin Cash ist kein totes Projekt, aber es hat den Kampf um den „echten Bitcoin“ deutlich verloren. Nun ist es ein Nischenprojekt für eine eingefleischte Fangemeinschaft.

Als Investment ist BCH maximal eine spekulative Wette auf ein Comeback. Für eine andere Bewertung müsste Bitcoin Cash über längere Zeit deutlich steigende Transaktionen und reale Adoption durch Händler erreichen.

Häufig gestellte Fragen zu Bitcoin Cash

Die folgenden Antworten behandeln praktische Fragen zu Wallets, Adressen, Übertragungen, alter Fork-Beanspruchung und sicherer Aufbewahrung von BCH. Falls dich eine Frage interessiert, klicke einfach darauf, um die Antwort zu sehen.

Welche Wallet benötigt man für Bitcoin Cash?

Für BCH wird eine Wallet benötigt, die Bitcoin Cash ausdrücklich unterstützt. Viele klassische Bitcoin-Wallets können BCH nicht automatisch verwalten. Vor einer Einzahlung sollte deshalb geprüft werden, ob die Wallet BCH senden und empfangen kann.

Was ist eine CashAddr-Adresse?

CashAddr ist ein Adressformat für Bitcoin Cash. Es wurde eingeführt, um BCH-Adressen besser von Bitcoin-Adressen unterscheiden zu können. Häufig beginnen diese Adressen mit dem Präfix „bitcoincash:“.

Kann man BCH an eine Bitcoin-Adresse senden?

BCH sollte nicht an eine BTC-Einzahlungsadresse gesendet werden. Auch wenn manche alten Adressformate ähnlich aussehen, handelt es sich um unterschiedliche Netzwerke. Bei einer falschen Einzahlung können die Coins schwer oder gar nicht wiederherstellbar sein.

Was passiert, wenn BCH an die falsche Börsenadresse gesendet werden?

Wird BCH an eine Adresse oder über ein Netzwerk gesendet, das die Börse nicht unterstützt, kann die Einzahlung verloren gehen. Einige Börsen können solche Fehler gegen Gebühr manuell prüfen, andere schließen eine Wiederherstellung vollständig aus.

Kann man alte BCH aus dem Bitcoin-Fork noch beanspruchen?

Wer am 1. August 2017 Bitcoin selbst verwahrt und die privaten Schlüssel kontrolliert hat, kann grundsätzlich auch die damals entstandenen BCH beanspruchen. Wer seine BTC damals auf einer Börse hielt, war dagegen von der jeweiligen Börsenregelung abhängig.

Wie beansprucht man alte BCH sicher?

Zuerst sollten die ursprünglichen BTC auf eine neue sichere Bitcoin-Adresse verschoben werden. Erst danach sollte der alte private Schlüssel oder Seed in einer BCH-kompatiblen Wallet verwendet werden. So wird verhindert, dass noch vorhandene BTC durch eine unsichere Software gefährdet werden.

Wie viele Bestätigungen sollte man bei BCH abwarten?

Für kleine Beträge reicht in der Praxis oft eine geringe Zahl an Bestätigungen. Bei größeren Beträgen ist es sinnvoll, mehrere Blöcke abzuwarten. Börsen legen meist eigene Mindestanforderungen fest, bevor eine Einzahlung gutgeschrieben wird.

Kann eine BCH-Transaktion rückgängig gemacht werden?

Eine bestätigte BCH-Transaktion kann nicht zurückgebucht werden. Wurde eine falsche Adresse verwendet, hängt eine Rückgabe vollständig davon ab, ob der Empfänger erreichbar und kooperationsbereit ist.

Kann man Bitcoin Cash staken?

Nein. Bitcoin Cash verwendet Proof of Work und kein Proof of Stake. BCH kann daher nicht direkt im Netzwerk gestakt werden. Angebote mit „BCH-Staking“ sind meist Lending-, Earn- oder Börsenprodukte mit zusätzlichen Gegenparteirisiken.

Kann Bitcoin Cash auf einer Hardware-Wallet gespeichert werden?

Ja. Verschiedene Hardware-Wallets unterstützen BCH. Wichtig ist, beim Empfang das richtige Netzwerk und das richtige Adressformat zu verwenden. Vor größeren Überweisungen empfiehlt sich immer eine kleine Testtransaktion.

Was ist der Unterschied zwischen BCH in der eigenen Wallet und BCH auf einer Börse?

In einer eigenen Wallet kontrolliert der Nutzer die privaten Schlüssel selbst. Auf einer Börse besitzt der Nutzer dagegen nur einen Anspruch gegenüber dem Anbieter. Bei Börsenproblemen, Auszahlungsstopps oder Kontosperrungen besteht daher ein zusätzliches Risiko.

Welche Rolle spielt Bitcoin.com bei Bitcoin Cash?

Bitcoin.com ist ein wichtiger Dienstleister und Medienakteur im BCH-Umfeld, kontrolliert das Netzwerk aber nicht. Bitcoin Cash wird durch Miner, Nodes, Entwickler, Nutzer und den wirtschaftlichen Konsens des Marktes getragen.

Muss man Gewinne mit Bitcoin Cash versteuern?

Die steuerliche Behandlung hängt vom Wohnsitz, der Haltedauer und der konkreten Nutzung ab. Verkäufe, Tauschgeschäfte, Fork-Zuteilungen und Erträge aus Börsenprodukten können steuerlich relevant sein. Alle Transaktionen sollten sorgfältig dokumentiert werden.