Nachdem am Donnerstag der größte Hack in der Geschichte der Kryptowährungen bei Binance stattfand und dabei Vermögenswerte in Höhe von 6,3 Milliarden USD gestohlen wurden, ist der Bitcoin-Kurs von 80.000 USD auf 76.500 USD gefallen.
Infolgedessen breitete sich Panik am Markt aus, sodass auch der Fear-and-Greed-Index weiter in Richtung extremer Angst gefallen ist. Eine wichtige Frage bleibt jedoch offen: Wird es starke Nachwirkungen geben, die den Bitcoin-Kurs in den Abgrund reißen könnten?
Das Schlimmste scheint bereits überstanden
Der Investor und Analyst Anthony Pompliano erklärt auf X, dass die aktuellen Entwicklungen rund um den Binance-Hack bullisch für Bitcoin sind:
„Eine der größten Kryptobörsen der Welt wird gehackt und dabei werden 6 Milliarden Dollar erbeutet – doch Bitcoin fällt um nur knapp 5 %?
Extrem bullisch.“
Wenngleich der Hack dunkle Spuren hinterlassen wird, zeigt dies auch, dass der tatsächliche Einfluss des Vorfalls auf den Bitcoin weniger drastisch zu sein scheint, als die Marktreaktion einiger Investoren vermuten lässt.
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Der Mitgründer von Binance, Changpeng Zhao, beschreibt auf X, dass der Binance-Hack mit gestohlenen Vermögenswerten in Höhe von über 6 Milliarden USD gemessen am Dollarwert weltweit auf Platz 1 steht. Betrachtet man jedoch die Menge der gestohlenen Bitcoin im Vergleich zu Mt. Gox, fällt der Vorfall deutlich kleiner aus:
„6,3 Milliarden US-Dollar sind gemessen am Dollarwert der größte Hack aller Zeiten – nicht jedoch gemessen an der Menge der gestohlenen Bitcoins. Bei Mt. Gox waren es 650.000 BTC!“
Die nordkoreanische Hackergruppe TraderTraitor konnte insgesamt 18.270 BTC und mehr als 420.000 ETH von Binance erbeuten. Die folgende Tabelle verdeutlicht die von Zhao angesprochenen Größenverhältnisse.
| Kennzahl | Binance-Hack (Oktober 2026) | Mt.-Gox-Hack (2011–2014) |
|---|---|---|
| Gesamtschaden zum Zeitpunkt des Hacks | Ca. 6,36 Mrd. US-Dollar | Ca. 450–500 Mio. US-Dollar |
| Menge der gestohlenen Kryptowährungen | Verschiedene Kryptowährungen, darunter ca. 18.270 BTC und 420.000 ETH | Ca. 650.000 bis 850.000 BTC |
| Anteil am Gesamtmarkt | Weniger als 1 % der gesamten Krypto-Marktkapitalisierung im Jahr 2026 | Ca. 5–7 % aller damals existierenden Bitcoin |
| Heutiger Wert der gestohlenen Vermögenswerte | Ca. 6,36 Mrd. US-Dollar (aktueller Vorfall) | Über 50 Mrd. US-Dollar (auf Basis der Bitcoin-Kurse von 2026) |
Binance will sämtliche Verluste übernehmen – Entwarnung für Bitcoin?
Ein entscheidender Unterschied zu früheren Krypto-Katastrophen könnte die finanzielle Absicherung der betroffenen Kunden sein. Denn während bei Mt. Gox und FTX zahlreiche Anleger den Zugriff auf ihre Vermögenswerte verloren, verspricht Binance, die gesamten Verluste aus eigenen Mitteln und dem SAFU-Sicherheitsfonds zu decken.
In einer offiziellen Mitteilung vom 30. Oktober erklärte die Börse, dass bereits rund 3 Milliarden US-Dollar der gestohlenen Kryptowährungen eingefroren werden konnten.
Darüber hinaus hat Binance nach eigenen Angaben bereits mehr als 6,34 Milliarden US-Dollar zur Deckung des Schadens bereitgestellt. Rund 5 Milliarden US-Dollar davon sollen bereits in den unmittelbar betroffenen Kryptowährungen vorhanden sein.
Damit könnte ein entscheidender Faktor für einen noch stärkeren Kurseinbruch entfallen: die Befürchtung, dass Millionen Kunden ihre Einlagen verlieren und dadurch eine Vertrauenskrise mit weiteren Dominoeffekten für den gesamten Kryptomarkt entsteht.
Allerdings sind diese Zusicherungen noch kein endgültiger Beweis dafür, dass die Krise vollständig überwunden ist. Binance muss die angekündigte Absicherung der Kundengelder durch aktualisierte Reservenachweise bestätigen und den regulären Betrieb wiederherstellen.
Bereits am Sonntag, den 01.11.2026, sollen erste Abhebungen wieder freigegeben werden.
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Droht Bitcoin eine zweite Verkaufswelle?
Trotz der bisherigen Widerstandsfähigkeit des Bitcoin-Kurses besteht weiterhin ein erhöhtes Risiko. Denn ein großer Teil der gestohlenen Kryptowährungen befindet sich nach wie vor unter der Kontrolle der Angreifer.
Wie eine Blockchain-Analyse von CoinDesk zeigt, wurden die insgesamt 18.270 erbeuteten BTC auf 19 verschiedene Wallets verteilt. Bis zum frühen Freitagmorgen waren von diesen Adressen noch keine weiteren Bitcoin abgeflossen.
Anders als bei zentral verwalteten Stablecoins können die gestohlenen Bitcoin jedoch nicht einfach durch einen Herausgeber eingefroren werden. Die Angreifer könnten deshalb versuchen, ihre Bestände über verschiedene Handelsplattformen oder andere Handelswege zu veräußern.
Sollten größere Mengen dieser Bitcoin innerhalb kurzer Zeit auf den Markt gelangen, könnte dies zusätzlichen Verkaufsdruck auslösen. Ob und in welchem Umfang sich solche Verkäufe tatsächlich auf den Bitcoin-Kurs auswirken würden, hängt allerdings von der Marktliquidität und der Vorgehensweise der Angreifer ab.
Die vergleichsweise geringe Kursreaktion auf den milliardenschweren Angriff kann somit durchaus als Zeichen der Stärke gewertet werden. Eine Garantie dafür, dass Bitcoin keine weiteren Verluste erleidet, ist sie jedoch nicht.












