Bitcoin kämpft nach einem erneuten Rücksetzer am Wochenende um die Zone bei 80.000 US-Dollar. Damit könnte diese Woche für den BTC-Kurs richtungsweisend werden.

Droht Bitcoin ein erneuter Absturz?

Analyst Ted Pillows (@TedPillows) verortet Bitcoin zwischen größeren Liquiditätszonen bei rund 81.500 und 79.000 Dollar. Weil das Momentum derzeit die Verkäufer begünstigt, hält er einen Absturz zur tiefer liegenden Liquidität für wahrscheinlicher:

„Bitcoin sieht so aus, als wolle er weiter fallen. Jeder Kursanstieg geht lediglich auf die Schließung von Short-Positionen zurück, nicht auf Nachfrage am Spotmarkt. Verliert Bitcoin die 80.000-Dollar-Zone auf Wochenbasis, könnten wir bald eine Kapitulation erleben.“

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Mittelfristig ist für ihn die Wochenstruktur entscheidend. Eine kurzfristige Rückeroberung der 80.000-US-Dollar-Marke allein wäre für Ted ein klares Anzeichen der Schwäche:

„Es sieht so aus, als wolle BTC weiter nach unten. Jeglicher Kursanstieg ist lediglich auf die Schließung von Short-Positionen zurückzuführen, nicht auf eine Nachfrage am Spotmarkt. Sollte Bitcoin auf Wochenbasis die 80.000-USD-Marke verlieren, könnten wir schon bald eine Kapitulation erleben.“

Bitcoin-Wochenchart mit Bollinger-Bändern und einem Kurs nahe 80.200 Dollar nach dem jüngsten Rücksetzer.
Bitcoin testet im Wochenchart erneut die Zone um 80.000 Dollar. Ted Pillows warnt vor einer möglichen Kapitulation, sollte dieser Bereich auf Wochenbasis verloren gehen. Quelle: Ted Pillows / TradingView.

Daan Crypto Trades (@DaanCrypto) beschreibt den Wochenendrücksetzer als Wiederholung des Musters der Vorwoche. Bitcoin hat das 61,8-Prozent-Fibonacci-Retracement der jüngsten Aufwärtsbewegung getestet und unterschritt erneut die lokalen Tiefststände. Für Daan ist die 80.000-US-Dollar-Marke in dieser Woche ebenfalls entscheidend:

„Inzwischen notiert der Kurs wieder über der unteren Begrenzung der lokalen Handelsspanne bei etwa 80.000 USD. Dies ist der entscheidende Bereich, den es in der kommenden Woche im Auge zu behalten gilt.“

Bitcoin-Vierstundenchart mit Fibonacci-Marken bei rund 79.666 und 79.265 Dollar sowie gleitenden Durchschnitten oberhalb des Kurses.
Bitcoin erobert nach dem Wochenendrücksetzer die lokale Range-Untergrenze um 80.000 Dollar zurück. Die 200-Perioden-Durchschnitte liegen bei rund 81.916 und 83.339 Dollar. Quelle: Daan Crypto Trades / TradingView.

Oberhalb des Kurses zeigt Daans Chart den exponentiellen 200-Perioden-Durchschnitt bei rund 81.916 Dollar und den einfachen 200-Perioden-Durchschnitt bei rund 83.339 Dollar. Beide Kursziele liegen noch deutlich über dem aktuellen Kurs.

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Michaël van de Poppe prognostiziert ein kurzes Unterschreiten des Tiefs mit anschließender schneller Erholung. In seinem Beitrag vom 24. Oktober zieht er zugleich eine klare Grenze für die Fortsetzung des bisherigen Aufwärtstrends:

„Ehrlich gesagt würde man viel lieber sehen, dass Bitcoin dieses Tief kurz unterschreitet und anschließend rasch wieder nach oben dreht. Ich möchte keine tiefe Korrektur sehen, bei der der Kurs unter 77.000 Dollar fällt, denn das würde bedeuten, dass wir diesen Aufwärtstrend beenden und vor einer deutlich längeren Konsolidierungsphase stehen.“

Bitcoin-Chart von Michaël van de Poppe mit Kursmarken bei 79.765, 82.938 und 76.269 US-Dollar sowie RSI, MACD und Handelsvolumen.
Bitcoin erholt sich nach dem Unterschreiten des markierten Tiefs bei 79.765 US-Dollar. Michaël van de Poppe kennzeichnet 82.938 US-Dollar als Invalidierungsmarke seiner Analyse. Quelle: Michaël van de Poppe / TradingView.

Termine: Fed, US-Daten und Strategy

Wie wir berichteten, steht für Bitcoin und den breiteren Kryptomarkt eine äußerst vollgepackte Woche mit Makro-News an. Am Mittwoch veröffentlicht die Fed ihren Zinsentscheid. Am Donnerstag folgen das US-Bruttoinlandsprodukt für das dritte Quartal sowie die September-Daten zum PCE-Preisindex. Auch die Quartalsberichte großer US-Techunternehmen könnten den Bitcoin-Markt beeinflussen.

Bei Strategy könnte der bislang ausgebliebene Chart mit den orangefarbenen Kaufmarkierungen von Michael Saylor auf eine erneute Pause bei Bitcoin-Käufen hindeuten. Am Donnerstag, dem 29. Oktober, veröffentlicht das Unternehmen nach US-Börsenschluss seine Quartalszahlen. Die anschließende Präsentation könnte neue Einblicke in die weiteren Kaufpläne liefern und den BTC-Kurs damit ebenfalls beeinflussen.

Auch der Iran-Krieg bleibt ein wichtiger Faktor Bitcoin. Derzeit wächst die Sorge vor einer erneuten größeren Eskalation. Indes erklärte Trump am Sonntag: „Heute wird es keinen Angriff geben.“ Irans Außenministerium betonte unterdessen, dass über Vermittler weiter Nachrichten mit Washington ausgetauscht würden. Die Verhandlungen stocken jedoch seit Wochen.

Für Bitcoin könnte eine Entspannung über niedrigere Ölpreise, geringere Inflationssorgen und eine höhere Risikobereitschaft unterstützend wirken. Eine erneute militärische Eskalation bleibt dagegen ein Belastungsrisiko für den Markt.