Der Bitcoin-Kurs notiert derzeit rund 36 % unter seinem Allzeithoch von 126.198,07 USD, das Bitcoin am 6. Oktober 2025 laut Daten von Coinbase erreichte.

Trotz der jüngsten Erholung von 58.000 USD auf 80.500 USD zum Redaktionszeitpunkt fehlt bislang der entscheidende Impuls, um BTC über den Widerstand bei 87.100 USD zu heben. (Artikel wird nach dem Chart fortgesetzt.)

In einer neuen Analyse erklärt der CryptoQuant-Analyst Crypto Vizar, wann Bitcoin sein bisheriges Allzeithoch durchbrechen könnte.

Bitcoin braucht laut On-Chain-Daten mehr Zeit

Vizar sieht Bitcoin nicht mehr in einer klassischen Kapitulationsphase, sondern auf dem Weg zu weiter steigenden Kursen. Seiner Einschätzung nach dürfte BTC allerdings noch deutlich mehr Zeit benötigen, um das bisherige Allzeithoch zu überwinden. Er führt dazu aus:

„Was wir aus früheren Marktzyklen lernen können, ist, dass die Erholung bis zum alten Allzeithoch normalerweise länger dauert als der vorausgegangene Bärenmarkt. Anleger brauchen Zeit, um nach einer ausgeprägten Verlustphase wieder Vertrauen aufzubauen. Deshalb halte ich es für unwahrscheinlich, dass Bitcoin innerhalb weniger Wochen oder noch in diesem Jahr bereits ein neues Allzeithoch erreicht.“

Historische Vergleichsdaten stützen diese Einschätzung: In vergangenen Marktzyklen benötigte Bitcoin zwischen 469 und rund 700 Tagen, um nach einem Bärenmarkttief wieder sein vorheriges Rekordniveau zu erreichen. Die folgende Grafik zeigt den Verlauf der Marktzyklen seit 2013.

Bitcoin-Kursentwicklung von 2013 bis 2026 auf logarithmischer Skala mit farblich markierten Bärenmärkten und Erholungsphasen vor neuen Höchstständen.
Historische Bitcoin-Kursentwicklung seit 2013: Die Grafik zeigt die wichtigsten Kurszyklen mit Allzeithochs, Bärenmärkten und anschließenden Erholungsphasen bis 2026. Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=U-I_qW-3OzA

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Als maßgebliche Indikatoren gelten dabei das Kauf- und Verkaufsverhalten kurzfristiger Marktteilnehmer sowie die Entwicklung ihrer durchschnittlichen Einstandskurse:

„Wir brauchen mehrere Monate, in denen Bitcoin oberhalb der zentralen Kostenbasis handelt. Erst wenn genügend Coins zu höheren Preisen den Besitzer gewechselt haben und der Markt die Gewinnmitnahmen absorbieren kann, entsteht die Grundlage für einen weiteren Anstieg in Richtung des bisherigen Allzeithochs.“

Zwischen 98.000 und 106.000 Dollar wartet Verkaufsdruck

Für die zukünftige Kursentwicklung von Bitcoin identifiziert der Analyst mehrere wichtige Kursniveaus. Eine dynamische Unterstützungszone liegt seinem Modell zufolge zwischen 74.000 und 77.000 USD. Auf der Oberseite könnte insbesondere der Bereich zwischen 98.000 und 106.000 USD entscheidend werden:

„Diese Zone könnte für Bitcoin besonders schwierig werden, weil dort zahlreiche langfristige Anleger ihre Bestände wieder mit geringeren Verlusten oder sogar kleinen Gewinnen verkaufen können. Sollte der Markt jedoch nachhaltig über 106.000 Dollar steigen, wäre das für mich ein frühes Signal, dass die Rückkehr zum bisherigen Allzeithoch deutlich wahrscheinlicher wird.“

Daten von CryptoQuant zeigen zudem, dass der Bitcoin-Kurs zuletzt deutlich schneller gestiegen ist als die realisierte Marktkapitalisierung. Laut Crypto Vizars Analyse führte jeder zusätzliche Dollar an realisierter Kapitalisierung seit Mitte August zu einem Anstieg der gesamten Bitcoin-Marktkapitalisierung um rund 27 Dollar.

Vergleich der Bitcoin-Marktkapitalisierung und Realized Cap im Marktzyklus 2026. Das Diagramm zeigt die prozentuale Entwicklung über rund 108 Tage seit dem Kurstief am 30. Juni 2026.
Bitcoin-Marktkapitalisierung und Realized Cap im Marktzyklus 2026: Seit dem Kurstief stieg die Marktkapitalisierung um 40,5 %, während die Realized Cap um 1,7 % zunahm. Die Grafik zeigt den Übergang von der Washout-Phase zur ersten Erholungsphase (Ignition). Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=U-I_qW-3OzA

In fortgeschrittenen Erholungsphasen früherer Marktzyklen lag dieses Verhältnis dagegen nur beim Drei- bis Sechsfachen. Der Analyst geht deshalb davon aus, dass sich der Kursanstieg zunächst abschwächen und Bitcoin eine Zeit lang seitwärts bewegen könnte:

„Für jeden Dollar, um den die realisierte Kapitalisierung seit Mitte August netto gestiegen ist, hat sich die Marktkapitalisierung um 27 Dollar erhöht. Das zeigt, dass die Marktbewertung deutlich schneller gestiegen ist als die realisierte Kapitalisierung.

Eine solche Entwicklung ist auf Dauer nicht nachhaltig. Historisch gesehen schwächt sich dieses Verhältnis mit der Zeit ab, während der Markt in eine Phase der Seitwärtsbewegung übergeht.“

Wann könnte Bitcoin wieder ein neues Allzeithoch erreichen?

Eine Modellrechnung auf Basis historischer Marktzyklen liefert dafür einen konkreten Anhaltspunkt. Ausgehend von einem angenommenen Zyklustief am 30. Juni 2026 und einer vorangegangenen Bärenmarktdauer von 267 Tagen ergibt sich bei einem historischen Erholungsfaktor von 1,24 eine Erholungsphase von rund 331 Tagen.

Vergleich der Bitcoin-Marktzyklen 2015, 2018, 2022 und 2026 mit Allzeithochs, Kurstiefs, prozentualen Kursverlusten sowie Dauer und Geschwindigkeit der anschließenden Erholung.
Bitcoin-Bärenmärkte im historischen Vergleich: Die Tabelle zeigt Kursverluste, Erholungszeiten und Erholungsgeschwindigkeiten der Marktzyklen 2015, 2018, 2022 und 2026. Der Zyklus 2026 ist noch nicht abgeschlossen. Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=U-I_qW-3OzA

Demnach könnte Bitcoin rechnerisch am 27. Mai 2027 wieder sein bisheriges Rekordniveau von rund 126.200 USD erreichen. Ein tatsächliches neues Allzeithoch müsste darüber liegen. Das Datum ist keine Prognose von Crypto Vizar, sondern eine eigene statistische Fortschreibung, die voraussetzt, dass sich die historischen Zyklusmuster wiederholen.

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Diese Hochrechnung bietet keine Garantie für die zukünftige Kursentwicklung. Ob Bitcoin bereits 2027 ein neues Allzeithoch erreichen kann, bleibt abzuwarten.

Ein aktuelles BTC-Marktupdate mit einem Ausblick auf die weitere Entwicklung des Bitcoin-Kurses nach den US-Zwischenwahlen gibt es mit Marcel: