Nachdem Bitcoin gestern früh ab 08 Uhr deutscher Zeit von 82.500 USD aus einen starken Anstieg auf bis zu 84.800 USD hingelegt hatte, gab der Bitcoin-Kurs in den frühen Morgenstunden nach und fiel erneut auf dasselbe Kursniveau zurück. (Artikel geht nach dem Chart weiter)
Die Gründe sind vielfältig: Vor allem der US-Iran-Krieg eskaliert erneut und bedroht diesmal nicht nur den Mittleren Osten.
USA bombardieren den Iran und belasten Bitcoin und den Kryptomarkt
Vor wenigen Stunden wurde bekannt, dass die USA den Iran in dieser Nacht erneut angegriffen haben. In der Folge hat der Iran zurückgeschlagen und das größte saudische Ölfeld von Saudi Aramco getroffen, es gab sogar Tote. Darüber hinaus weitet der Iran seine Aktivitäten durch paramilitärische Aktionen erneut auf weitere Länder aus.
Tipp der Redaktion: Bitcoin-Kurs vor 84.000 USD: Analyst rechnet mit Anstieg auf 94.000 USD in wenigen Tagen
Die USA haben angekündigt, große Teile ihres Militärs sowie zahlreiche Botschafter aus der Region vorerst abzuziehen. In einer weiteren Meldung droht der Iran damit, unterirdische Internetkabel anzugreifen, die 50 % des weltweiten Datenverkehrs betreffen.
Wenngleich diese Drohung noch nicht wahr gemacht wurde, zeigt sie: Der Krieg betrifft nicht nur Öl und Düngemittel, sondern auch kritische Infrastruktur von Ländern, die Tausende Kilometer vom Kriegsgeschehen entfernt sind.
Obwohl Bitcoin die Gewinne des gestrigen Tages wieder komplett abgegeben hat, ist der institutionelle Hunger nach Bitcoin erneut gestiegen. Innerhalb von nur 3 Tagen (19.10. bis 21.10.2026) konnten Bitcoin-ETFs mehr als 1 Milliarde USD einsammeln. Bereits am Montag gab es Zuflüsse in Höhe von 526,6 Millionen USD.

Am Dienstag waren es „nur“ 23,6 Millionen USD an Nettozuflüssen, gestern gab es erneut Zuflüsse in Höhe von 528,4 Millionen USD. Damit konnten die US-BTC-Spot-ETFs insgesamt 1,079 Milliarden Dollar netto anziehen. Sind diese Entwicklungen jetzt eine Garantie für weiter steigende Kurse am Kryptomarkt?
Makroumfeld steht eher auf Sturm statt Entspannung
Der Ölpreis befindet sich mit 106,5 USD für die Sorte Brent weiterhin auf einem historisch hohen Niveau. Dies stützt den Inflationsdruck und bringt bislang keine Entspannung. Trotz des derzeit weiter eskalierenden makroökonomischen Umfelds liegt die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung laut dem FedWatch Tool für den 28.10.2026 bei nur 14 %.
Jedoch sind sich die Mitglieder der Fed einig, dass im Dezember die nächste Zinserhöhung umgesetzt wird, sofern sich am jetzigen Weltgeschehen nichts Grundlegendes ändert.
Zwar hat Trump verlautbart, dass er einen Friedensdeal zwischen der Ukraine und Russland auf dem G20-Gipfel in Miami im Dezember vermitteln will, jedoch waren seine bisherigen Versuche allesamt gescheitert. Dementsprechend skeptisch zeigen sich die Märkte und Analysten weltweit.
Glassnode erklärt in einem vor wenigen Stunden veröffentlichten Update, dass Bitcoin seit Ende September weiterhin in der Handelsspanne zwischen 80.000 und 87.000 USD gefangen ist. Der gestrige Ausbruch über die 84.000-USD-Marke ist ein positives Zeichen, jedoch keine klare Bestätigung für eine Trendwende.
Damit BTC neue Hochs erreichen kann, müssen die Käufer laut Glassnode zunächst den Widerstand zwischen 85.000 und 87.500 USD überwinden. Entscheidend wäre ein Tagesschluss über 87.500 USD, begleitet von anhaltenden ETF-Zuflüssen und steigendem Handelsvolumen.
Die größten Liquidationscluster liegen laut Glassnode jetzt zwischen 85.000 und 87.000 USD. Sollte es Bitcoin gelingen, diese Positionen in den nächsten Tagen aufzulösen, wäre der Weg frei für einen BTC-Kurs von 90.000 USD. Die folgende Abbildung zeigt die beschriebenen Entwicklungen anhand einer Heatmap von Glassnode.

Ob Bitcoin diesen Widerstand tatsächlich überwinden kann, bleibt jedoch abzuwarten. Denn trotz der starken ETF-Zuflüsse bleibt das Handelsvolumen der Fonds laut Glassnode auffällig schwach. Für einen nachhaltigen Ausbruch müsste daher auch die Handelsaktivität deutlich zunehmen.
Scheitert Bitcoin hingegen erneut an den genannten Widerständen, droht ein Rückfall unter 80.000 USD. In diesem Fall würde die nächste wichtige Unterstützung beim sogenannten „True Market Mean“ von rund 77.600 USD liegen.
Tipp der Redaktion: Bitcoin-Kurs springt auf 83.000 USD: Doch es gibt einen Haken
Angesichts der geopolitischen Eskalation, des anhaltenden Inflationsdrucks und der bevorstehenden Fed-Zinsentscheidung am 28. Oktober bleibt das Risiko weiterer Kursrückgänge hoch. Die institutionelle Nachfrage liefert zwar positive Signale, für eine nachhaltige Trendwende reicht sie bislang jedoch nicht aus.












